Fr

02

Mär

2012

Das dicke Ende!

Du liebe Güte!

 

Seit fast sechs Monaten bin ich nun wieder zurück in der Heimat. Ich weiß auch nicht, in meinen letzten Monaten in Sambia hatte ich irgendwie eine Sperre. Ich KONNTE nicht mehr bloggen. Ich hatte einfach keine Lust. Meine Zeit hab ich lieber genutzt, um sie intensiv zu erleben. Ja, und in den Monaten in Deutschland... hach, ich weiß auch nicht, ich hatte soviel zu tun. Und außerdem immer noch keine Lust!

 

Ja, und jetzt, neun Monate nach meinem letzten Eintrag, ringe ich mich doch noch einmal durch, das Ganze hier zu einem Abschluss zu bringen. Wenn ich Erlebnisse meines Jahres schildere, stecke ich doch wieder mittendrin, trotz eines Dreivierteljahres, das dazwischen steht. Also wundert euch bitte nicht, wenn ich im Folgenden alles so schreibe, als wäre es gerade erst passiert...

 

 

Der letzte Monat in der Schule, also bis Ende Juli, war ein ganz besonderer. Immer wieder sind wir aus unseren Zimmern gekommen, haben uns einfach nur rausgesetzt zu den Schülern oder Lehrern und haben die kostbaren Momente genossen. Und während man so im Chaos sitzt und in die Weiten Maambas schaut, steigen einem die Tränen in die Augen, weil man sich so sehr auf Zuhause freut aber irgendwie auch nicht hier weg will.

 

Und dann gingen auch schon unsere Vorbereitungen auf die Abreise los. Immer, wenn wir nach Lusaka gefahren sind, haben wir schon Teile unseres Gepäcks mitgeschleppt, damit das dicke Ende dann doch nicht zum Schluss kommt. Da der große Reisebus von Maamba nicht mehr nach Lusaka fährt, muss inzwischen alles über die Minibusse geregelt werden. Und da ist es doch besser, den ganzen Ballast eines Jahres bit by bit in die Hauptstadt zu karren.

 

Inzwischen fällt uns immer wieder auf, dass die Zeit rast. Wir versuchen, so viele angefangene Projekte wie möglich fertig zu stellen. Die Idee, die uns gekommen ist, die Schule mit Rampen und Fahrwegen barrierefrei zu machen, gestaltet sich so langsam. Aber eben nur langsam. Zum Ende, mehr oder weniger zeitgleich mit unserer Abreise, können die Arbeiten doch noch abgeschlossen werden und wir freuen uns, dass wir unsere Schule tatsächlich inzwischen eine barrierefreie Schule nennen dürfen.

 

Außerdem standen wir in reger Korrespondenz mit der „Holy Family“, denn jetzt, wo die Schule für Rollstühle nutzbar sind, brauchen wir dringend neue Rollstühle, die auch auf die Größen und Behinderungen der Kinder abgestimmt sind. Auch diese bekamen wir am letzten Tag vor unserer Ausreise und die Kinder strahlten! Das war auch höchste Zeit. Denn da die alten Rollstühle inzwischen überhaupt nicht mehr nutzbar waren, krochen die Kinder nur noch über den Boden, um sich fort zu bewegen. Da wir uns derzeit in der kalten Jahreszeit befanden, bedingte die dauerhafte Unterkühlung durch den kalten Boden natürlich auch Krankheiten, vor allem bei den Kleinsten. Umso größer war das Strahlen bei den neuen Rollstühlen natürlich!

 

Die Bilder unseres letzten Monats findet ihr unter „Das Projekt“.

 

Ja, und sonst? Unsere Abschiedsparty rückt immer näher! Die Programme sind gedruckt, die Einladungen rausgeschickt (auch an offizielle Stellen wie die Frau vom Bildungsministerium Zambia) und wir haben Schiss! Klappt alles so wie wir das wollen? Wird unser Programm durch irgend etwas über den Haufen geschmissen? Das passiert hier ja ganz gern mal... Und kriegen wir unsere Abschiedsgeschenke für die Kinder – einen Film über das ganze Jahr und ein riiiiiiieesiges Plakat für den Essenssaal – rechtzeitig fertig???

Und ja! Es hat tatsächlich alles geklappt. Bei unserer Abschiedsparty haben wir wie erwartet die ganze Zeit geheult, einige Schüler auch, wir wurden von Lehrern, Mentor und der Frau vom Ministry in den Himmel gelobt, der Film kam super an und wurde in den nächsten Tagen noch ein dutzend Mal gesehen, wir haben danach ausgelassen mit den Kindern getanzt und unsere Abschiedsparty mit den Lehrern und Hauseltern am selben Abend verlief auch super.

 

Ja, und die kommende Woche haben wir wirklich einfach nur noch mit den Kindern genossen. Aber dann war es auch irgendwann so, dass man genug hatte vom Abschied nehmen. Jetzt wollten wir heim. Unsere letzten Amtshandlungen waren die Vorbereitung unserer Räume auf die neuen Freiwilligen und das Verschenken unserer ganzen Klamotten an die Kinder. Mensch, die haben sich gefreut! Über unsere ganzen second-hand-Klamotten vom Markt... Und natürlich ein bisschen Qualitätsware aus Deutschland, mit der wir zwar in Zambia angekommen sind, die wir aber auf keinen Fall wieder mitnehmen konnten, denn wir brauchten ja Platz für den ganzen Chitenge...

 

Wir bekamen auch wundervolle Abschiedsgeschenke. Zum einen vom gesamten Staff so etwas wie einen Ehren-Chitenge. Das war schon was Feines. Die Großmutter von Tom hat uns handgeflochtene Körbe geschenkt, also alles, was sie geben konnte. Unsere Schneiderin und Lieblingshausmutter schneiderte extra Laptoptaschen für uns. Und das Tollste bekamen wir von Roses Tante. Wir trafen sie am Maamba Market und sie schenkte uns ein Village Chicken! Das muss schon ein tolles Bild gewesen sein: Zwei Weiße laufen über den Marktplatz, eine Plastiktüte in der Hand, aus der oben ein lebendes Huhn herausguckt! Der Sambier an sich schleppt so ein lebendes Huhn ja durch die Weltgeschichte, indem er es an den Flügeln festhält. Aber soviel hat man uns dann doch nicht zugetraut... Deshalb die Plastiktüte.

 

Ja, und was machen zwei lebensuntaugliche deutsche Jungfrauen mit einem lebenden Huhn? Sie wollen es den neuen Freiwilligen schenken! Die Hausmütter sind schockiert und sagen uns, es sei ein besonderes Zeichen von Wertschätzung, wenn man ein Village Chicken geschenkt bekommt. Und dann muss man es auch schlachten und essen. Uäää! Ich will nicht schlachten! Essen aber schon... Als das Huhn den ersten panischen Rundflug durch unseren Arbeitsraum beginnt, gefolgt von unserem eigenen, ist die Entscheidung gefallen. Die Schüler kommen, fangen kichernd das Huhn ein, drehen ihm den Hals rum und zwei Stunden später liegt es mit lecker Nshima und Gemüse auf unseren Tellern. Lecker war's!

 

Ja, und dann ist der letzte Schultag da! Die Kinder sind nicht besonders in melancholischer Abschiedsstimmung. Sie haben nur eins im Kopf: Ferien, also ab nach Haus zur Mama, die man seit zweieinhalb Monaten nicht gesehen hat. Uns hat diese recht unromantische Stimmung der Kinder sehr geholfen, nicht in Heulattacken zu versinken. Das schwere Herz wurde von den Kindern wieder hochgehalten.

 

Und nach Hause geht es ja noch nicht... Jetzt sind ja erst noch einmal sechs Wochen Ferien angesagt.

 

Und so geht es auf einmal ganz schnell. Die Minibusse kommen aufs Schulgelände, die Kinder steigen ein und fahren davon. Das wars! Unsere „Kinderzeit“ in Sambia ist endgültig vorbei. Schön wars! Ich danke euch dafür!

 

Für uns endet die Zeit in Maamba am folgenden Morgen. Um fünf Uhr fährt der Minibus vor, wir laden unser Restgepäck ein und mit einem schweifenden Blick über unseren letzten Sonnenaufgang über Maamba nehmen wir Abschied. Ich für meinen Teil für immer. Keine Träne rinnt mir über das Gesicht. Wer mich kennt, weiß, dass das sehr untypisch ist. Aber ich hab keinen Grund zu weinen. Ich verabschiede mich hier von einer tollen Zeit. Hinter mir schließt sich eine Tür, aber vor mir öffnet sich nach einem sechswöchigen Ferien-Flur eine altbekannte. Die, die nach Hause führt. Und das ist toll. Dahinter warten all meine Lieben!

 

 

Aber ich greife vor. Kommen wir zunächst zu dem Sechswochen-Flur: Ferien! Dieses Mal geht es nach Tanzania und Zanzibar. Infos hierzu findet ihr links unter dem Button „Abschlussferien“.

 

Nach unserem letzten Urlaub bleibt gar nicht mehr viel Zeit. Und, oh Schreck! Die neuen Freiwilligen kommen! Gott, war das aufregend, als wir sie das Gelände in Lusaka betreten sahen! Und mir schießen die Tränen in die Augen. Da wirde einem doch ganz schmerzhaft bewusst, wie schnell man ersetzt wird... Aber so ist das nunmal in der Freiwilligenwelt. Ist ja auch gut und richtig so. Tut aber trotzdem weh... Naja, die Neuen waren auf jeden Fall super nett und motiviert und es ist doch echt lustig, sich zu fühlen, als wäre man wieder um ein Jahr zurückversetzt, nur sitzt man dieses Jahr auf der anderen Seite. Die Neuen stellen die gleichen Fragen und haben die gleichen Ängste wie wir damals. Und es wird mir klar, dass doch alles gut wird und die Neuen ihren Job bestimmt gut machen werden.

 

Die letzten paar Tage habe ich mich größtenteils zu meinen sambischen Freunden in Lusaka verpieselt. Das hatte mehrere Gründe. Zum Einen hatte ich eine absolute Blockade. Ich wollte nicht mehr ins Internet und bloggen schonmal gar nicht. Ich weiß auch nicht, ich glaube, ich wollte einfach jeden verbliebenen Moment in Sambia so intensiv nutzen, wie es geht, und das eben nicht, indem ich vorm PC hänge. Ich wollte mit den Neuen reden. Ich wollte feiern gehen. Und ich wollte Zeit mit meinen Freunden verbringen. Ja, und dann kamen auch nach und nach die Abschiede meiner Mitfreiwilligen. Nach und nach fuhren alle nach Hause. Wir waren zu acht und die letzte Gruppe, die heimkehrte.

 

Ja, und jetzt sitze ich hier. Ich erinnere mich noch gut an unsere Ankunft in Frankfurt. Acht völlig verstörte, zitternde, ungepflegte Gestalten, die durch das Tor gehen und ein Wahnsinnsjahr hinter sich lassen.

 

Mein erster Marsch zum Auto war schon witzig. Durch die riesigen Glasscheiben sieht man den Flughafenvorplatz. Und ich bin begeistert. Fahrbahnmarkierungen! Diese Begeisterung und Verwunderung hält aber nur die erste halbe Stunde Fahrtzeit an. Dann ist es so, als sei ich nie weg gewesen.

 

Auch beim Treffen mit Familie und Freunden bleibt das Gefühl; Ich war gar nicht wirklich weg. Und irgendwie doch. Ich fühle mich stärker. Und ich empfinde auch meine Familie als stärker.

 

Viele Dinge, die ich mir vorgenommen hatte und die Grund dieser Reise waren, kann ich erfolgreich „abhaken“.

 

Einer der Gründe für mein Auslandsjahr war, dass ich lernen wollte, unseren Luxus zu schätzen und mit wenig klar zu kommen. Auch daran kann ich einen Haken machen. Was in meinen Gedanken allerdings nicht berücksichtigt wurde, war, wie schnell alles wieder selbstverständlich wurde.

 

Und jetzt, nach einem Jahr, in dem ich gelernt habe, am Existenzminimum zu überleben, zeitweise ohne Beleuchtung, mit grundsätzlich nicht beachteten zeitlichen Absprachen, einem Loch im Boden, in das man seine Notdurft verrichtet und einem Bus, von dem nach drei Tagen vergeblichen Wartens immer noch keine Spur zu sehen ist, bin ich doch wieder eine ganz normale Durchschnittsdeutsche, die vielleicht NOCH ein bisschen mehr friert als vorher, sich aber genauso wie alle anderen über eine nicht funktionierende Lampe, eine nicht eingehaltene Verabredung, ein schmutziges Badezimmer und die verspätete Bahn aufregt.

 

Ein halbes jahr nach meiner Heimkehr habe ich es endlich geschafft: Mein Film über das vergangene Jahr ist fertig gestellt. Ein zweistündiges Werk, das ich allen Freunden und Verwandten aufzwinge.

Außerdem stehe ich inzwischen in Kontakt mit der vermutlich nächsten Freiwilligen für die Maamba Mine Special School. Ja, so ist das. Bald werden die, die uns abgelöst haben, auch wieder abgelöst. Unfassbar, wie die Zeit vergeht...

 

Abschließend bleibt zu sagen: Es war ein tolles Jahr. Ein unglaubliches Jahr. Ein lehrreiches Jahr, das mir niemand mehr nehmen kann. Ich bin traurig, dass es vorbei ist. Aber ich bin froh, wieder hier zu sein.

 

Hiermit schließe ich meinen Blog. Zum meinem Jahr in Afrika ist alles gesagt worden. Ich danke allen, die Stunden investiert haben, diesen Blog zu verfolgen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ihr das wirklich bis zum Schluss durchzieht.

 

Wer von meinen Schreibereien noch immer nicht genug hat, findet hier in der Linkliste ab Oktober 2012 meinen Blog zur Alpenüberquerung und ein Jahr später zu meiner Pilgerfahrt auf dem Jakobsweg. Also, macht's gut, Leute!

 

Und merkt euch:

 

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

 

Und der Vogel, der nicht fliegt, lernt nie, wo goldner Hafer blüht!

 

Abschließend möchte ich ein paar Fragen beantworten, die mir von fast jedem gestellt wurden, mit dem ich gesprochen habe, seit ich wieder in Deutschland bin:

 

Habe ich etwas gelernt? Ja, ich habe Vieles über mich selbst gelernt. Ich bin stärker geworden und in vielen Hinsichten flexibler. Ich habe gelernt, „Nein“ zu sagen und meinen eigenen Weg zu gehen. Zudem rege ich mich seltener auf als die Menschen in meinem Umfeld. Und noch eine ganz wichtige Sache zum Abschied: Zu Hause ist es doch am Schönsten!

 

Bin ich jetzt angesteckt mit dem Afrika-Fieber? Nein. Ich habe mehrere afrikanische Länder gesehen, mit all ihrem Charme und ihren uncharmanteren Seiten. Ich habe wundervolle Eindrücke gewonnen, sowohl im täglichen Leben als auch in besonderen Fällen wie Safaris etc. All diese Eindrücke habe ich bereits gewonnen und sie werden nicht stärker oder noch eindrucksvoller, wenn ich sie einfach wiederhole. Darum reizt mich Afrika, auch als Reiseziel, nicht soooo bald wieder.

 

Habe ich viel Leid gesehen? Das kann man so nicht sehen. Natürlich habe ich Menschen gesehen, die sehr wenig oder gar nichts hatten. Ich habe behinderte Menschen gesehen, die vermutlich keine Zukunft haben. Ich habe Familien gesehen, die wenig zu Essen hatten. Dennoch waren all diese Menschen zufriedener mit ihrem Leben als Viele hierzulande. Die Not, die Armut, Krankheiten und auch der Tod, waren meiner Ansicht nach näher an den Menschen und man hat gelernt, damit zu leben. In Deutschland sehe ich selten so viele lachende Gesichter, die ihr Leben leicht nehmen, so wie es in Sambia der Fall war.

Zudem muss ich fairerweise sagen, dass ich nicht in den übermäßig „harten“ Gebieten gelebt habe, das heißt, Verhungernde, Bettler und an AIDS erkrankte sterbende, waren eigentlich nie Teil meines Umfeldes.

 

Würde ich es nochmal machen? Das ist eine schwierige Frage. Ich würde nicht ein weiteres Jahr im selben Projekt und im selben Programm arbeiten wollen. Es war eine tolle Erfahrung, die ich gemacht habe und für mich abhaken kann in Gedanken. Eine Erfahrung, die man nicht wiederholen kann. Wenn ich allerdings die Zeit um zwei Jahre zurückdrehen könnte, würde ich alles genauso wieder machen. Ich bereue nichts!

 

Habe ich etwas gelernt? Ja, ich habe Vieles über mich selbst gelernt. Ich bin stärker geworden und in vielen Hinsichten flexibler. Ich habe gelernt, „Nein“ zu sagen und meinen eigenen Weg zu gehen. Zudem rege ich mich seltener auf als die Menschen in meinem Umfeld. Und noch eine ganz wichtige Sache zum Abschied: Zu Hause ist es doch am Schönsten!

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Mo

27

Jun

2011

Zwischenstopp in Choma

27.06.

 

Noch 75 Tage! 10 Wochen! Zweieinhalb Monate! Ich kann das Zählen einfach nicht lassen!

 

Ich bin heute in Choma. Hier mussten wir heute hinfahren, weil wir dringend Geld brauchten und unser Automat in Maamba kaputt war. Also fährt man mal eben zwei Stunden bis zum nächsten Geldautomat... Naja, so ist das hier halt... Und wenn wir schonmal hier sind, nutzen wir die Gelegenheit, mal eben schnell das Internet zu nutzen, ein paar letzte Fotos auszudrucken und uns mit besonderen Leckerchen aus dem Spar zu versorgen, wie zum Beispiel Käse, Schoki und Wurst.

 

Kalt ist immer noch die richtige Bezeichnung für das Wetter. Oder nein, eigentlich doch nicht... Es ist eher SCHWEINEkalt!!! Jeder Morgen ist ganz fies, wenn man sich aus der Decke schälen und unter die Dusche zwingen muss. Bäh! Kalt ist doof! Mann, das kann ja was werden zu Hause...

 

Wir haben unseren kleinen Tom letzte Woche im Krankenhaus besucht. Er ist soweit stabil und die Narbe sieht gut aus, sodass er zur „Holy Family“ überstellt werden konnte, wo er sich seitdem aufhält. Dort sagten sie, sie schicken ihn erst nach Hause, wenn die Wunde komplett und sicher abgeheilt ist. Das ist gut!

 

Bei der Family führten wir ein kurzes Gespräch mit dem ansässigen Sozialarbeiter, in dem er uns vorschlug, die „Maamba Mine Special Unit“ in das Förderprogramm aufzunehmen, sodass mindestens alle drei Monate ein Physiotherapeut runterkommt, der den Hauseltern und neuen Freiwilligen bestmöglich mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem bekommen wir von Ihnen neue Rollstühle für unsere Kinder, da die alten durch die schlechten Wege völlig im Eimer sind. Die Wege und Rampen (siehe “Emma, my darling!“) sind voll in Arbeit, sodass die neuen Rollstühle hoffentlich eine etwas längere Lebensdauer haben als die letzten. Fotos davon werde ich allerdings erst in den nächsten Ferien reinsetzen, weil mir da jetzt echt die zeit zu fehlt. Und hier in Choma ist das Internet auch ziemlich grottig und es wäre ein tagesfüllendes und vor allem teures Programm, wenn ich das jetzt hier probieren würde. Ja, und das war`s schon auf die Schnelle, was ich euch Neues berichten kann.

 

Und damit hab ich euch ja auch schon wieder ordentlich mit Lesestoff versorgt... Ich hoffe, ich rette euch hiermit vor dem informativen Verhungern und ihr haltet es aus bis zu meinen nächsten und somit auch – schnüff! - letzten Ferien und wohl auch meiner zeitgleich letzten Meldung aus Afrika. Aber wir werden sehen. So, jetzt entlasse ich euch erstmal wieder bibbernd aus der Kälte Sambias in eure deutsch-sommerlichen Eisdielen, Freibäder, Sieg-/Rheinpromenaden, Kirmessen (heißt das so?!?), Festivals und Biergärten.

 

Tulabonana, ihr Lieben!

 

 

18.06.

 

Noch 84 Tage! In exakt zwölf Wochen bin ich zu Hause! Soviel nur mal kurz dazu...

 

Seit einer guten Woche sind wir wieder da aus Lusaka. Wieder „zu Hause“... Es ist schweinekalt geworden in Maamba. Tagsüber werden es zwar immer noch bis zu 25 Grad, aber nachts... Nä, dat is nix! Da fallen die Temperaturen bis auf fünf Grad. Und wenn man dann morgens um halb sieben die 30 m bis zur Dusche muss, von der man weiß, dass die einen im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt empfängt, dann ist das nicht so richtig cool. Beziehungsweise... Doch, eigentlich ja schon... Naja, ihr versteht schon, was ich meine...

 

Die Kälte sorgt bei den Kindern für ganz schön kalte Knochen und bei mir für ordentliche Halsschmerzen. Naja, aber das ist doch mal was anderes. Man hat uns erzählt, dass das jetzt die Jahreszeit ist, in der viele Leute hier heiraten, denn zu zweit wärmt sich ein Bett doch leichter auf. Außerdem treibt die Kälte unsere Schüler ganz schön früh morgens aus den Betten und zur Bewegung, also an die Arbeit, was bedeutet, dass inzwischen ab 04.20 Uhr angefangen wird, die Bänke vor unseren Schlafräumen zu verschieben und zu putzen.

 

Mir ist noch etwas aufgefallen, von dem ich aber nicht sicher bin, dass es mit der Jahreszeit zu tun hat, oder ob es ein Zufall ist. Wir haben innerhalb der letzten zwei Wochen von drei Todesfällen gehört, bei denen man entweder nichts über die Todesursache weiß oder eben nichts darüber erzählt. Erst ein Mann aus der Gemeinde, dann ein Lehrer unserer Schule, der ca. 35 Jahre alt war und zuletzt heute der Bruder einer unserer älteren Schülerinnen, der höchstens Mitte zwanzig war. Es ist schon gruselig, wie nah einem hier manchmal der Tod ist und wie schnell Leute eben einfach weg sind. Wenn unsere Schüler beispielsweise in den Ferien nach Hause fahren, in ihre Villages, in den Busch, mit ihren HIV-Infektionen, mit ihren Epilepsien... Es kann da so schnell sein, dass sie nicht die notwendige medizinische Versorgung geboten kriegen und einfach sterben. Das würden wir wahrscheinlich gar nicht mitkriegen. Dann wären sie einfach weg. Diese Vorstellung ist schlimm. Ich wollte sie euch nur kurz niederschreiben, darf mir aber gar nicht erst weiter Gedanken darüber machen, denn das zieht mich hier nur runter und ist eine Sache, die ich nicht ändern kann.

 

Also, so hart das klingen mag; nächstes Thema! In den vergangenen Tagen verbringen wir auch außerhalb der „Dienstzeiten“ sehr viel Zeit draußen, bei den Kindern und Kollegen. Die Kinder sehen uns gespannt beim Kniffel oder Tangram spielen zu, sie fragen auch immer mehr nach Regeln und wollen mitspielen. Inzwischen haben wir ein Netzwerk aufgebaut, in dem die Schüler es von uns lernen und es dann an die nächsten, also Klassenkameraden, weitergeben. Es ist nämlich wirklich nicht so einfach, ein „Full House“, eine „große Straße“ und einen „Viererpasch“ ohne gesprochene Worte zu erklären.

 

Bei einem unserer Nachmittage draußen hatten wir ein sehr interessantes Gespräch mit einem Hausvater, unserem Hausmeister und dem Driver. Erst ging es darum, wie das denn so ist in Deutschland im Vergleich zu Sambia, wenn zwei Menschen ein Kind bekommen und nicht verheiratet sind und wer welche Verantwortungen zu tragen hat. Mensch, das war doch mal spannend. Mehr dazu werde ich euch bei Bedarf zu Hause erklären, das geht hier schriftlich so schlecht.

 

Na, und dann ging es noch darum, dass die Männer die Idee hatten, zu unserem Abschied ein großes Fest zu feiern, mit Ziegen schlachten. Und wer mal in Maamba war, der weiß, dass das was ganz Besonderes ist, weil es, glaub ich, nur fünf Ziegen in ganz Maamba gibt, und die zu schlachten ist wohl ein großes Gut. Stellt sich nur die Frage, ob man da jetzt uns persönlich feiern will oder nur die Tatsache, dass wir endlich verschwinden. Tja, die Antwort weiß ganz allein der Wind...

 

Und das Oberspannendste an dem Nachmittagsplausch: Ein Gespräch zum Thema „Whitchcraft“. Mensch, DAS war mal was! Wir haben allerhand gelernt. Zum Beispiel, dass wir in unserer Zeit hier dringend noch zu einem der Whitchdoktoren hier in Maamba gehen müssen. Die haben nämlich so allerhand sinnvolles Kraut, dass man rauchen, trinken oder unters Essen mischen kann und dass einem dann gewisse Vorteile einbringt. So gibt es zum Beispiel ein Kraut, das geben Frauen ihren Männern heimlich, damit der ganz deutlich weiß, dass er eine Frau zu Hause hat und ihr nicht fremdgeht. Und wenn man will, dass jemand sich in einen verliebt, muss man den mit so einem Pulver anpusten und schon ist er verliebt. Und man kann mit Hilfe von diversen Mittelchen machen, dass der Mann einen nie mehr verlässt. Deswegen gehen viele Frauen hier in Sambia auch zum Whitchdoctor, denn der legt ihnen die Liebe so, wie sie sie haben wollen. Und die Männer in Sambia sind nämlich auch deshalb so stark, weil sie bei Whitchdoctor Kraut dafür bekommen. Und der Whitchdoctor kann einen auch an alle Plätze bringen, zu denen man will. Wenn ich also euch alle ganz schwer vermissen und zu euch wollen würde, dann müsste ich zum Doc gehen und der würde mich in sowas wie einen Ballon setzen und in einer halben Stunde wär ich zu Hause und wenn ich dann wieder zurückwollte, dann müsste ich mir das nur wünschen und dann wäre ich wieder hier. Ja Mensch, hätte ich das mal eher gewusst! Das Merkwürdige ist ja, dass ich mir diese Dinge nicht ausgedacht habe, sondern dass, zumindest in den Köpfen dieser drei Männer, die Vorstellung Realität ist.

Unser Hausvater konnte diese Reise-Beam-Geschichte mit seinem Neffen belegen. Und diese Vorstellung der Wirklichkeit besteht bei vielen der Einwohner Sambias. Ich hab die Männer dann gefragt, ob so ein Doc denn auch unsere Schüler heilen könnte, wenn wir mit ihnen zu ihm kämen. Die Ärzte in Maamba seien aber nur „kleine“ Docs, denen würde die Macht dazu fehlen. Das sind wohl mehr so Kräuterkundige. Aber die „großen“ Ärzte in Lusaka, die könnten das wohl. Das ist schon der Wahnsinn. Aber es hat auch was unheimlich faszinierendes, vor allem für mich. Und ich bewundere immer wieder ehrfürchtig die Spiritualität der Leute. Also, wenn sich uns die Gelegenheit bietet, steht ein solcher Arztbesuch auch noch auf dem Programm. Haha, und dann bring ich für euch alle ein Pülverchen mit und mach euch zu meinen Sklaven!

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Di

14

Jun

2011

Machts gut!

So, meine Lieben...

 

Da ist es wieder soweit, ich verlasse die Metropole. Ein letztes Mal reise ich zurück in den Schulalltag, um meine letzten Wochen abzuleisten. Ich wünsch euch einen schönen Sommer. Ich bin wohl wieder über Skype erreichbar Ende Juli, aber nur übers Wochenende. Dann gehts in meinen letzten Urlaub. Ich freu mich! Machts guuuuuuut!

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Do

09

Jun

2011

Und hier noch eine besondere Nachricht für zwei besondere Menschen!

Liebste Didina, liebster Wladi,

 

Ich wünsche euch alles alles Liebe und Gute zu eurer Hochzeit und hoffe, ihr hattet einen tollen Tag. Und ich wünsche euch, dass ihr euch immer liebt habt und tausend süße kleine Babys kriegt. Und eins will ich wenigstens in Produktion sehen, wenn ich heim komme. Also, legt los! Jetzt dürft ihr ja auch ganz offiziell und von ganz oben abgesegnet.

 

Ich knutsch euch!

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Do

09

Jun

2011

Der Countdown läuft!

08.06.2011

 

Noch 92! Drei Monate, dann mach ich mich quasi auf den Heimweg! Aber jetzt sitz ich erstmal im Bus auf dem Weg nach Lusaka. Dorthin müssen wir aus verschiedenen Gründen; Zum einen, weil wir busy busy sind, was die Planung unseres Abschlussurlaubes angeht (mehr dazu bald unter „Abschlussferien“), zum anderen, weil wir unser Leben NACH dem Jahr ein bisschen organisieren müssen, zum letzten, weil unsere Mentorin ihren Abschluss feiert und zurück nach Deutschland geht.

 

Ja, und was man halt sonst immer noch alles so hier und da zu regeln hat, wenn man in der großen Stadt ist.

 

In den letzten paar Tagen ist wieder so manches passiert. Zum einen waren wir eingeladen auf einer „kitchen party“. Ja, was ist das wohl, werdet ihr euch fragen... Ihr erfahrt es unter „Celebration“, sobald ich dazu komme, es zu erklären.

 

Zum anderen geht es echt extrem aufs Ende zu. So sehr wir uns ja auch freuen, denken wir doch immer wieder mit Grauen daran, wie schmerzlich wir alle und alles hier vermissen werden. Wir verbringen unseren letzte Zeit hier viel bewusster mit den Kindern. Und auch mit den Lehrern.

 

Außerdem bin ich seit unserer Rückkehr aus Monze im Tangram-Fieber. Für alle Unwissenden: Nein, ich habe keine schlimme Krankheit, ich spiele nur ein eigentlich sehr simples Spiel mit hohem Suchtfaktor. Einen unserer großen Schüler hab ich schon angesteckt. Wir spielen jetzt manchmal mit- und gegeneinander. An dieser Stelle mal danke, mein lieber Dzeko, dass du das meinem Bruder für mich mitgegeben hast. War 'ne Bombenidee!

 

Ja, und dann kam gestern noch der Onkel von unserem kleinen Tom und erzählte uns, dass es wohl ein paar Komplikationen mit der Narbe gibt und Tom deswegen nochmal nach Monze muss. Darum haben wir uns heute morgen am Bus mit ihm und seiner Oma getroffen und sind zusammen bis nach Monze gefahren.

 

Auch bei unserer Rose hat sich etwas getan. Das könnt ihr unter „Living in Zambia“ > „People“ nachlesen.

 

Außerdem gibt’s eigentlich bei jedem Bloggen auch neue Bilder unter „Das Projekt“. Denn hier geht’s ja um die Schule, und da gibt es immer 'ne Menge Bildmaterial.

 

Also, schaut mal rein! Bis Montag Mittag werde ich in Lusaka bleiben, bevor es dann bis zum bitteren Ende zurück nach Maamba geht. Wer mich also anskypen will, ist herzlich willkommen.

 

02.06.

 

Gestern sind wir zurückgefahren nach Maamba. Das wurde auch echt höchste Zeit. In Monze haben wir, außer einmal am Tag ins Krankenhaus zu gehen und den Kleinen zu besuchen, nichts getan außer Filme zu gucken und zu fressen, fressen, fressen. Ja, ich weiß, ich hätte es auch vornehmer ausdrücken können, aber das hätte auch nicht beschönigen können, was es nun mal war; Fressen aus Langeweile. Dadurch hatten wir zwangsläufig viel Zeit, uns zu langweilen. Und Langeweile führte dazu, dass wir extrem viel an Zuhause gedacht haben. Und wenn eins Heimweh provoziert, dann dass man sich durchgehend überlegt, was man jetzt grad alles zu Hause machen würde. Und was man essen könnte Das führte zu Nächten ohne Schlaf und mit Alpträumen. Und zu einer Wampe und einem dicken Hintern.

 

Also, kurzum; Es ist gut, wieder in Maamba, im normalen Leben zu sein. Wir sind glücklich, die Kinder sind glücklich und Tom ist zu Hause bei seiner Oma in Sinazeze, damit sie ihn bis zur Nachsorgeuntersuchung in zwei Wochen pflegen kann. Seine Schmerzen sind inzwischen auch minimal.

 

Jetzt versuchen wir, unseren Alltag wieder in den Griff zu bekommen mit morgendlicher Physio und unserem Nachmittagsprogramm.

 

Leute, ich hätte nicht gedacht, dass mein Heimweh mal so stark wird auf die letzten Meter. Ich möchte inzwischen so dringend nach Hause wie die ganze bisherige Zeit noch nicht. Aber sobald man hier in der Schule wieder im Trott ist, geht die Zeit auch ziemlich gut rum. Also, 98 Tage noch!

 

31.05.

 

Noch 100 Tage bis zur Ausreise!

 

Ja! Es ist soweit! Ab morgen sind die Tage bis zu meiner Heimkehr zweistellig! Oh Mann, ich freu mich!

 

Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Ich bin echt gerne hier und genieße die Zeit, aber ich freu mich so auf zu Hause, das könnt ihr euch nicht vorstellen.

 

Meine Irina hat mich mal gefragt, auf was ich mich in Deutschland am meisten freue. Das kann ich schnell beantworten; Auf alles! Jede Kleinigkeit.

 

Ich freu mich, in den Laden zu gehen und alles kaufen zu können, was ich haben will. Und wenn die das da nicht haben, geh ich halt in den nächsten Laden. Ich weiß, in welchen Läden in Deutschland ich was bekomme. Jeder ist für etwas zuständig. Und wenn ich was brauche oder haben will, kann ich schon am Namen des Geschäfts erkennen, ob es das hat, was ich suche. Wenn nicht, kann ich mir den Weg da rein einfach sparen. Hier ist das so, dass theoretisch jeder Laden eine Sache haben könnte. Könnte, muss aber nicht. Und manchmal hat der Laden, von dem man es am wenigsten erwartet, es dann doch. Und das, was ich will, gibt es hier in der Regel eh in keinem Laden, sondern nur im guten, weit entfernten Zuhause.

 

Ich freu mich auf heißes Wasser aus dem Hahn und Duschen mit Fliesen.

 

Ich freu mich auf Leitungswasser, das man trinken kann und das nicht irgendwie muffelig schmeckt.

 

Ich freu mich auf Haarkuren und Frisöre.

 

Ich freu mich auf Weichspüler und den 95°C-Waschgang.

 

Ich freu mich auf meine Klamotten, die ich in meinem Kleiderschrank zurückgelassen habe und die nach dem Auszug aus unserem Haus hoffentlich irgendwo auf mich warten.

 

Ich freu mich auf meine Stiefel und hochhackige Schuhe.

 

Ich freu mich, auf die Straße zu gehen und mich über die herrliche höfliche Reserviertheit und Unfreundlichkeit der Leute aufzuregen. Ich mag die Anonymität, ich mag, dass mich auf der Straße keiner grüßt und dass es den Leuten piepwurscht ist, wie man angezogen ist und ob man Bier trinkt und ob man in die Kirche geht und mit wem man redet..

 

Ich freu mich auf deutsches Niederqualitätsfernsehen und darauf, meinen Papa amüsiert dabei zu beobachten, wie er deswegen die Hände über`m Kopf zusammenschlägt.

 

Ich freu mich auf Haribo und vor allem auf Lakritz.

 

Ich freu mich auf Erdbeeren im Sommer und Mandarinen und Spekulatius zu Weihnachten.

 

Ich freu mich auf Adventskalender, auch wenn es nur die einfachen mit Schokolade für einen Euro sind, die Mama uns als Kinder immer gekauft hat.

 

Ich freu mich, im Winter frieren zu können und mich im Herbst über den ewigen Regen zu beschweren.

 

Und am Meisten freu ich mich darauf, das mit euch zu tun und euch damit zu nerven.

100 Tage noch, dann ist es soweit!

 

27.05.

 

Seit zwei Tagen sind wir jetzt in Monze. Wir sind mit unserem kleinen Tom („Living in Zambia“ > „People“) und seiner Oma hier hergefahren, um seine OP hinter uns zu bringen. Und ja, wer hätte das gedacht; Die OP hat heute tatsächlich statt gefunden und ist gut verlaufen. Während der Kleine unter dem Messer lag, haben wir seine Großmutter mit zur „Holy Family“ genommen, um mit ihr die nötigen Formulare auszufüllen und ihr das Gelände und die Arbeit, die hier gemacht wird, zu zeigen. Sie war begeistert, wen wundert`s?

 

Toms OP verlief problemlos und erfolgreich. Der kleine Mann ist seit mittags wieder wach und weint immer wieder vor Schmerzen. Aber das ist normal. Hm, aber schon schlimm, wenn man so gar nichts tun kann. Wir haben getan, was jeder Tröster tut: Süßigkeiten gekauft, ihn bedauert, ihm den Kopf gestreichelt, ihm gesagt, er sei ein Held und zwei Tage lang in Monze vergeblich nach Beschäftigungsmaterial und Kuscheltieren für Kinder gesucht. Da wir nichts gefunden haben, habe ich ein großes Opfer gebracht: Bei meiner Abschiedsparty in Deutschland schenkten mir zwei Freunde eine Plüsch-Kitty, die seitdem nicht eine Nacht getrennt von mir verbracht hat (an dieser Stelle: Huhu und danke, Eduard und Wladi!). Seit heute tröstet sie einen kleinen frisch operierten Jungen im Krankenhaus von Monze. Aber wir haben eine Vereinbarung: Wenn wir wieder in Maamba sind, kommt mein Kätzchen zu mir zurück.

 

22.05.

 

Du liebe Güte! Ich hab ein Einzelzimmer! Es ist geschehen, was wir nicht mehr für möglich gehalten hätten; Der blinde Lehrer ist gestern ausgezogen und hat uns feierlich seinen Zimmerschlüssel überreicht. Und heute haben wir in beiden Zimmern einen Großputz veranstaltet (natürlich mit vereinten Kräften mit unseren kleinen Zwergen, die sich gegenseitig wie wild die „Besen“ und das Spinnenentfernerding – also ein Besen mit gaaaaaanz langem Stiel – um die Ohren gehauen haben, Staubwolken aufwirbelten und mit Wischern bewaffnet unsere Zimmer in ziemlich wässrige Schlammpfützen verwandelt haben). Abends war es dann soweit: Thekla hat ihren Kram im Nebenzimmer platziert und von jetzt an liegt eine Wand zwischen unseren Betten. Au Mann, das ist komisch. Die Kinder kapieren auch nicht so richtig, was wir hier immer veranstalten mit unserer Hin- und Herzieherei. Naja, was soll's. Nach acht Monaten kommen wir also doch noch zu so etwas wie Privatsphäre. Wer hätte das gedacht...

 

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Fr

13

Mai

2011

Namibia: Check!

Hallo, Freunde! Damit ihr auch alle vor Neid erblasst, hab ich hier schonmal schnell die ersten Bilder und texte von Namibia hochgeladen ("Osterferien">"Unterwegs mit Sassa und Stefan"). Lest, seht und schmachtet!

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Do

05

Mai

2011

Meine Herren, was für ein Urlaub!

Die erste Etappe mit meinem Brüderle ist leider schon fast vorbei. Jetzt machen wir Zwischenstopp in Lusaka, ich bring den Baschtl zum Flughafen und düse dann los nach Namibia, wo ich mich am 9. mit meiner Patentante treffe, um ein paar Tage mit ihr zu verbringen. Was genau in dem Urlaub passiert ist, findet ihr unter „Osterferien“. Aber eins steht wohl schon fest: Papa, ich kann dich beruhigen, ich hab es wohl nicht so richtig geschafft, ihn zu schocken. Hach Mensch.... Er war, soweit ich das beurteilen kann, mal beeindruckt, mal befremdet, mal belustigt, aber nicht geschockt. Aber ich bin auch ein bisschen enttäuscht von unseren Kakerlaken. Sie haben sich ihm nicht in so voller Pracht präsentiert, wie ich es gewohnt bin. Hm, die Ehre wird wohl nur besonderen Menschen zuteil.

 

Zehn Tage, die viel zu schnell vergingen. Aber es war so schön, wieder ein Stück Heimat bei sich zu haben. Zum einen durch die Dinge, die er mir mitgebracht hat (an dieser Stelle mal danke an alle, die daran mitgewirkt haben), zum anderen dadurch, dass ich endlich mal wieder jemanden hierhatte, der mich von Grund auf kennt und noch mehr als Thekla über den gleichen Quatsch lachen kann wie ich. Wie gesagt, mehr zu unserer Reise unter „Osterferien“.

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Fr

22

Apr

2011

Frohe Ostern!

Liebe Leute, ich wünsch euch ein schönes Osterfest! Verbringt ein paar Tage im Kreis eurer Liebsten, denn das würd ich jetzt auch tun, wenn ich könnte... Juhuuuu! Übermorgen kommt endlich mein Brüderle! Ich freu mich! Und damit ist dann wohl auch meine Lusaka-Rumhängerei vorbei. Ich wünsch euch einen schönen Frühling und melde mich wieder, sobald ich kann. Und meine Heimreise rückt auch immer näher. Ich freu mich! Ein guter Tag!

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Fr

15

Apr

2011

Mea culpa!

Also erst mal: Asche auf mein Haupt! Ich bin eine faule Nudel! Seit zweieinhalb Wochen bin ich jetzt in Lusaka und hab noch nix Neues mit meinem Blog veranstaltet. Verzeiht!

Nachdem Papa mich jetzt zum wiederholten Mal darauf hingewiesen hat, hab ich mich dann heute aber doch mal aufgerafft...

Aaaaaaaber:

Ihr seid genauso faul! Ich hab gedacht, keiner liest mehr meinen Blog, also hatte ich es mit Aktualisieren auch nicht so eilig. Also, wenn ihr das hier lest, kommentiert bitteschön auch irgendwie, damit ich weiß, dass ihr noch da seid. Immer schreib ich, und keiner antwortet :-(

Also, Appell angekommen? Dann kann's ja jetzt weitergehen ;-)


Bezüglich meiner Arbeit gibt’s seit meinem letzten Eintrag nicht allzu viel Spannendes zu berichten... Ich hatte ja danach nur noch zwei Wochen im Projekt, bevor wir zu unserer spannenden Aktion mit Rose aufgebrochen sind (Infos dazu unter „Living in Zambia“ > „People“).

Die letzten zwei Wochen in der Schule waren morgens nicht so richtig erfüllt, da die Ferien vor der Tür standen, was hierzulande bedeutet: Morgens werden Tests geschrieben und wir können keine Einzelstunden geben. Also hatte wir Zeit, unseren Schülerordner zu vervollständigen. Es wird... Vielleicht kriegen wir ihn einigermaßen fertig gestellt, bevor wir ausreisen... Wir arbeiten daran.

Außerdem haben wir endlich von der Schreinerei unseren Schrank bekommen, der unseren Arbeitsraum nahezu perfekt macht. Er schafft auf jeden Fall 'ne Menge Platz, der ja vorher Mangelware war. Fotos dazu unter „Das Projekt“.

Unsere jetzige Spezialaktion vor den Ferien war ein groß angelegtes Free Painting. Auch das findet ihr, näher und bildlich erklärt, unter „Das Projekt“.

Außerdem gibt’s neue Infos aus der Tierwelt in der entsprechenden Rubrik. Und unter „Living in Zambia“ schildere ich euch etwas, das mir aufgefallen ist. Also schaut vorbei!

Ja, und jetzt hänge ich hier also herum, genieße meine Ferien und allen Luxus, den Lusaka zu bieten hat (Ruhe, Salat, Spülmittel, Waschmaschine, heiße Dusche, Skypen, bis mir schwindelig wird, etc.) und warte, bis mein Bruder endlich kommt und mit ihm ein Stück Heimat.

Es ist komisch, hier im Freiwilligenhaus zu sein, mehr oder weniger alleine und vor allem ohne Thekla. Denn die hat momentan Besuch von ihren Lieben aus der Heimat. Manchmal zerfrisst mich der Neid. Ihre Eltern sind da. Und ihre Geschwister. Und vor allem, und das schmerzt am meisten, ihr Freund. Wir sehen und sprechen uns selten, weil ich die Vorstellung nicht ertrage, dass sie die traute Zweisamkeit genießt. Aber es sei ihr mehr als gegönnt, auch wenn Gönnen mir im Moment schwer fällt.

Meine Ruhezeit verbringe ich damit, mir andere Projekte von Freiwilligen anzuschauen, mich für Deutschland zu bewerben, das Freiwilligenhaus zu verschönern (was soll ich sagen, ich bin halt ein Mädchen), und nach einer netten kleinen Wohnung in der Heimat zu suchen.

Und, was auch sehr spannend war: Ich war bei einer der offiziellen HIV-Teststellen und hab mich testen lassen. Das war auf jeden Fall eine spannende und schöne Erfahrung, zu sehen, wie hierzulande damit umgegangen wird. Und: Happy Birthday, ich bin negativ. Alles andere hätte mich auch echt gewundert, aber man weiß ja nie...

Tja, bis Ostern werde ich hier noch mein Einsiedlerdasein genießen, dann kommt Basti. Und dann geht’s los nach Livingstone. Dann springt die bekloppte Alte endlich wieder in die Schluchten. Darauf, und auf alles andere, das ich meinem Bruder von meinem Leben hier präsentieren kann, freue ich mich ganz schön. Und dann kommt mein Patentantchen, der ich dann auch noch alles zeigen will, was man innerhalb von 10 Tagen so zeigen kann.

Spannend wird’s! Ihr werdet natürlich als Erste erfahren, was wie gelaufen sein wird.

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Mi

09

Mär

2011

Gesammelte Werke...

09.03.2011

Ja!!! Ich sitze im Bus kurz vor Lusaka. Mazabuka liegt hinter uns. Jetzt sollte wohl nichts mehr schief gehen und ich bin hoffentlich in einer Stunde in Lusaka.

Gestern bekamen wir per SMS das offizielle OK, nach Lusaka zu dürfen. Hier bin ich also und hab 'ne Menge neuen Lese- und Guckstoff für euch.

Ach ja, allen Frauen noch nachträglich einen „Happy Women's Day“! Wir haben gestern wieder schwer celebratet. Highlight des Tages: Wir waren Teil der traditionellen Tonga-Tanzgruppe im Stadion. Thekla war ein Mann, ich eine Frau. Jetzt hab ich Muskelkater und immer noch Seitenstiche vom Hardcore-Hinternwackeln. Aber es war lustig, hat Spaß gemacht, die Frauen haben geschrien und uns nachher umarmt, beglückwünscht und gedankt mit dem Beisatz: „Now you are real zambian ladies.“

Participation live!

Ich weiß nicht, was gestern los war, aber ab Einbruch der Dunkelheit sind die Insekten extrem aktiv geworden. Alles voll Moskitos.

Außerdem gibt es hier ziemlich fette blinkende Glühwürmchen. Gestern sind wir abends noch runter Richtung „Stadt“ gegangen und da haben wir etwas Tolles gesehen in einem Feld: Ungefähr hundert blinkende Würmchen, die da herumgeschwirrt sind. Das sah aus wie deutsche Weihnachtslichterketten, nur eben natürlichen Ursprungs.

Waren bestimmt weibliche Glühwürmer. Happy Women's Day!

06.03.2011

Meinen letzten Eintrag vom 27.02. hatte ich in weiser Voraussicht geschrieben, damit ich ihn in Lusaka nur noch einfügen müsste. Leider konnte ich ihn dann doch nicht so unmittelbar ins Internet stellen, wie es geplant war.

Eigentlich wollten wir am Do., 03.03. mit dem Bus nach Lusaka fahren. Am Abend zuvor hat uns allerdings unsere Koordinatorin aus Lusaka angerufen und zurückgepfiffen. Dienstags lief hier im Fernsehen die Übertragung von einem Manchester-Fußballspiel. Aus einem Grund, den ich noch nicht so ganz verstanden habe, sind sehr viele Sambier entweder „Manchester United“- oder „Arsenal London“-Fans. Die Spiele werden auch in diversen Sports Bars übertragen, in denen sich viele Leute treffen und betrinken, also gar nicht so fremd für deutsche Fußballfans.

Nach dem Spiel gab es wohl laut unserer Koordinatorin irgendwelche Ausschreitungen in Mazabuka, einer Stadt, die wir durchqueren müssen, wenn wir mit dem Bus nach Lusaka fahren. Im Rahmen dieser Ausschreitung haben Polizisten zwei Fußballfans erschossen, wodurch die aufgebrachte Bevölkerung auf die Straßen ging. Also wohl nicht das beste Pflaster für uns. Wir verabschiedeten uns von dem schönen Lusaka-Gedanken.

Am nächsten Morgen sagte unser Schulleiter, die Straßen seien wieder frei und wir können fahren. Das haben wir schnell mit der Organisation abgeklärt, bekamen grünes Licht und setzten uns in den nächsten Bus. Auf halber Strecke, also nach ca dreieinhalb Stunden, rief uns wieder die Lusaka-Zentrale an mit der Anweisung „Sofort umkehren, es wurden wieder zwei Leute erschossen.“

Ja, und das war`s dann wieder. Also zurück nach Maamba. Uns war zum Heulen zumute. Zum Einen, weil wir uns auf Lusaka gefreut hatten. Zum Anderen, weil wir uns fragten, was wohl wäre, wenn man uns nicht telefonisch erreicht hätte und wir doch durch Mazabuka gefahren wären.

Wieder in Maamba angekommen, bekamen wir aus der Zentrale eine SMS mit offizieller Passiersperre für Mazabuka, weil ein Entwicklungshelfer unserer Organisation am selben Tag (also Donnerstag) mit dem Auto durch den Unruheherd gefahren ist und mit Steinen attackiert wurde.

Da wird einem doch ganz anders. Gut, dass wir nicht weiter gefahren sind. Gut, dass man uns erreicht hat.

Es ist merkwürdig. Zu einer solchen Ausschreitung kann es in Europa genau so kommen. Nichtsdestotrotz fühlt es sich nicht gut an, nicht in die Hauptstadt zu kommen, wenn man es will, weil zwischen Start- und Zielpunkt Gefährliches liegt...

Eben hat Thekla mir erzählt, dass ihr am Telefon aus Deutschland erzählt wird, dass die Passiersperre inzwischen auch offiziell vom Auswärtigen Amt verhängt wurde, wegen inzwischen vier Toten. Mir wird mulmig.

Hoffentlich können wir am Mittwoch wirklich fahren. Wir beide hatten eigentlich gesagt, wenn es letztes Wochenende nicht geklappt hat, können wir es bis zu den Ferien auch bleiben lassen. Bis dahin sind es ja nur noch drei Wochen. Aber die Schule will unbedingt, dass wir fahren. Wir müssen Gelder abholen, um am 18. mit unseren Schülern beim Fußball-Gastspiel an der Partnerschule in Choma antreten zu können. Bitte, bevor ich mich schlagen lasse...

Inzwischen regnet es übrigens doch wieder ab und an. Und es wird sogar so etwas ähnliches wie kalt. Ich musste mich schon zweimal nachts mit meinem Laken zudecken. Das ist doch schonmal was.

Auf Papas Sonderwunsch unter „Maamba“ mal ein paar Regen- und Pfützen-/Seenbilder.

Ui, und fast hätte ich es vergessen: Es gibt etwas neues, was unsere Tierwelt angeht. Mehr dazu unter „Living in Zambia“>“Tierchen“.

Und eine brandneue Nachricht (die wahrscheinlich keinen interessiert, aber ich hab mich so drüber gefreut, dass ich es euch erzählen will): Ich trage heute Zopf! Zur Feier des (Sonn-)tages hat mir eine unserer größeren Schülerinnen einen Zopf geflochten. Mein erster Zopf seit einem halben Jahr! Ich konnte das nicht, weil sie noch zu kurz sind. Aber sie hat das echt drauf! Hm. Ich sag doch, das interessiert euch eh nicht... Ist ja auch egal...



27.02.2011

Hm, schon wieder bin ich in Lusaka. Irgendwie hat das nicht so funktioniert mit dem “von-Januar-bis-April-nicht-in-Lusaka-sein”. Naja, was soll's, so kann ich euch wenigstens immer auf dem Laufenden halten, was hier so abgeht. Tja, und was geht hier so ab?

Irgendwie macht die Regenzeit ihrem Namen nicht gerade alle Ehre. Es regnet tagelang nicht, es ist nur tierisch heiß, mindestens genauso heiß wie vor den Ferien. Aber wenn es mal regnet, dann oft nach dem Prinzip “Ich glaub', es fängt gleich an zu...” und schon ist man klitschnass. Der Regen frisst außerdem ganz schön die Straßen an. Auf unseren Touren nach Monze, die wir jetzt zweimal machen mussten -warum erkär ich später-, sieht man oft abgebrochene Straßen und die Schlaglöcher machen jede Auto-/Bus-/Pickupfahrt zu einem ordentlichen Kamelritt, der uns ganz schöne Rückenschmerzen und beachtliche blaue Flecke verpasst. Aber die Brücken stehen noch, und das ist für unsere Fortbewegungsmöglichkeiten ja das Wichtigste.

Ich hab mir ein neues Handy zugelegt! Das Alte war irgendwie nicht mehr so richtig verlässlich. Und es ist zwar sehr sambisch, ein Papierknüddelchen hinter den Akku zu klemmen, in der Hoffnung, dass das die Funktionalität des Touchpads verbessert, es hilft aber nicht wirklich. Ich verbrachte unsere letzten gemeinsamen Tage damit, eine Viertelstunde auf dem Touchpad rumzuhacken, um den Wecker für den nächsten Morgen zu stellen. Das ist nichts für Menschen, die ziemlich zügig etwas impulsiv reagieren. Also nichts für mich. Das neue Telefon ist ohne Touchpad, aber dafür intakt. Ich bin jetzt auch wieder auf meiner alten Nummer

00260979363335

zu erreichen. Kein Regen = kein Unwetter = keine Netzprobleme.

Unsere Raumsituation ist immer noch unverändert. Ich teile mir mit Thekla ein Zimmer und das wird wohl mindestens bis April so bleiben, weil der blinde Lehrer dann angeblich auszieht, aber das glaub ich erst, wenn es soweit ist. Wir haben eigentlich schon mit dem Traum vom eigenen Schlafzimmer abgeschlossen. Was soll's, wir kommen gut mit der Situation zurecht.

Wir sind im Moment nicht wieder in Lusaka, weil wir das so wollten (na gut, freuen tun wir uns aber schon...), sondern for duty. Unsere Organisationskoordinatorin hat uns angerufen und gebeten, das Quartalstreffen nach Lusaka zu verlegen, weil das für sie weniger Fahrerei ist und sie nicht so viel Zeit hat.

Alles klar, jetzt sind wir hier und können dann auch gleich noch die Spenden, die von einer Schule in Deutschland kamen in Ware umsetzen. In Maamba haben wir bei der Schreinerei der Kirche fünf Doppelstockbetten bestellt und in Lusaka müssen wir jetzt die Bestellung der Spezialmatratzen aufgeben, denn wir haben uns überlegt, dass spezielle Nässeschutzmatratzen bei unseren inkontinenten Schülern eine gute Sache wären.

Also, fünf Hochbetten, zehn Spezialmatratzen. Danke an die Schule nach Bonn! Das nur mal kurz zwischendrin. Das hat übrigens nichts mit meinem Emma-Geld zu tun. Nähere Infos zu meiner Emma unter der zugehörigen Rubrik.

Ja, und so verbinden wir also die Pflicht und Arbeit mit dem Angenehmen. Huahua! Internet! Und eine warme Dusche! Und keine Kinder, die 24/7 an die Tür bollern. Zwischenzeitlich ganz nett.

Seit meinem letzten Lusaka-Aufenthalt haben wir viel Zeit verbracht mit der Organisation unserer Physioangelegenheiten. Wir gehen jetzt jeden Dienstag mit einem unserer Schüler ins Krankenhaus zur Physiotherapie und machen die Übungen mit ihm jeden Tag auch hier in der Schule. Außerdem bearbeiten wir die Krankenhaus-Therapeutin jedes Mal ein Stück mehr, dass sie uns in der Schule mal einen Besuch abstatten soll. Vielleicht wird das ja noch was, bevor unsere Zeit hier abgelaufen ist.

Unser Therapiefahrrad hat dank Emma inzwischen Pedalen UND eine Kette UND einen verstellbaren Sattel. Wurde nach fünf Monaten Kämpfen auch mal Zeit. Wir haben einen Gehwagen, an dem wir mit unseren Jungs gut üben können.

Die Kinder freuen sich jedes Mal, wenn sie von uns zu ihren exercises geholt werden. Und sie machen Fortschritte. Sie arbeiten mit uns zusammen, werden aufgeschlossener, selbstbewusster und fassen mehr Vertrauen zu uns.

Und das Tollste: Wir haben einen festen Hüft-OP-Termin für Rose in Lusaka und einen OP-Termin für Tom! Wer die zwei sind, wird unter der Rubrik „Living in Zambia“>“People“ erklärt.

Roses Termin war ja kein Thema, das konnten wir ja hier alles ohne sie erledigen, als wir letztes Mal vor Ort waren. Aber Tom... Das war so eine Sache...

Auch das findet ihr unter „People“>“Tom“.

Zwei Monze-Fahrten waren nötig. Die erste war eher unspektakulär. Aber die zweite...

Eine lustige Tour. Auf der wir einige Dinge lernen konnten:

Dass auf 3 m² 18 Menschen jeden Alters, drei 40l-Kanister Benzin, 8 Cola-Kästen, ein Mealiemeal-Sack und drei große Kapenta-Schüsseln passen.

Dass man einen Tag damit verbringen kann, konsequent falsche Entscheidungen zu treffen.

Dass es möglich ist, 13 Stunden zu investieren für etwas, was eigentlich zehn Minuten gedauert und noch nicht mal unsere Anwesenheit erfordert hätte.

Dass wir ein sehr deutsches Verständnis von Zeit haben.

Dass Dinge einen wahnsinnig oder wahnsinnig albern machen können.

Dass selbstverständliche gegenseitige Hilfsbereitschaft etwas Wunderbares ist.

Die ganze Geschichte findet ihr auch unter „People“ > „Tom“.

 

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Mi

09

Feb

2011

Da bin ich mal wieder!

Hallo, Leute! Hier bin ich also, wieder mal in Lusaka, weil wir hier ein paar Sachen für die Schule regeln müssen. Unten findet ihr die Sachen, die ich geschrieben hab, als ich noch in Maamba war. Einige Sachen müssen einfach direkt festgehalten werden.

Also, enjoy!


20.01.2011

Seit drei Tagen bin ich jetzt wieder im Projekt. Als wir von Lusaka aus mit unserem Mentor telefoniert haben, war uns gesagt worden, dass unser Raum - also der zum Schlafen - jetzt frei sei und man uns schonmal Betten reinstellen würde, sodass wir nur noch unsere Matratzen aus unserem Arbeitsraum rüberschaffen müssten und ziemlich zügig schlafen können sollten. Ja, sollten... Irgendwie war dann aber doch wieder alles anders.

Um halb elf abends kamen wir nach achtstündiger Fahrt in Maamba an. Wir waren jeweils mit ca 35 sehr unvorteilhaft gepackten Kilo beladen und mussten durch die Dunkelheit zur Schule. Schon dabei sind wir fast abgebrochen. Thekla war zwischenzeitlich sogar mal soweit, dass ihr schwarz vor Augen wurde und sie sich hinsetzen musste.

In der Schule angekommen fanden wir dann drei aufeinandergestapelte Betten vor unserem Raum vor. Hm, da werden doch Erinnerungen wach ans „letzte Jahr“. Als wir dann in den uns versprochenen Raum wollten, fanden wir die Tür verschlossen vor, rüttelten ein bisschen dran und ernteten von der anderen Seite ein verschlafenes, sich beschwerendes „hey“. Also schön, der Raum wird wohl noch immer wie vor den Ferien bewohnt. Spitze, fängt gut an, das Ganze.

Also doch erstmal wieder in unseren Arbeitsraum. Spitze! Schön, wieder da zu sein. Im Arbeitsraum stellten wir dann fest, dass die Kakerlaken und Schaben dort (irgendwie weigert mein Verstand sich, diese beiden possierlichen Tierchen auseinanderhalten zu können, also nenne ich sie immer beide) wohl viele Babys bekommen haben. Folglich standen wir mitten im Getümmel von ca. 400 Krabbeltieren. Gibt doch nix Schöneres, als sein Nachtlager da aufzuschlagen, wo das Leben tobt.

In den vergangenen zwei Tagen haben wir uns dann gemeinsam mit unserer Organisation mit unserem Mentor und dem Schulleiter verbal gekloppt, um einen Schlafraum zu bekommen, damit wir endlich aus diesem Ameisenhaufen mit Steinwänden (issn Synonym, weil “Ameisenhaufen” gibt's, aber wie nennt man das, wenn viele Kakerlaken/Schaben/wie auch immer zusammen kommen?) raus kommen. Wir waren soweit, dass die Organisation gedroht hat, die Freiwilligen aus Maamba abzuziehen, wenn sich nicht zügigst was tut. Das hat wohl gesessen. Heute Nachmittag war es dann soweit. Thekla hat ihr Bett jetzt in einem der Räume, die wir eigentlich kriegen sollten. Der andere Schlafraum soll bis zum 30. auch frei sein. Wir sind gespannt. Bis dahin bleibe ich auf jeden Fall im Kakerlakenkerker. Nur die Harten kommen in den Garten!

Als ihre Sachen dann hier raus waren, konnten wir auch anfangen, Kammerjäger zu spielen. Nur blöd, wenn man keine Ahnung hat, mit wem oder was man sich hier anlegt. Alles, aber auch wirklich ALLES war voll mit Tieren, Eiern und Käferexkrementen. Die Lebensmittel, die Klamotten, die Kinderspielsachen... In einem Anfall von Wahnsinn haben wir alles zerkloppt, was irgendwie krabbelte und noch dazu haben wir so mit Insektenspray geräuchert, dass wir zwischenzeitlich Sternchen vor Augen hatten. Am Telefon sagte man mir dann, dass Zerkloppen wohl nicht die beste Idee ist, weil die Viecher Eier im Bauch haben, die man beim Kaputthauen nur verteilt. Naja, wir werden sehen, was hier in ein paar Tagen alles schlüpft...

Der vorläufige Endgegner dieser Vernichtungsaktion war allerdings das Bad, wo die Insekten schon zu einer so beträchtlichen Größe herangewachsen waren, die wir beim besten Willen nicht zerhauen konnten. Also ausräuchern... Hat gut geklappt! Das Ergebnis seht ihr hier:

Und jetzt liegen wir hier, jeder in seinem eigenen Bett, in seinem eigenen Zimmer und fühlen uns ganz komisch... Das erste mal seit vier Monaten schlafen wir mehr als zwei Meter voneinander getrennt. Ich fühl mich einsam!



In den letzten vier Tagen wurde unsere Frustrationstoleranz mal wieder schwer gefordert. Und manchmal sind wir ziemlich eingebrochen. Man verliert einfach den Mut. Und man fragt sich, wo der Sinn liegt, in dem was man tut, wenn einem immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Aber wenn der eine abknickt, ist der andere immer da. Ich kann mir hier keine bessere Partner als Thekla wünschen. Das ist mir heute wieder schwer aufgefallen. Ich hoffe, es bleibt so, dass wir uns so gut ergänzen.

Und was den Ärger immer wieder mildert sind die Kinder. Vom ersten Tag an, den wir wieder da waren, machen sie uns deutlich, warum wir eigentlich hier sind. Wir haben uns wohl alle schwer vermisst und die neuen Kinder sind auch echt der Knaller. Es ist schön, wieder hier zu sein!

Zu allem Überfluss hat auch hier der Regen eingesetzt und zeigt seine Spuren viel deutlicher als in Lusaka. Unsere Zugangsbrücke nach Maamba “City” ist seit Dienstag Mittag, also zum Glück dem Tag NACH unserer Rückkehr, geflutet. Man kann zwar noch drüber, muss dann aber die Schuhe ausziehen und durch fast kniehohes, braunes Stinkewasser laufen. Und das sollte man eigentlich eher lassen, wie uns (natürlich erst NACH erfolgreicher Überquerung) gesagt wurde, da sich doch manchmal Krokodile im Fluss aufhalten. Ok, also nehmen wir nächstes Mal wohl doch den Umweg durch den Compound...

Der Regen hier ist eine lustige Sache. Typische Situation: Wir wollen mal eben zum Markt. Schirm mitnehmen (den wir uns extra in Lusaka für die Regenzeit zugelegt haben)? Nee, Sonne scheint doch. Also geht man los, zehn Minuten später wird es dunkel am Himmel und noch bevor man sich untergestellt hat, ist man bis auf die Haut durchnässt. Das läuft wie auf Knopfdruck. Inzwischen wurden wir zweimal vom Regen voll erwischt, was zur Folge hatte, dass wir beim ersten Mal unterwegs dann noch einen Schirm gekauft haben (den wir dann beim nächsten Mal natürlich AUCH wieder nicht dabei hatten), und beim zweiten Mal einfach drauf gepfiffen haben und kladdernass geworden sind. Nicht, dass wir mal draus lernen würden... Ach watt!

06.02.2011

Schon wieder ein neuer Monat angebrochen! Und bei euch ist bald schon Karneval. Das Theater für diese Saison ist vorbei und das Jahr rennt weiter davon. Es ist immer noch so, dass wir hier nicht so recht fassen können, wie das Leben in Deutschland einfach ohne uns weiter läuft. Das klingt jetzt so traurig, ist aber gar nicht so gemeint. Es ist einfach so irreal. Es kommt mir so vor, als würde ich nur einen übermäßig langen Sommer erleben und der Winter kommt noch. Und alles andere auch, was in so einem Jahr für gewöhnlich passiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass genau das aber zu Hause alles passiert, nur eben ohne mich. Vielleicht ist das aber auch gut so, dass ich mir das nicht vorstellen kann. Das ist wohl der beste Weg, damit klarzukommen. Zumindest für mich persönlich.



In den vergangenen Tagen ist also viel passiert. Ach, bevor ich es vergesse: Die Regenzeit lässt das Zain-Netz ziemlich instabil werden, sodass ich über meine alte Nummer oft tagelang nicht erreichbar bin. Darum hab ich mir eine MTN-Simkarte besorgt. Ich bin also entweder unter meiner bekannten Nummer oder unter

00260963351085

zu erreichen.

An unserer Wohnsituation hat sich wieder mal etwas getan und wir sind mehr oder weniger zufrieden (“Living in Zambia”>”Haus”).

Unser Arbeitsplatz entwickelt sich jeden Tag ein bisschen mehr und erfüllt uns mit Stolz und Freude (“Das Projekt”). Durch unsere momentane Tätigkeit habe ich auch langsam endlich eine Ahnung, wie meine Emma hier zum Einsatz kommen kann. Hierzu möchte ich aber noch nichts näheres sagen, solange ich nicht sicher Bescheid weiß. Also heißt es abwarten. Ich werde euch aber so bald wie möglich informieren, versprochen!

Tja, und sonst? … Die Verwahrlosung nimmt so langsam ihren Lauf. Hierzu nähere Ausführungen unter “Living in Zambia”>”Hygiene”.

Hah! Und eh ich`s vergesse: Es hat sich etwas zugetragen... Infos unter “Living in Zambia”>”Viecher”.

Ihr seht, hier ist immer noch alles in Bewegung. Jeder Tag ist irgendwie auf seine Weise toll/spannend/aufregend/sonst wie besonders, also genauso, wie ihr es euch für mich gewünscht habt!

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Fr

07

Jan

2011

Da swingt sie, die Kleine...

Hallo nochmal!

Kurze Erklärung zu Bastis Kommentar:

Ja, es hat mich erwischt! Ich bin krank. Ich nenn es jetzt mal Magen-Darm... Mit Zitter und Schwindel, Bauchschmerzen... Wird wohl ne kleine Lebensmittelvergiftung sein, da die Madame ja auf dem Heimweg von Malawi alles am Straßenrand gekauft hat, was die angeboten haben; Samosas, Fritas, gekochte Eier... Also alles, wovor unsere Organisation uns gewarnt hat... Schön, also selber schuld. Und wer nicht einmal ordentlich durchfallkrank war, der war nicht in Sambia! Was für ein Reim. Ich lebe noch, also macht euch keine Sorgen. Der Höhepunkt ist glaub ich auch gestern gewesen, mir gehts schon besser.

 

Schön, dass ihr meine Einträge alle so witzig findet. Es war ein spaßiger Urlaub!

 

So, und nachdem ich seit einem Monat vergeblich versuche, mein Video vom Gorge Swing in Livingstone bei youtube hochzuladen, hab ich es jetzt bei Dropbox hochgeladen. Hier der zugehörige Link für alle, die es sehen wollen:

 

http://dl.dropbox.com/u/16637509/MVI_0463.MOV

 

Bin ich cool? Bin ich cool???

 

Viel Spaß beim Gucken!

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Mi

05

Jan

2011

Back in Zambia!

So, da bin ich also wieder. Zurück in vertrauten Landen... Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Weihnachts- und Silvesterzeit. Ich werde jetzt bis Sonntag Abend erstmal in Lusaka sein, also auch über Skype erreichbar sein... Dann fängt mein Zwischenseminar an und ich bin erstmal wieder weg vom Fenster, weil wir leider nicht in Lusaka bleiben werden...

 

Die letzte Nacht habe ich genutzt, um auch die letzten Malawibilder zu ordnen (insgesamt waren es 1143 Bilder!) und unter "Weihnachtsferien"> "Malawi" > "Cape Maclear" hochzuladen. Außerdem sind ein paar Kleinigkeiten in der Galerie dazugekommen.

 

Mein Handy funktioniert auch wieder, es musste sich wohl nur ein paar Tage von dem Schrecken auf dem Pickup erholen... Also erreicht man mich jetzt wieder unter meiner sambischen Handynummer, die ihr auch unter "Impressum" findet. Ich wünsch euch einen guten Start im neuen Jahr und dass ihr all eure Vorsätze einhaltet!

 

Und wisst ihr, was das Tollste ist??? DIESES Jahr komm ich wieder nach Hause!

 

Kurz noch etwas in eigener Sache:

Fabi: Herzlichen Glückwunsch nachträglich.

Beccy: Alles Gute rechtzeitig!

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Fr

31

Dez

2010

Malawiiiiiiiiiiii!!!!

Was soll man dazu sagen. Merry Christmas, gehabt zu haben... Unsere Weihnachtstour war der blanke Wahnsinn. Wahnsinnsweihnachten und -silvester in Wahnsinnsumgebung am Wahnsinnssee mit 'ner Wahnsinnstruppe. Es war schon komisch, zu Hause sitzen alle im Schnee und frieren sich den Hintern ab und wir gehen schön im Trägerkleidchen zum Essen an den Strand... Ein komisches Weihnachten. Auf eigenartige Weise auch ein einsames Weihnachten. Ohne all meine daheimgebliebenen Lieben, aber mit vielen neuen Lieben, mit denen es toll war, die mir aber doch ein Weihnachten zu Hause nicht ersetzen können.

 

!!! Wichtige Mitteilung: Mein Handy hat die Pickup-Fahrt nach Cape Maclear nicht überlebt, deswegen bin ich zurzeit nicht erreichbar über Handy! Also bitte nicht verzweifelt versuchen, mir einen guten Rutsch zu wünschen, das frustriert euch nur. Ab Dienstagabend bin ich wieder in Lusaka und unter meiner sambischen Handynummer 00260979363335 erreichbar.

 

Mehr zu unserem Malawi-Trip unter "Weihnachtsferien"> "Malawi". Ein unbeschreibliches Weihnachten. Unersetzlich. Unvergesslich. Unbeschreiblich. Ein Weihnachten, das ich nächstes Jahr bestimmt vermissen werde. Aber dieses Jahr hab ich euch vermisst, Leute!

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Do

23

Dez

2010

Blitznachricht!

Hallo Freunde!

Ganz schnell: Ich bin gestern Abend gut in Malawi und auch gut im Landesbüro unserer Organisation angekommen. Morgen gehts dann morgens hoch an den See.

 

Um blöden Fragen vorzubeugen: Nein, Malawi liegt NICHT in Sambia, sondern östlich daneben. Ich hab hier eine andere Handynummer:

 

00265991473593

 

Ich weiß nicht, wie es da mit Billigvorwahlen aussieht. Die müsst ihr euch im Internet besorgen.

 

Machts gut, bis nach den Ferien. Ich wünsch euch frohe Weihnachten.

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Sa

18

Dez

2010

Noch sechs Tage!

Ich bin jetzt seit einiger Zeit in Lusaka. Ich fühle mich hier fast schon zu Hause. Heute hab ich auch tatsächlich die letzten Bilder und Texte hier online gestellt. Mal wieder ist fast jede Kategorie aktualisiert. Also stöbert mal schön. Tipp: Unter "Aktuelles" seht ihr, was wann neu reingestellt wurde...

Der erste Zwischenbericht ist geschrieben. Einige von euch konnte ich bei Skype auch schon wiedersehen. Wie ich höre kommen so langsam auch meine Postkarten und Briefe zu Weihnachten an. Herzlichen Glückwunsch an alle, die Briefe bekommen haben. Denn leider haben sich bei den Postkarten die Texte von den Fotos gelöst, die auf die Rückseite geklebt waren, und ihr bekommt jetzt nur die blanken Blätter. Mann, Mann, Mann, das ärgert mich! Seid euch sicher: Wären sie noch ganz, wären sie schön... Naja, nächstes Mal...

Am Montag musste ich nochmal eben spontan nach Maamba fahren, weil wir etwas vergessen hatten. Meine erste Fahrt alleine durch Sambia. Montag um drei nachmittags losgefahren, abends um elf in Maamba angekommen, morgens um sechs wieder los und um eins in Lusaka gelandet. 15 Stunden Busfahrt! Das war schon komisch. Das erste Mal ohne meinen siamesischen Zwilling. Man wird schon anders behandelt, wenn man alleine ist. Und man fühlt sich unsicherer. Und man hat viel mehr Zeit zum Nachdenken.

Und ich habe nachgedacht. Während man durch die Landschaft hier fährt, hat man doch so allerhand Zeugs, das einem durch den Kopf geht. Und ich muss sagen:

 

Ich bin gerne hier.

 

Ich glaub, das hab ich noch nie so klar gesagt, seit ich hier bin. Ja, manchmal geh ich an meine Grenzen. Viel öfter, als ich es zu Hause gemacht hab. Viel riskanter, als ich es mir zugetraut hätte. Ja, manchmal laufen die Dinge hier nicht nur super. Ich hatte Phasen, da war mir zum Heulen zumute und ich hab euch erst geschrieben und gebloggt, als ich selbst wieder drüber lachen konnte. Und das konnte ich immer wieder.

 

Viele Dinge in meinem Leben betrachte ich schon jetzt anders. Vieles hat mich verändert, hat auch mein Selbstbild verändert. Hat meinen Umgang mit anderen verändert. Hat mich genötigt, mir manchmal Gedanken zu machen, wie ich auf andere wirke. Hier ein kurzer Dank an Hannah, die mir während meiner Ausbildung gezeigt hat, wie wichtig das ist. Huhu, Hannah!

 

Aber ich bin gern hier. Ich liebe die Landschaft, auch wenn sie im Moment verschlammt ist. Ich liebe die Leute, obwohl ich manchmal nur ungläubig oder wütend den Kopf schütteln kann. Ich liebe die Tierwelt, obwohl das An-Mir-Rum-Gekrabbel mich in den Wahnsinn treibt. Ich liebe meine Lebensumstände, auch wenn ich hier vieles nicht habe.

 

Das klingt, als würden sich die Befürchtungen von Einigen von euch bewahrheiten. Aber nein, ich will nicht für immer hier bleiben. Ich denke, Vieles finde ich nur so toll, weil ich weiß, in einem Jahr hab ich wieder alles, was ich hier vermisse und hab alle Menschen wieder, die mir hier fehlen. Und ihr fehlt mir. Unglaublich sogar. Aber das erste Viertel ist rum. Das Schlimmste; Abschied. Dutzende Abschiede, um genauer zu sein. Schmerzhaft in die Länge gezogene Abschiede. Geburtstage. Der eigene Geburtstag. Papas Geburtstag. Omas Geburtstag. Weihnachtszeit.

 

Vieles, was aber auch noch kommt und bestimmt ganz schlimm sein wird; Romantische Weihnachten. Herrgott, in sechs Tagen ist es soweit und ich hab noch nicht EINEN Spekulatiuskeks gegessen! Silvester. Winterberg. Ostern. Didina, deine Hochzeit! Chantal, die Geburt deines kleinen Zwergs. Amelies erster Freund, denn der lässt im Kindergarten bestimmt nicht lange auf sich warten. Hausbauten (Flo, ich setz große Erwartungen in dich!). Und all die Geburtstage, die noch kommen. Flo, dein dreißigster! Vieles, was sich auch nicht nachholen lässt, wenn ich wieder da bin. Aber wir haben die erste Hürde geschafft...

 

Den Rest schaffen wir auch.

 

Wir alle.

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Sa

11

Dez

2010

Advent

Ja, hallo mal wieder!


Da ist es wohl soweit: Der Advent ist da. Wir können's noch immer nicht wirklich glauben. Hier ist alles grün und von Weihnachtsdeko nix zu sehen. Wenn es nicht grad regnet, ist es hier immer noch ordentlich warm. Allerdings gibt es inzwischen auch Tage wie im deutschen Oktober, ungemütlich, nass und kühl (ca 20°C), also höchste Zeit, Socken anzuziehen. Bah, kalt!

Wie ich schon gehört und vereinzelt beim Skypen gesehen hab, hat es bei euch schon fleißig geschneit und die Weihnachtszeit zeigt sich von ihrer besten Seite. Ich bin bald durchgedreht, als ich die weißen Bilder aus der Heimat gesehen hab! Danke dafür!


Theklas Familie hat sich extra Mühe gegeben, uns die Adventszeit nicht vergessen zu lassen. Wir haben einen kleinen Adventskalender, bei dem sich hinter jedem Türchen ein Engelsbild versteckt und die wir abwechselnd aufmachen. Ich habs ja nicht so mit Engeln, aber der Kalender bringt uns Weihnachten und damit euch ein bisschen näher.

Die Zeit seit meinem letzten Eintrag war wieder mal sehr ereignisreich.
Am Dienstag, nachdem ich aus Choma geschrieben hab, bekamen wir Praxisbesuch von unserer Organisation und damit kam noch mehr Trubel; Sie brachten eine andere Freiwillige mit, die in ihrem Projekt große Probleme hatte und es deswegen in unserem probieren sollte.
An sich wäre das ja kein großer Trubel, müsste da nicht wieder mal die Schlaffrage geklärt werden. Zu dritt hätten wir definitiv nicht in unseren Arbeitsraum gepasst. Also wir schon, aber die Betten nicht, also mussten wir mal wieder zum Schlafen umziehen, und zwar in einen Klassenraum. Die nächsten anderthalb Wochen mussten wir jeden Abend die Schulbänke zur Seite rücken, die Betten beziehen, haben um fünf Uhr morgens die ersten irritierten Kinder im Raum stehen gehabt, haben dann unsere Sachen zusammengerafft, die Betten aufeinander gestapelt und die Schulbänke zurecht gerückt, damit die Kinder den Raum wieder zum normalen Schulalltag nutzen konnten. In unserem Arbeitsraum haben wir dann allen Kram auf den Boden geschmissen, damit wir auf irgendwas sitzen konnten. Und das Tollste an dem Klassenraum: Sein Fenster lag direkt am Gang zum Essensraum, also sind zu jeder Tageszeit Kinder sämtlicher Geräuscharten am Fenster vorbeigegangen, gerannt, haben geheult, geprügelt, gelacht oder einfach mal schnell Hallo (oder eben "Häbäbäbäbä") gesagt.  Privatsphäre hatten wir in dieser Zeit also gleich Null. Aber wir wollten es ja so.


Wir leben also immer noch in der Schule und finden es trotzdem noch alles toll. Unser Haus bekommt uns nur noch bei Gastauftritten zu sehen. Leider haben wir ein bisschen Liebeskummer, weil wir keine Plauderstündchen mehr mit unserem Hausfrosch führen können und ihn doch sehr vermissen. Wir hoffen, er kommt klar ohne uns.


Unser Weihnachtsbacken war ein großer Erfolg, wie ihr auf den Bildern unter "Das Projekt" sehen könnt.
Auch die anschließende Weihnachts- und zeitgleich Abschiedsparty für unser Ältesten war toll. Sehr unsambisch und sieben Stunden am Stück ausgelassenstes Tanzen mit den Kleinen und auch den Großen. Die können ja vielleicht tanzen, mein lieber Herr Gesangsverein! Das Ganze war ein super Jahresabschluss für die Kids, ein sauberer Abschluss unseres Backens und auch für uns ein guter Start in die Ferien.


Ja, und dann waren eigentlich auch schon Ferien. Unsere erste Tour brachte uns nach Monze, wie geplant zur "Holy Family". Wir waren total überfordert von all dem Platz. Ein ganzes Haus, nur für uns! Mit echtem Herd und einem Wohnzimmer. Und einem Zimmer, wo die Betten drin stehen und sogar den ganzen Tag über drin stehen bleiben können!


Unsere "Reha-Schulung" war nicht so richtig das Wahre, weil auch hier zu Beginn der Ferien nicht mehr soooo viel abging. Trotzdem konnten wir uns in die Physiotherapiegruppe der Kinder mit reinsetzen und uns einige Handgriffe abgucken. Das Tolle bei der Family ist, dass die Therapeuten selbst alle Sambier sind, die dann in die Villages und Schulen gehen und den Familien erklären, wie wichtig Förderung ist und dann Übungen zeigen, die die Eltern mit den Kindern Machen sollen. Außerdem gehen solche Therapeuten in Schulen wie unsere und versuchen, die Einstellung des Personals zu ändern. Sie sagen den Hauseltern, dass sie sich aufraffen und mit anpacken müssen. Genau solche Leute bräuchten wir in Maamba, damit sich etwas tut. Darüber haben wir auch mit den Physios von der Family gesprochen. Die sind der gleichen Meinung wie wir und möchten sich mit dem Krankenhaus von Maamba in Verbindung setzen. Da gibt es nämlich einen Physiotherapeuten und wir hoffen, dass wir es irgendwie hinkriegen, dass der so ungefähr einmal im Monat an die Schule kommt und die Hauseltern zur Förderung animiert kriegt.


Und dann ging es eigentlich auch schon nach Livingstone. Dazu brauch ich gar nix zu schreiben hier. Schaut euch einfach "Weihnachtsferien"> "Livingstone und lasst Bilder sprechen!


Ja, und seit Donnerstag sind wir jetzt in Lusaka und verbringen ungefähr zwanzig Stunden des Tages im Internet und skypen, bis uns die Ohren bluten.

 


Wir haben uns übrigens entschieden, nächste Woche nicht nach Siavonga zu fahren wie geplant. Der Plan war ja, mit Zelt nach Siavonga zu fahren und am Strand vom Lake Kariba schön abzuhängen. Blöd nur, wenn das Wetter sich aber entscheidet, die ganze nächste Woche kacke zu sein. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Also werden wir die nächste Woche wohl bei anderen Freiwilligen sein und uns deren Projekte ansehen, bevor es dann am Montag vor Weihnachten nach Malawi geht.

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Sa

13

Nov

2010

Turbulente Zeiten

Da wären wir also, wieder mal in Choma. Die letzten Tage waren ganz schön aufregend und wir können uns inzwischen ganz verdient auf unserer Ferien freuen. Vieles ist passiert. Zum einen hat der Regen eingesetzt, noch während unserem letzten Tag in Lusaka. Und der Regen ist hier “aber hallo!”, würd ich mal sagen. Und für alle, die sich fragen, ob es hier dann auch gewittert oder nur regnet: ja, es gewittert. Mit Blitz und Donner und so...

 

Der Heimweg nach Maamba war merkwürdig. Schon an der Busstation von Lusaka hatten wir das Gefühl, wir sind alte Hasen inzwischen. Die ganzen Leute, die einen anschreien, ängstigen einen nicht mehr und man weiß inzwischen, wie man mit Bettlern und Verkäufern umgehen muss. Verrückt, zwei Monate machen echt viel aus.

 

Ja, und dann setzte der Bus sich in Bewegung. Es war ein komischer Anblick. Man fuhr direkt in den Weltuntergang. Überall Seen auf der Straße, schon nach einer Nacht mit Regen. Wir haben angefangen, uns Sorgen zu machen, ob wir, wenn jetzt schon alles überschwemmt ist, in den Ferien wirklich auf Reisen gehen können oder die Straßen einfach komplett geflutet sind. Naja, wir werden sehen... Irgendwie war es auch nicht grad beruhigend, dass die sambischen Fahrgäste bei jeder etwas stärkeren Bremsung  relativ sensationsgeil die Hälse gereckt haben, um zu sehen, ob da vorne auf der Straße irgendwas Spannendes passiert ist. Nun denn, aber es ist nichts Spannendes passiert, also sind wir irgendwann gegen halb zwölf nachts in Maamba angekommen.

 

Hier war der Regen noch nicht angekommen und wir wurden  ungläubig angesehen, als wir vom Beginn der Regenzeit in Lusaka erzählt haben. Naja, am nächsten Tag haben sie dann gesehen, was sie davon hatten. Dann ging es hier nämlich auch los, und zwar nicht zu knapp. Schon nach der ersten Nacht hat der Regen die kleine Brücke, über die wir immer zum Markt gehen, überspült. Als es dann aber den nächsten Tag nicht geregnet hat, lag auch die Brücke schnell wieder trocken. Seitdem regnet es alle drei vier Tage mal, vorzugsweise in der Nacht oder nachmittags. Wenn man Glück hat, kühlt es sich dann auch mal etwas ab. Die restliche Zeit des Tages wird es dafür aber im Gegenzug immer noch viel heißer als vor der Regenzeit. Durch die Schwüle und hohe Luftfeuchtigkeit schwitzt man sich also ziemlich ziemlich kaputt, vor allem nachts. Die stete Feuchtigkeit führt in meinem speziellen Fall dazu, dass meine Neurodermitis sich zeitweise ziemlich schmerzhaft präsentiert, vor allem an Hals und Nacken, oft auch den Unterarmen. Aber I will survive!

 

Und sonst? Wir organisieren unsere Tätigkeit hier so langsam immer mehr durch. Nach unserer Heimkehr von Lusaka mussten wir mal wieder umziehen, diesmal in den Nebenraum. Man kommt sich doch manchmal irgendwie veräppelt vor... Also wieder all unsere Sachen einrichten, unsere Bilder aufhängen, Arbeitsatmosphäre schaffen. Das ist uns ziemlich gut gelungen. Unser Raum sah nach der Aktion ganz schön super aus. Ich glaub, unsere Vorgänger wären neidisch geworden. An dieser Stelle mal ganz liebe Grüße an Sandra und Johannes und Steffi und Anne, die nach und nach diese wundervolle Homepage entdeckt haben und gespannt ein wachendes Auge darauf haben, wie wir ihre Werke weiterführen. Macht euch keine Sorgen, we’ll do our very best!

 

Der Raum ist für die Kinder DIE Attraktion. Sobald wir die Tür öffnen, stehen Kinder davor und wollen in unser kleines Paradies. Wir versuchen, den Kindern so oft es geht, die

Möglichkeit zu geben, ein paar ruhige Minuten in dem Raum zu verbringen. Wenn nur drei/vier Kinder drin sind, geht das auch ganz gut. Es ist schön zu sehen, wenn sich zwei Kinder zum Beispiel die Zeit nehmen, zusammen in unserem Raum Memory zu spielen oder ein Buch anzusehen. Die Hauptattraktion ist allerdings “Zambi”, ein gespendeter mechanischer Kuscheltier-Elefant, der “töröööö!” macht, den Rüssel hebt und einem Küsschen gibt. Er ist allseits beliebt, bei den ganz Kleinen, den Großen, den Blinden, den Gehörlosen, den geistig Behinderten, den Schülern und den Lehrern. Ist schon witzig, wenn drei erwachsene Männer der Versuchung nicht widerstehen können, “Zambi’s” Rücken zu drücken und sich dann bekichern, genauso wie unsere ganz Kleinen.

 

Außerdem haben wir inzwischen ein Plakat erstellt, auf dem ersichtlich wird, an welchem Tag wir was machen, damit alle Bescheid wissen. Dieser Plan hängt vor unserem Raum und alle Kinder empfinden es als Mordssport, auf die Einhaltung des Planes zu achten. Neu am Freizeitangebot, verglichen mit letztem Jahr ist nur die “ladies night” freitags und der “boys club” samstags. An diesen Tag hat das andere Geschlecht nix im Gemeinschaftsraum zu suchen. Na, das ist ein Spaß, kann ich euch sagen! Das Spannendste daran ist die Einhaltung der Regel. In der Zeit können die jeweiligen Schüler ohne den Druck der anderen entscheiden, was sie gern tun möchten. Vor allem für die großen Mädels ist das was sehr Tolles, da die leider oft untergehen. Das fehlte uns irgendwie im Programm, deswegen haben wir es eingeführt. Und sie lieben es. Vor allem jetzt, wo alle beginnen, es zu verstehen. Alle genießen es, mal einen Abend das Gefühl der Sonderstellung und Ruhe vor den anderen zu haben.

 

Und wir haben mit Theresa von der “Holy Family” gesprochen. Jetzt ist es fest: vom 29.11.-3.12., zu Beginn der Ferien, fahren wir nach Monze zur “family”, um so etwas in der Art Kurzzeitpraktikum zu machen, in dem wir uns ein paar physiotherapeutische Anwendungen angucken wollen, mit denen wir dann unsere Schüler noch besser fördern können.

Außerdem läuft morgen unser Weihnachts-Backen an. Eine gute Woche Plätzchen backen mit Schülern in Kleingruppen nachmittags. Wir sind gespannt, was das gibt. Ihr werdet es erfahren... Die weiblichen Lehrer sind so neugierig, dass sie uns auch noch bekniet haben, also gibt es auch noch eine Einheit “deutsches Plätzchen backen” mit den Lehrerinnen.

Jaaaa, und damit komme ich zum Höhepunkt meines heutigen Blogeintrags: Es war vorigen Dienstag, der 9.11. Wir wollten mittags zum Markt, um anzufangen, für das Backen einzukaufen. Nach ca. dreißig Minuten kehrten wir vom Markt zurück und haben festgestellt, dass just in diesen dreißig Minuten bei uns eingebrochen wurde (naja, beziehungsweise unser Küchenfenster aufgeschoben wurde, das wir nicht abschließen können, weil es immer noch kaputt ist) und Theklas Laptop, ihre Cam, eine Taschenlampe und mein Leatherman geklaut wurden. Naja, endloses Hin und Her mit der Polizei, verängstigte Nächte und die Entscheidung, unser Haus zu verlassen und in die Schule zu ziehen, folgten. Die Sachen wurden gefunden, der Täter gefasst und uns gegenübergestellt. Er war unser Nachbar, gerade mal 18 Jahre alt. Die Tage waren schlimm, die Nächte noch viel schlimmer. Denn egal, ob gefasst oder nicht, man fühlt sich kacke, wenn man weiß, wie leicht man in unser Haus kommen kann. Also haben wir uns überlegt, trotz der Bemühungen unserer Vorgänger, eine Unterkunft außerhalb der Schule zu finden, unser Haus, das wir inzwischen liebevoll die Pappschachtel nennen, weil es ungefähr den gleichen Grad an Sicherheit hat (wir haben uns gefühlt wie zwei der drei kleinen Schweinchen, die immer nur auf den bösen Wolf warten und darauf, dass er ihr Haus umpustet), für immer zu verlassen. Also sind wir vorgestern in einer 20-Minuten-Aktion mit der tatkräftigen Unterstützung unserer großen Schüler zu Fuß mit Sack und Pack durch Maamba in die Schule gezogen.

 

Naja, diesmal haben wir selbst für die Verwüstung unseres Arbeitsraumes gesorgt, den der muss uns jetzt als Schlafzimmer dienen. Wir hoffen, dass sich in den nächsten Tagen noch ein bisschen was an unserer Wohnsituation ändert, denn jetzt schlafen wir zu zweit zwischen  Schulbänken, Legokisten, Therapieliegen und Schaben. Tja, da seht ihr mal, back to the roots... Trotzdem ist es für uns sowas wie nach Hause kommen. Die Schüler haben uns so liebevoll empfangen und uns bekräftigt in der Entscheidung, in die Schule zu kommen... Und es gibt einen guard in der Nacht. Und eine Mauer drumherum. Wir fühlen uns einfach besser. Wir machen uns weniger Sorgen, genauso wie die Schüler, Lehrer und ihr wahrscheinlich auch. Klar wird das bestimmt mal hart werden, so ganz ohne Abstand und mit dem ständigen Geräuschpegel. Aber härter als unsere vergangene Woche wohl nicht.

 

Also, ihr könnt es ja lesen: We are still alive. Naja, dann werden wir es wohl mindestens bis Weihnachten auch noch weiter überleben ;-) Dieses Fest werden wir jetzt wohl ziemlich sicher in Malawi am See im Kreise anderer Freiwilliger in einer Backpackerlodge verbringen, ein nettes Trüppchen von ca. zehn Leuten. Also fast wie zu Hause. Naja, fast... Falls ich es vorher nicht mehr schaffe zu bloggen oder ihr es nicht mehr schafft, meinen nächsten Eintrag zu lesen, wünsche ich euch jetzt schon mal fröhliche und für mich noch ziemlich unvorstellbare Weihnachten und einen guten Rutsch!

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Fr

29

Okt

2010

Ich lebe!

Ja, da bin ich, wieder in der Hauptstadt, inzwischen seit zwei Tagen, hatte es aber bis jetzt nicht geschafft, zu bloggen. Stattdessen habe ich einige Bilder reingesetzt und Thementexte geschrieben. Klickt euch einfach mal durch die Homepage, denn fast jede Kategorie ist aktualisiert worden.

 

So, meine letzten zwei Wochen:

 

Kaum zu glauben, dass seit meinem letzten Eintrag schon wieder mehr als zwei Wochen vergangen sind. Andererseits hat man das Gefühl, schon Monate zu Hause weg zu sein.

 

Ich beginne also mit meinen weiteren Erzählungen einfach bei dem Tag, als ich in Choma meinen letzten Eintrag gemacht habe.

 

Als wir das Internetcafe nach zweieinhalb Stunden wieder verlassen haben, haben wir auf dem Weg zum Bus, der uns zurück nach Maamba bringen wollte noch einen wundervollen Fastfood-Schuppen gefunden, in dem wir natürlich auch prompt gegessen haben (siehe "Essen+Trinken").  Das wird unser Stammlokal, falls wir mal wieder in Choma sind.

 

Die Heimfahrt war ellenlang, so wie jede Fahrt mit dem Minibus. Es endet einfach nicht... Hier wird angehalten, dort wird gestoppt.  Hier was eingeladen, da was geguckt. Aber es endet halt nicht.

 

Am nächsten Tag war wieder mal Celebration, diesmal "Open day", Schulfeier mit vielen Auftritten und Schulkindern, die Stunden in der prallen Sonne verbringen.

Nachmittags merkte man das unseren Kindern auch echt an, sodass Harry einen epileptischen Anfall hatte und Wise tief und fest auf meinem Schoß eingepennt ist.

 

Allgemein hat man das Gefühl, als wären wir für die Kinder oft gute Kopfkissen, auf denen man prima entspannen kann. Auf mir Wise, auf Thekla an einem anderen Tag Harry und an noch einem anderen Tag Beene. Ich glaub, bei uns kriegt man die Ruhe, die man in den Schlafsälen selten bekommt.

 

Und am 16.10. war es dann soweit: Wir bekamen unseren Fridge, zwar ein gebrauchter und reparierter von der Kirche, aber egal! Also haben wir am nächsten Tag erstmal eine Menge Kühlwaren gekauft (Milch, Käse, Butter). Das erste Mal seit Wochen. Geil! Und endlich kaltes Wasser. Naja, leider hielt der Kühlschrank nicht so lange. Erst kühlte der Kühlschrank nicht mehr, jetzt ist auch die Tiefkühlung wieder aus. Naja, muss der wohl nochmal in die Reparatur, wenn wir aus Lusaka wieder zu Hause sind...

 

Am Tag danach stellten wir fest: Wir haben ein Monster im Garten. In der Hecke. Es raschelt. Und es klingt groß. Und ich glaube, ich hab seinen Kopf gesehen. Und es sah aus wie eine Schlange. Tage später zeigte es sich uns in voller Pracht und wir holten Erkundigungen ein: Es ist ein Monitor Lizzard, nicht soo gefährlich, aber schon irgendwie gruselig. Fotos unter "Living in Zambia" > "Tierchen".

 

Hier stellte sich auch erstmals sowas wie eine Krankheit ein: Stechender Kopfschmerz morgens, Halsschmerzen, Schnupfen, Husten. Wer hätte das gedacht, eine Erkältung bei 45 °C. Aber die ist auch ohne Medikation inzwischen wieder weg. Sowas kann man sich auch bei den Schulkindern ganz gut einfangen. Die haben nämlich alle im Moment Rotznasen und kleben ziemlich an uns.

 

Und abends die beunruhigende Frage: WO ist der Frosch? Jeden Tag bisher war er abends in der Küche, heute kam er einfach nicht. Wir machten uns Sorgen. Am Tag danach war er wieder da, von da an wieder täglich und die Welt war wieder in Ordnung. Bis heute hat er uns nicht verraten wollen, wo er sich am besagten Abend aufgehalten hat. Er schweigt beharrlich...

 

Am 20. haben wir erstmals Junia, der Freiwilligen von der Kirche, einen Besuch in ihrer Gastfamilie abgestattet. Und eine komische Stimmung lag in der Luft. Kommt etwa schon der Regen? Der Himmel sieht so aus... Aber er kam an dem Abend nicht. Er kam bis heute nicht. Aber es sieht so aus, als ließe er nicht mehr lange auf sich warten.

 

Der 22... Mein Geburtstag. Der Morgen war schon komisch. Außer Thekla wusste hier keiner von meinem Geburtstag. Ich wollte es auch nicht an die große Glocke hängen. Nachher müsste ich noch irgendwelche Fremden einladen oder so. Nee, das wollte ich nicht. Entweder mit euch oder gar nicht :-)

 

Also waren wir ganz normal in der Schule zur Einzelbetreuung und sind Nachmittags spontan mit den Referendaren aus Lusaka, die an dem Tag ihren Letzten hatten,  zum Lake Kariba gefahren und haben abends mit einer von ihnen Scones in der Schulküche gebacken, denn sie meinte "How do you Germans survive, when you don't know how to prepare scones and Nshima??" Und die Scones waren toll. Naja, ein Geburtstag der anderen Art. Der erste in meinem ganzen Leben ohne meine Familie... Schon crazy.

 

Der folgende Sonntag war "Independance day", ein sambischer Nationalfeiertag. Wir waren im Stadion, es wurde marschiert, getanzt, gesungen und gerappt, aber nach dem zehnten Beitrag reichte es auch und wir sind heimgegangen und haben uns unserer Reiseplanung gewidmet (s. "Unterwegs").

 

Für den nächsten Tag haben wir uns überlegt, wir machen mal was besonderes. Man hatte uns einen Tipp gegeben, dass der Sonnenaufgang besonders schön von einem Berg nahe Maamba aus zu beobachten wäre. Also sind wir um fünf Uhr losgestiefelt und es war echt nett. Nu blöd, dass wir den Weg nicht gefunden haben, der den Berg hochführte, also ging die Sonne auf, als im wahrsten Sinne des Wortes wir drei wie der Ochs vorm Berg standen. Aber es war schon. Danach sind wir mit einem Teil der Kirchen"jugend" nochmal an den Karibasee gefahren und hatten einen richtig schönen Tag mit Grillen, Hängematten mit Blick auf den See, Pool, Volleyball, Hausbootbesichtigung und einer Menge zu lachen. Fotos hierzu auch unter "Unterwegs".

 

Am 26. haben wir endlich wieder unseren Raum in der Schule bekommen, in dem in der letzten Zeit die Referendare einquartiert waren und konnten ihn endlich und endgültig für unsere Einzelstunden präparieren. Ich finde, er sieht passabel aus und wir freuen uns aufs arbeiten.

 

Dann ging es nach Lusaka und hier sind wir jetzt, genießen den Luxus der Großstadt und haben das Gefühl, wir leben seit einer Ewigkeit hier, und hierhin zu kommen, zum Center, ist ein bisschen wie nach Hause kommen.

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Di

12

Okt

2010

Und jetzt mal in Ruhe...

So, ihr Lieben, da bin ich also. Heute schreibe ich euch aus Choma. Dieses Mal mit mehr Ruhe, da ich den Text auf Theklas Laptop zu Hause vorgeschrieben hab.

Ich bin heute hier, um mein Visum und mein „work permit“ zu verlängern. Wir wollen ja nicht, dass ich hier nachher noch abgeschoben werde… Ja, darum bin ich hier. Außerdem können wir hier die Sachen fürs Haus besorgen, die uns noch fehlen und die man in Maamba nicht bekommt. Also nutze ich hier jetzt mal die Gunst der Stunde, um euch von meiner Ankunft und den ersten 2 ½ Wochen hier zu berichten.

 

Unsere Fahrt von Lusaka nach Maamba war schon das erste Erlebnis. Innocent, unser Mentor sollte mit Steffi, Thekla und mir nach Maamba fahren mit dem Reisebus. Wir haben also verabredet, dass wir uns um halb eins am Service Center treffen und dann mit dem Taxi zusammen zum Busbahnhof fahren, wo um zwei der Bus Richtung Maamba abfahren sollte. Als Innocent dann um viertel nach zwei im Center erschien, wurden wir doch so langsam nervös. Außerdem haben wir nicht zusammen mit unseren Koffern und allen Personen ins Taxi gepasst, also sagte er, er fährt einfach mit dem öffentlichen Bus bis zum Busbahnhof und wir treffen uns dann da. Naja, auch da erschien er dann nicht, sodass wir halt nur zu dritt mit dem Bus gefahren sind, aber auch gut.

 

Der Busbahnhof wirkt auf mich chaotisch. Alle wollen, dass man mit genau ihrem Bus irgendwo hinfährt und schreien einen an. Alte Frauen und kleine Kinder sitzen in den Ecken des Bahnhofs auf dem Boden. Der Bahnhof ist eigentlich nichts anderes als ein großer chaotischer, wimmelnder Platz, der sich nur durch eine Sache von den Märkten unterscheidet: Es stehen und fahren Busse zwischen den Verkaufsständen.

Die Frauen, die am Rand des Platzes Nshima in kleinen Hütten verkaufen, begegnen uns mit Neugierde, Freundlichkeit, und vor allem Respekt. Sie wollen, dass wir bei ihnen essen, aber wir müssen weiter.

 

Unser Gepäck wird unsanft unten in den Gepäckraum des Busses geschmissen, zimperlich sind die nicht! Naja, was soll’s, hab mir ja nicht umsonst vor Abreise noch den unkaputtbaren Superkoffer gekauft.

Im Bus kriegen wir Plätze zugeteilt Der Bus ist mit Dreierreihen ausgestattet, die in etwa so breit sind, wie die deutschen Zweierreihen im Bus. Vor Abfahrt, als es sich langsam füllt, steigen kurz Händler zu, die auf ihren Armen verschiedene Waren anbieten, z.B. Kekse, Obst, Kaltgetränke, Kämme, Parfüm, Perücken, Schmuck, CDs, Süßwaren und Sonnenbrillen. Auch die Händler versuchen ab und an, Geld oder Waren von uns zu erbetteln („I`m hungry, buy me some cakes.“), aber nicht auf eine mitleidssuchende Art, sondern eher nach dem Motto „na, man kann’s ja mal probieren“. Wenn man sich nicht erweichen lässt, ist einem auch niemand böse, es ist einfach ok.

 

Auf dem Weg nach Maamba wird deutlich: Wir verlassen die Stadt, wir kommen ins „real africa“. Endlose Landschaften. Siedlungen, in denen jeweils fünf sehr kleine strohgedeckte Hütten stehen, die von Großfamilien bewohnt werden. Einzelne Hütten, irgendwo im Nirgendwo. Feuer am Straßenrand. Eigenartige Gerüche, zum Teil nach verbranntem Müll. Ein roter Mond.

Menschen, die sich zu Fuß bewegen auf Straßen, wo weit und breit nichts ist. Diese Menschen sind mindestens seit 10 km durch das Nichts zu Fuß unterwegs und werden frühestens in 5 km wieder auf irgendwas stoßen.

 

Wo kommt ihr her und wo wollt ihr hin?

 

Die Frage habe ich mir in den letzten Tagen oft gestellt. Das Beeindruckende ist: Das gehört hier zum Tagesgeschäft. Kaum einer hat hier ein Auto. Noch lange nicht alle haben Geld für den Bus. Also muss man sich zu Fuß fortbewegen. Das gängige Bild sind Frauen, die einen Chitenge tragen, auf dem Rücken ein Bündel mit Baby (manchmal auch vorne, dann werden die Kinder auch ab und an noch beim Laufen gestillt), auf dem Kopf einen 30 kg-Sack Kohle oder riesig Körbe mit Waren und in den Händen auch noch irgendwas zu schleppen. Und da erzähl mir noch mal eine deutsche Frau was von Multi-Tasking!

 

Auf dem Weg überfahren wir viele Brücken. Diese, und teilweise weggeschwemmte Straßenabschnitte hinterlassen bei mir die mulmige Erwartung der Regenzeit. Denn dann weiß man nie, bis zu welcher Brücke man fahren kann und ob nicht eventuell ein Stück Straße weggeschwemmt wird, während man gerade darüberfährt. We`ll see…

 

In Maamba werden wir abends um halb zehn freudig empfangen von Hausmüttern und Schülern der Schule, die unsere 25 kg-Koffer auf ihre Köpfe hieven und den Berg hochschleppen. Wir fühlen uns schlecht, dass wir die Jungs so ackern lassen, aber sie lassen sich nicht helfen.

Freudestrahlend wird uns unser Haus präsentiert und, na ja, was soll ich sagen…

 

Es ist ein Haus.

 

Schnell lässt man uns alleine. Wir kriegen Angst. Bei genauerer Betrachtung ist es gruselig. Es wirkt ein bisschen wie ein Wohnwagen, es ist ein Haus auf Stelzen. Ein fieser, dreckiger, zerrissener alter Teppich auf dem Boden. Das Licht funktioniert nur in der Küche und meinem Schlafzimmer. Es ist extrem hellhörig. Man hat das Gefühl, als wäre da keine Wand zwischen drinnen und draußen. An manchen Stellen entspricht das auch der Realität. Das Küchenfenster hat kein Glas in sich, sondern eine pie mal Daumen rausgebrochene Pressspanplatte. Unter der Hintertür ist ein Spalt von ca. 15 cm, durch den alles rein und raus kann, was will. Löcher im Boden. Das ganze Hausmaterial erinnert irgendwie an ein Baumhaus aus Kindertagen. Hunde knurren vor dem Fenster. Sie sehen uns wohl noch nicht so recht als die neuen Hausherren an… na ja, die sind wohl zu groß, um durch die Spalten reinzukrabbeln… Ist doch auch schon mal was.

 

Zurzeit gibt’s kein Wasser, das ist immer der Fall von 21-4 Uhr und oft auch mal zwischendurch. Beim Strom lässt sich keine Regelmäßigkeit erkennen, der ist meistens da, aber manchmal eben auch mal ein paar Stunden nicht. Hier ist die Devise: Geduscht wird, wenn Wasser da ist, gekocht wird, wenn Strom da ist.

 

Wir versuchen, das Positive zu sehen. Naja, wir sind doch schon mal heil angekommen und wir hatten neue Matratzen. Zwar kein Kopfkissen, aber das sollte in den nächsten Tagen dann auch kommen. Wir einigen uns darauf, mal abzuwarten, wie das Ganze bei Tageslicht aussieht.

 

Das Tageslicht kam dann früher als erwartet. Hähne krähen, warum auch immer, hier schon ab zwölf Uhr nachts und mit dem Wasser, das wiederkam (und sich dann aber auch nicht mehr zudrehen ließ), meldete sich auch ab fünf die Pumpe, die ein ohrenbetäubendes Dröhnen von sich gab, bei dem wir Angst hatten, dass es ganz Maamba weckt.

Thekla hat dann noch mal versucht, den Hahn vom Waschbecken abzudrehen, was dazu führte, das irgendwie auf einmal der Deckel vom Klokasten wegflog. Naja, dann hat es uns gereicht und wir haben uns entschieden, uns auf den Weg zu machen, die Schule zu suchen. Lustig, in einer Chitonga-Stadt auf Englisch nach einer Schule zu suchen, und man weiß noch nicht mal die ungefähre Richtung…

 

Naja, wir haben sie gefunden und von da an hat alles einen guten Lauf genommen. Inzwischen haben wir uns eingelebt in Maamba. Ich lebe hier in einer sehr süßen und eher dorfähnlichen Kleinstadt. Man kennt uns inzwischen hier. Wir sind ziemlich am Anfang mit zwei Polizisten ins Gespräch gekommen. Die haben uns erzählt, dass Maamba immer ein Auge auf uns hat und auf uns aufpasst. Das ist was Gutes. Und wir glauben es. Alles in allem fühlt man sich hier sehr sicher, denn man weiß, man hat viele Freunde. Die Kirche. Die Polizei. Die Schule. Die Nachbarn. Die gefühlte Sicherheit konnte auch die undefinierbare, ungefähr ein Meter lange Echse vorgestern im Garten, die Schlange am Teacher`s Day, oder der Betrunkene, der uns inzwischen das dritte Mal angemacht hat, nicht erschüttern. Selbst abends können wir den Weg von der Schule zurück zu unserem Haus problemlos im Dunkeln laufen, ohne Angst haben zu müssen.

 

Wie Mama vorgestern schon mal kurz kommentiert hatte (`tschuldige, Mama, hab deinen Kommentar rausgenommen, weil ich es alles in allem doch selbst schreiben wollte, hatt ich dir doch am Telefon gesagt ;-D), mangelt es mir hier an nichts elementarem. Es gibt hier viele Markstände, kleine Läden und Kiosks, bei denen man sich grundsätzlich versorgen kann. Aber in einer Welt, die eigentlich nur von Porridge und Nshima lebt, läuft die Ernährung halt etwas anders ab… Die Öffnungszeiten dieser Läden hab ich noch nicht so ganz durchblickt, aber ich glaub, grundsätzlich haben sie einfach sieben Tage die Woche auf, können sich aber dann halt auch mal überlegen, zwischendurch aus irgendwelchen Gründen mal kurz zuzumachen.

 

Es ist aber nicht so, wie erwartet wird, dass man hier total viel tolles Obst und Gemüse essen kann. Also, das was man isst, ist schon toll, aber außer Äpfeln und Bananen und ab und an mal Orangen, hab ich hier noch kein besonderes Obst gesehen, und der Gemüsemarkt bietet Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln und pumpkin leaves. Ist jetzt also nicht sooo abwechslungsreich, aber ok.

 

Bissl blöd ist halt noch immer, dass wir keinen Kühlschrank haben (was sich aber vielleicht und hoffentlich noch diese Woche ändert, weil wir jetzt gerade hier in Choma das Ersatzteil für den alten Kühlschrank besorgt haben), wodurch wir uns bis jetzt halt von nix anderem ernähren als Reis oder Nudeln mit Tomaten, Zwiebeln und Ei und zum Frühstück Tee und ungetoasteten Toast mit Peanut butter und Apricot-Jam. Aber diese Peanut-Jam-Geschichte nervt mich auch inzwischen schon wieder, also ist es bei mir meistens trockener Toast.

 

Unseren ersten vergammelten Reis haben wir auch schon gegessen und überlebt.

 

Mit allen anderen Entbehrungen komme ich eigentlich klar

 

- dass man öfters Mal keinen Strom oder Wasser hat

 

- dass ich hier nix tragen kann, was erst über den Knien anfängt

 

- dass ich kein Internet habe

 

- keine Waschmaschine

 

- kein heißes, aber auch kein kaltes Wasser (ist halt immer so lauwarm) aus der Leitung, geschweige denn lecker trinkbar

 

- kein Duschen im Haus, aber dafür haben wir uns ja voll Robinson Crusoe-mäßig eine Außendusche gebaut (daraus folgt aber auch: Duschen nur im Dunkeln)

 

- quasi keine Privatsphäre, da immer Leute, Kinder, Erwachsene, Hunde, Katzen, Hühner oder Kühe durch unseren Garten marschieren oder wenigstens reingucken. Obwohl man sagen kann, dass die Neugierde der Nachbarn, sowohl Kinder wie auch Erwachsene, so langsam aber sicher nachlässt. Wer uns nach Geld oder anderen Gaben fragen wollte, hat es probiert, gesehen, dass es nichts bringt und jetzt ist eigentlich gut. Die Einzige, die immer wieder kommt, ist Naomi oder ihre Tochter Moka mit Hund Simba. Naomi hat den Garten am Hügel vor unserem Haus. Sie muss immer durch unseren Garten, um in ihren zu kommen und benutzt unseren Gartenschlauch zum Wässern, gibt uns dafür aber auch oft Gemüse, das sie geerntet hat.

 

- keine Stille (nienienienie, denn irgendwo läuft immer wenigstens Musik oder es singen welche…). Auch nicht, wenn man die Fenster zumacht

 

- Kein Fernseher oder Radio

 

Ja, das lässt sich eigentlich ganz gut verkraften. Und wir merken jetzt schon ganz stark, wie wir Dinge schätzen lernen, die wir nicht haben. Wir würden uns grad total über so was Blödes wie Cornflakes mit kalter Milch freuen. Oder Käse. Naja, aber damit müssen wir wohl noch eine Weile leben.

 

Das Haus ist inzwischen nahezu wohnlich. Der Teppich wurde rausgerissen (und zum Teil von Leuten geklaut oder nach Absprache mitgenommen, die ihn wohl noch für gut befunden haben), wir leben jetzt auf den blanken Holzpaneelen, aber das ist toll, die Lampen funktionieren, die Kochplatten konnten angeschlossen werden, wir haben die Bude geputzt, das Wasser im Bad lässt sich fast abstellen, die Hunde sind jetzt Freunde, die Fenster haben Fliegengitter (was inzwischen auch nötig ist, da hier täglich mehr Moskitos eintrudeln. Ich hab im Bad heute –weiß auch nicht, wie die es doch da rein geschafft haben. Vermutlich durch die nicht kleinen Ritzen im Boden- grob 30 gesehen), die Betten Moskitonetze, wir viel Insektensprühzeugs, die Schlafzimmer Schränke und wir unsere Fotos, Bilderrahmen und Abschiedsbriefe an den Wänden. Es ist schon fast gemütlich hier! Wir arbeiten auf jeden Fall dran…

 

Ein paar Eigenheiten des Lebens hier will ich euch natürlich auch nicht vorenthalten:

 

- zum einen sitzt jeden Tag nach Einbruch der Dunkelheit ein kleiner Frosch bei uns auf der Spüle. Wenn er nicht da ist, fangen wir an, uns Sorgen zu machen. Bis jetzt war er aber jeden Tag da ;-)

- wenn man hier bei einem dieser Läden/Kiosks/Stände etwas kauft, bekommt man es IMMER in mindestens eine Plastiktüte gepackt. Mama, Oma, Renate: Das wäre ein Paradies für euch! Der Verbrauch an Plastiktüten ist so enorm, wir wissen langsam nicht mehr, wohin mit den blöden Dingern

- Diese ewige Fragerei, die man in Deutschland als unverschämt bezeichnen würde „How are you?“, „What is your name?“ „Where are you going?“ von völlig Fremden

- Das lustige Englisch. Wer über sich selbst spricht, benennt sich selbst quasi doppelt „Us, we eat Nshima“, „Me, I feel fine“. Und es wird oft ein „i“ angehängt an Worte wie can`t(i), must(i), aunt(i)…

- die Tatsache, dass es den Bewohnern von Maamba wohl immer noch nicht warm genug ist. Man sieht hier die wildesten Kleiderkombis. Männer, die  dicke Wollmützen tragen, jetzt im Moment! Babys und kleine Kinder mit dicken Strumpfhosen und Jacken, eingewickelt in Decken, mit dicken Stricksocken an den Füßen. Wolldecken in den Betten. Fellbezüge auf Autositzen und Sofas. Wollpollunder. Manche Männer tragen mehrere lange Hemden oder Hosen übereinander. Und ich gehe ein in Trägertop und leichtem Rock...

- Die Ehrerbietung und der Respekt: Hier zollen die Jungen den Alten ein hohes Maß an Respekt, den auch ich mir versuche anzugewöhnen. Begrüßt man hier zum Beispiel eine der alten Marktfrauen, die da sitzen, kaum Zähne im Mund, und ihre spärlichen Waren anbieten von morgens bis abends (4Tomaten übrigens ca. 25 Cent zusammen), begrüßt man sie mit „Mwabuka buti, Mama“, verbeugt sich dabei leicht und klatscht in die Hände. Dieses von mir entgegengebrachte Respektzeichen wird wiederum mit Respekt der alten Dame belohnt, in dem sie mich genauso begrüßt. Das ist, finde ich, einfach eine wundervolle Sache!

 

Alles in allem muss ich sagen: Mein Leben hier ist toll. Mein sign language wird immer besser und wir können inzwischen echt schon quasi verständigen.

Meine weitere Einführung in Chitonga muss wohl noch warten, da wir mit unserem Englisch hier ganz gut zurechtkommen und in der Schule einfach sign language vorrangig ist. Und da haben wir echt schon eine Menge Vokabeln zu lernen. Chitonga ist dann unsere Kür, wenn wir den sign language-Pflichtteil draufhaben ;-) Aber es ist auch total toll, DAS zu lernen.

 

Gestern Abend war Jen bei uns! Jen ist eine der Hausmütter und zudem eine begnadete Schneiderin. Ich hab mir wunderschönen (wen wundert`s: pinkfarbenen) Chitenge gekauft, den sie mir für umgerechnet fünf Euro zu meinem maßgeschneiderten Dress gemacht hat. Das ist unglaublich. Und dann fragt sie noch, ob sie soviel von uns verlangen darf! Hier hat Geld echt einen anderen Wert. Für uns sind fünf Euro nix, hier ist das echt ne Menge Holz… Wie dem auch sei: ICH HAB MEIN EIGENES CHITENGE-DRESS!!! Das ist so toll! Sie macht heut noch ein paar Änderungen daran und ab heute Abend geht er dann in meinen Besitz über.

 

Ach, und übrigens: meine Haare wachsen so verdammt schnell, das ist unglaublich. Die sind schon wieder mindestens 1,5 cm lang. Ich bin ja mal gespannt, wie ich in einem Jahr aussehe…

 

Naja, wie ihr seht, komme ich an. Es ist toll hier und genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin glücklich! Das wollt ich euch nur mal kurz mitgeteilt haben.

 

Ach ja, und mit Kontakt halten: Ich kann übers Handy E-Mails, Kommentare und Gästebucheinträge lesen, kann aber nur per E-Mail antworten, wenn ich die jeweilige Adresse hab. Ich kann mich vom Handy aus auch bei keinen Communities anmelden außer bei wkw, also probiert gar nicht erst, mir da irgendwas zu schreiben. Denn um das zu lesen, müsste ich immer mindestens zwei Stunden fahren, was ich natürlich dementsprechend selten mache.

 

Also, entweder Geduld haben, E-Mail schreiben oder anrufen. Die Nummer steht unter der Rubrik „Kontakt“ ;-) Müsst euch dann nur noch die jeweilige Billigvorwahl raussuchen. Und wenn ihr dann mal nicht direkt durchkommt, nicht den Mut verlieren. Manchmal muss man es erst ein paar Mal versuchen.

 

Ich verweise auf die Rubrik "Das Projekt", wo ich ein paar Ergänzungen gemacht habe...

 

So, jetzt ist aber auch genug! Ich sende euch sonnige Grüße ins immer kälter werdende Deutschland aus dem immer heißer werdenden Maamba!

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Sa

09

Okt

2010

Schneller Nachtrag

Heute sind wir mit Sister Mary, einer irischen Glaubensschwester, die in Maamba lebt und arbeitet, nach Monze zur "Holy Family" gefahren. Nur deswegen kann ich euch grad schreiben ;-)

 

Sie sagte "Take as much time as you need". Sie ist so eine tolle Frau, alles in allem. Seit zwanzig Jahren arbeitet sie jetzt in Maamba, wird aber wohl im Dezember aufhören. Hat sie sich verdient, sie ist immerhin geschätzte achtzig.

 

Sie lebt ihre Profession. Unsere Schüler kennt sie größtenteils mit Namen. Sie hat enge Verbindung zur "Family", einer Einrichtung, die Prothesen herstellt.

 

Heute fand dort eine Feier anlässlich des 50-jährigen Bestehens statt. Eine weitere Feier, die Stunden ging, aber es war wundervoll. Überwältigend, mit wieviel Herzblut alle dort bei der Sache waren. Man fühlte sich getragen auf einer Welle von Menschlichkeit.

 

Mehr zur Family in der Rubrik "Emma, my darling"... So, Guthaben alle und wir wollen die drei im Auto nicht so lange warten lassen. Macht's gut!

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Sa

09

Okt

2010

Eilmeldung!

Blitzmeldung aus dem Internetcafe in Monze: Es geht mir super hier, hab zehn Minuten zum bloggen, dann geht's zur Celebration der Holy Family. Ich gewöhne mich jeden Tag mehr und mehr ein. Unser Haus ist auch nicht mehr ganz so gruselig wie am Anfang. Man kann sich an alles gewöhnen... Unser Garten ist toll und Maamba an sich auch. Auch die Kinder sind einfach echt super. Wir lernen jeden Tag fleißig sign language und sind inzwischen schon soweit, dass wir uns ganz gut verständigen können. Es wird also... Aber wir haben ja auch die besten Lehrer ;-) Cola und Melvin sind echt klasse.

 

Ach, @ Steffi: Mit Melvins Handy lässt sich kein Net empfangen, weil es kein original Nokia ist sondern eine Kopie. Und Cola hat kein Guthaben. Ihr müsst euch also noch ein bisschen gedulden. Aber ich soll dich schön grüßen. Ja, ansonsten hat sich die anfängliche Planlosigkeit auch gelegt und wie haben angefangen zu arbeiten. Es ist toll mit den Kids, aber auch ein Knochenjob. Aber alles in allem kann ich sagen; Ich lebe meinen African Dream. Und das ist toll. Wir haben inzwischen Temperaturen von ca. 40 Grad und es wird jeden Tag heißer. Aber wir kommen ganz gut klar...

 

@ Dani: Meine Nummer bekommst du bei Mama oder Papa. Du kannst mir auch E-mails schreiben. Die kann ich auch vom Maamba aus lesen. Ich kann nur nicht bloggen oder mich bei meinen Communities einloggen.

 

@ Irina: Vorgestern hatten wir einen Überlebenskampf mit einer 15 cm- Riesenheuschrecke. Das war eklig! Aber wir haben gewonnen. Ich vermisse euch, Leute! Und jetzt muss ich wieder weg! Macht's gut!

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Do

23

Sep

2010

Last day in Lusaka

So, jetzt ist er wohl da, der Tag der letzten Meldung aus Lusaka.

 

Heute hatten wir workshop mit unseren Mentoren aus den Partnerorganisationen. Das war echt interessant. Wir haben viel in Gruppen gearbeitet, bei denen wir verschiedene Konflikte besprochen haben, die auftreten können. Es war ein gutes Gefühl, darüber zu sprechen, BEVOR sie auftreten.

 

Innocent zeigt viel Interesse an Thekla und mir, wer wir sind und wie wir sind. Er freut sich, mit uns zusammen zu arbeiten und hat uns gesagt, wir kommen morgen Nacht in Maamba an, unsere Wohnung ist "well-prepared", wir fangen Montag an, haben ca. zwei Wochen Einarbeitungszeit, und er möchte uns relativ freie Hand lassen in der Förderung, weil wir beide Erfahrung mit behinderten Menschen haben. Wir werden ziemlich bald zur "Holy Family" fahren, um uns Fördermaßnahmen anzusehen und sie später nachmachen zu können mit den Kindern.

 

Und er ist "the specialized one" in sign-language, das heißt, wir können ihn immer ansprechen, wenn wir Fragen haben. Und er wird uns noch einiges beibringen.

 

Im Workshop heute haben wir außerdem noch einmal das Thema "Gender" besprochen, das war witzig. Wir sollten in den betreffenden Gruppen eine typische Deutsche, eine typische Sambierin, einen typischen Deutschen und einen typischen Sambier malen. That was really funny!

 

Danach hatten wir nur noch evaluation und haben wunderschöne dunkelblaue "weltwärts"-T-Shirts und -Kappen bekommen, die wir natürlich von jetzt an jeden Tag bei der Arbeit tragen werden ;-)

 

Ja, und das war heute der offizielle Teil. Danach haben wir nur noch das Volunteer-house aufgeräumt, sauber gemacht und gepackt.

 

So I say once again: All my bags are packed, I'm ready to go.

 

Ich wünsche euch, dass ihr nicht verzweifelt, wenn ich die nächsten Tage nicht mehr schreiben kann. Ich bin aber übers Handy weiterhin erreichbar ;-) Genauso wie per Post. Meine Adresse ist:

 

Maamba Mine School

Special Unit

P.O. Box 21

Maamba, Zambia

 

Damit ihr mir auch alle riesige Geburtstagspakete schicken könnt. Wir haben übrigens heute beschlossen, dass unsere Gruppe zusammen Weihnachten feiern wird, also zu zehnt, also fast wie zu Hause :-) Ihr werdet mir trotzdem schrecklich fehlen.

 

Den Eitorfern: Viel Spaß auf der Eitorfer Kirmes. Grüßt sie schön von mir :-) Und trinkt ein Bier auf mich mit!

 

Mama: Don't worry too much!

 

Papa: Grüß das Bubbele, wenn er wieder heimkommt!

 

Terrorbrüder: Macht nichts, was ich nicht auch tun würde!

 

Die Mauler: Still keep the "Sommer" in your heart!

 

Allen anderen: Haun se rein!

 

So, damit hab ich jetzt wohl mal alle angeschrieben. Ich schreib hier wieder as soon as possible!

 

Don't worry about me! I will survive!

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Do

23

Sep

2010

Crazy night

Verrückt...

Nachdem ich abends die Homepage vervollständigt hab, hatte ich mal kurzerhand keinen Bock mehr auf gar nix. Ich hatte schlechte Laune, hab mich ins Bett gelegt und meine Abschiedsgeschenke und -briefe angesehen. Dann hab ich geheult. Heimweh-Attacke! Ich glaube, ich hab heute das erste Mal realisiert, dass ich wirklich hier bin, so weit weg von zu Hause.

 

Dann bin ich eingeschlafen um 19.45 Uhr und habe bis 01.30 Uhr gepennt, bin wieder wach geworden, und konnte nicht mehr schlafen.

 

Also hab ich die letzte Zeit genutzt, um meine Fotos hochzuladen ("Galerie"+"Living in Zambia"->"Essen und Trinken") und meine Tonga lessons komplett zu machen.

 

Viel Spaß beim durchstöbern ;-)

 

Ach, und Mama: Das mit Wachmann und Wachhund wird sich erst in Maamba klären.

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Mi

22

Sep

2010

Zambian cooking

Hmmm, was für ein spannender Tag heute!

Nach den morgendlichen und vorerst letzten Chitonga lessons haben wir dann heute endlich angefangen zu kochen. Das war ganz schön spannend! Und alles in allem hat es mit Essen auch wirklich lange gedauert. Wir haben um halb eins angefangen und waren um drei fertig. Und bei all den Gerüchen und der Hitze, da wird einem schon anders, du! Irgendwie hatten wir so nach und nach alle das Gefühl, wir würden kollabieren und haben uns dann ab und an gegenseitig Trink- und Ruhepausen verordnet. Es war einem echt schummrig... Aber das Essen war echt toll. Mehr dazu erfahrt ihr unter "Living in Zambia"-> "Essen und trinken".

 

Ja, und das war eigentlich auch schon der ganze Tag, das hat uns ziemlich in Anspruch genommen und jetzt sind wir platt.

 

Ach nee, da war noch was: Hier geht's langsam oder sicher aufs Ende zu, das merken wir. Uns kribbelts im Hintern. Wir wollen los. Nach und nach trudeln hier die Mentoren aus den einzelnen Projekten ein. Unserer war auch dabei. Innocent wird am Freitag Mittag mit uns zurück fahren nach Maamba und uns alles zeigen, genauso wie Steffi, die noch ein paar Tage bleibt, bevor es für sie endgültig nach Hause geht.

 

Ach übrigens: Unsere Wohnung ist wohl renoviert und bezugsfertig. Ich glaube, jetzt müssen wir nur noch mit den Möbeln, die Steffi und Anne benutzt haben, aus der Schule umziehen.

 

Ach ja, an dieser Stelle mal kurz Grüße an Anne: Hallo, Anne! ;-)

 

Mehr weiß ich eigentlich auch noch nicht. Aber ihr müsst euch auf jeden Fall keine Sorgen machen, dass ich die erste Zeit obdachlos bin oder so. Alles ist gut...

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Mi

22

Sep

2010

Nachtrag zu gestern

So, auf besonderen Wunsch meiner Mutter heute noch ein Nachtrag zu den Einträgen der vergangenen Tage:

 

Zum einen: Ja, Mama, ich hab die Füßlinge und die Creme mit. Ich creme mir auch jeden Tag die Füße ein, aber das reicht ihnen wohl nicht. Mal sehen, ob sich das die Tage bessert, aber ich geh mal schwer davon aus. Tut heute auch schon nicht mehr so weh wie gestern. Also don't worry!

 

Zum zweiten: Ich habe eine Extra-Rubrik aufgemacht unter dem Topic "Living in Zambia", um euch mal erklären zu können, wer die Leute hier so alle sind, von denen ich schreibe. Ich hoffe, das informiert euch zu genüge und stellt dich zufrieden, Mama ;-)

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Di

21

Sep

2010

Da schlampt sie schon...

F*, jetzt hab ich grad einen ganz schön langen Blog-Eintrag gelöscht... Also nochmal von vorn:

 

Mwabonwa, mwenzumas (Hallo, Freunde)!

Tja, kaum bin ich ein paar Tage hier, schon blogge ich nicht mehr... Aber jetzt bin ich ja da!

 

Wie ihr bei der Begrüßung sehen konntet, hatte ich gestern und heute meine ersten Chitonga-Lessons bei Priscilla, und morgen dann auch nochmal. Priscilla ist eine tolle Lehrerin. Sie bringt einem nicht nur Vokabeln bei, sondern erzählt auch immer wieder zwischendurch, was die Sambier an sich und insbesondere die Tonga ausmacht, denn sie ist selbst eine Tonga. Zu der Sprache habe ich in der Rubrik "Living in Zambia" einen neuen Unterpunkt gemacht. Hope, you enjoy!

 

Nach der Tonga-lesson hat Steffi Thekla und mir noch einige Dinge über die Maamba Mine School erzählt und uns Bilder gezeigt. Ich freue mich immer mehr, und so langsam kribbelts mir echt in den Füßen. Ich will hier weg. Ich will endlich ankommen. Ich will nach Maamba, unsere Wohnung sehen, Koffer auspacken, mich einrichten, mir Chitenge kaufen und anfangen zu arbeiten, einfach loslegen halt! Steffi hat uns viel über die Projekte erzählt, die sie mit Anne zusammen angefangen hat und jetzt vertrauensvoll in unsere Hände legt. Das ist toll. Es geht viel um Förderung der Kinder, das finde ich super. Ich freu mich tierisch drauf, möchte hier aber noch nicht soviel davon erzählen, sondern mir erstmal live ein Bild verschaffen. Dann werd ich euch natürlich erzählen, was genau ich dort mit den Kiddies tun werde.

 

Ja, und dann hatten wir gestern Nachmittag komplett frei und wussten nicht so recht, was wir tun sollen. Einige sind einfach pennen gegangen und Thekla, Alica und ich haben uns überlegt, wir trauen uns mal was! Also sind wir auf eigene Faust todesmutig raus aus dem Centergelände und zu Manda Hill gelaufen. Manda Hill ist sowas wie ne Shopping-Mall. Der Weg dahin war ganz cool. Man hat viel mehr Zeit, sich die Umgebung anzusehen. Es ist so schön hier. Die Riesenbäume am Straßenrand haben so wunderschöne lilafarbene Blüten. Wir haben uns überlegt und vorgenommen, in den nächsten Tagen mal rauszugehen, um einfach nur Fotos zu machen. Es wird langsam real, dass wir hier sind. Naja, als wir dann kurz vor Manda Hill waren, hatte sich diese wilde Romantik auch schnell erledigt, denn Manda Hill ist zur Zeit eine riesige hässliche Baustelle. Es ist laut, Betonstaub liegt in der Luft und es nervt. Hm, aber wir waren ja nicht zum schön gucken hier, sondern um für die Gruppe einzukaufen. Das haben wir dann auch schnell gemacht, mussten ungefähr 180.000 Kwacha bezahlen (die Währung haut mich immer noch um), und sind dann mit dem Taxi zurück gefahren.

 

Und jetzt in kurzer Einschub aus der Rubrik "Wissen, das die Welt nicht braucht":

An dieser Stelle sei erwähnt: Ich habe mir Rasierer gekauft. Die kontrollierte Verwahrlosung hatte bereits eingesetzt, denn ich hab meinen Rasierer letzten Dienstag in dem ganzen Stress natürlich zu Hause in der Dusche vergessen. Naja, immerhin hab ich seine Rasierklingen eingepackt. Ganz toll, denn genau den Rasierer gibts hier nämlich nicht. Hauptsache, ich habe Klingen! (Für alle, die das jetzt nicht verstanden haben: Das war Ironie!) Naja, als Anna gestern Morgen ganz liebevoll mein "Beinkleid" gestreichelt hab, hab ich gemerkt, "buäh!", dass mein Hirn noch nicht zur Verwahrlosung bereit ist, also musste ich Rasierer kaufen. Und damit zurück zur Heimfahrt:

 

Der Taxifahrer wollte natürlich auch direkt wissen, wo wir herkommen, wo wir hinwollen und was wir da machen. Als er dann hören wollte, wie unser Tonga bis jetzt so ist, haben wir natürlich kläglich versagt. Naja, war ja auch der erste Tag... Es besteht also noch Hoffnung ;-)

Als wir ihm dann auch schnell einen Satz auf Deutsch beigebracht haben ("Hallo, wie gehts", was auch sonst?), waren wir auch schon wieder am Center und haben die Einkäufe abgeladen.

 

Ja, und dann haben wir noch ein bisschen nett zusammen gesessen und dann war der Tag irgendwie auch schon vorbei.

 

Gestern sind mir körperliche Veränderungen aufgefallen: Nein, bitte keinen Schock kriegen, ist nix schlimmes, nur eben anders als sonst:

Wenn ich hier in der Hitze (die jeden Tag zunimmt), viel zu Fuß gehe, wie eben zum Markt oder zum Manda Hill, schwillen meine Finger an und werden ganz taub. Ist ein ekliges Gefühl und ich weiß nicht, wo es herkommt (wer es weiß, kann mich gern durch einen Kommentar seines Wissens bereichern), aber es ist wohl normal. Alica sagt, sie hat das auch (ihr schnüren schon die Ringe die Finger ein), und selbst Steffi hat das nach einem Jahr immer noch.

Eine weitere Veränderung, die allerdings weitaus unangenehmer ist: Wer mich kennt, weiß, dass ich durch die Neurodermitis sehr trockene Füße hab, die bei extremer Kälte oder langem Laufen an den Fersen aufplatzen. Hier, bei extremer Wärme und Trockenheit, stetigem Barfuß-Laufen und immer Staub an den Füßen, habe ich inzwischen Risse in den Füßen, die bis zu 8 mm tief sind und echt richtig weh tun. Naja, muss ich jetzt halt auf Zehenspitzen laufen. Das wächst auch irgendwann wieder zu...

 

Ja, und jetzt zum heutigen Tag:

Auch heute hatten wir wieder Chitonga-Lesson mit Priscilla. Die Vokabeln von gestern sind echt schon gut drin. Heute haben wir mehrere neue Sätze gelernt und Priscilla hat uns gezeigt, wie wir ganz leicht Sätze bilden können, das war gut. Ich bin auf morgen gespannt ;-)

 

Danach hatten wir sign-language bei Steffi. Sie hat uns gezeigt, wie sie mit den Kindern kommuniziert hat und hat uns einige Sätze gezeigt. Naja, viel ist von den Sätzen nicht hängen geblieben. Wer's genau wissen will, muss sich bei Skype von meinen Künsten überzeugen ;-)

 

Nach der Mittagspause sind wir zur deutschen Botschaft gefahren, wo wir vom Botschafter selbst empfangen wurden. Er hat uns dann willkommen geheißen und hat uns erzählt, was die Botschaft in Sambia für eine Aufgabe hat usw.

 

Später hatte ich mal wieder ein Gespräch wegen dem blöden Formular für den Laptop. Das geht mir auf den Geist, Leute, das glaubt ihr nicht. Wieviel Zeit ich da jetzt schon rein investiert hab! Echt ätzend.

 

Ja, und dann hat Priscilla uns noch kurz präsentiert, was sie eingekauft hat, denn morgen wollen wir ja sambisch kochen mit ihr zusammen. Da gab's allerhand spannende Sachen, aber dazu werd ich euch bestimmt dann morgen noch mehr erzählen. Nur soviel: Heut Abend hab ich eine Menge Zeit damit verbracht, pumpkin leaves zu entfasern. Papa, wie du so schön sagen würdest: Das ist eine Arbeit für einen, der Vater und Mutter erschlagen hat. Außerdem hab ich todesmutig eine dried caterpillar probiert. Hmm, war echt... merkwürdig. Irgendwie sandig und hat geschmeckt, wie Hundetrockenfutter. Bin gespannt, was wir morgen damit machen. Also, freut euch auf Berichte morgen!

 

Tulabonana, mwenzumas!

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So

19

Sep

2010

Sunny Sunday...

Hey!

Heute haben wir den Tag ruhig angehen lassen, nachdem ich gestern natürlich mal wieder nicht draußen war. Ich hab hier noch weniger Bock auf Party machen als zu Hause.

 

Wir haben ausgeschlafen, ich war also auch nicht in der Kirche, böse, böse... Aber ich werde ja noch oft genug Gelegenheit haben, einen Gottesdienst zu besuchen, also konnt ich das heute gut vertreten. Um eins sind wir ins Schwimmbad gegangen, was ein Erlebnis für sich war. Wir hatten einen Sambier dabei, Emanuel. Er ist der house-brother eines ehemaligen Freiwilligen gewesen, der gestern seinen Abschied gefeiert hat. Deshalb kannten die, die sich gestern doch noch zum Weggehen aufraffen konnten, ihn schon seit gestern.

Mit einem unterwegs zu sein, der die landesspezifischen Gepflogenheiten kennt, gibt einem schon ein gutes Gefühl, ein Gefühl der Sicherheit.

 

Trotzdem war der Gang ins Schwimmbad der reinste Fleischbeschau. Und als die Muzungus im Bikini zum Wasser gegangen sind, war das schon ein Ereignis. Überall Pfeifen, Klatschen und Rufe. Naja, aber wir sind ja schon groß und konnten damit janz jut üm....

 

Das Schwimmbad an sich war vergleichbar mit dem Rosbacher Freibad. Die Größe stimmt auch ungefähr und es gab sogar einen 3-Meter-Turm.

Naja, das Wasser war ein bisschen dreckiger, aber es war schon ok. Anders war allerdings, dass bis auf fünf Personen hier keiner richtig schwimmen kann. Alle halten sich irgendwie durch Hundepaddeln über Wasser und springen teilweise mutigst mit Salti und so ins Wasser, aber wirklich Technik hat keiner.

 

Als Anna dann Emanuel schwimmen beigebracht hat, waren wir sofort noch heißer begehrt, denn die Muzungus können einem ja schwimmen beibringen. Anna hat sich eine Geschäftsidee überlegt; sie wird hier ne Schwimmschule aufmachen, denn alle sind ja wirklich interessiert und WOLLEN schwimmen lernen. Naja, wenn sie aus ihrer Partnerorganisation rausfliegen sollte, hat sie auf jeden Fall eine Alternative.

 

Und es war doch very impressing, dass man bei uns zwangsläufig Schwimmen in der Schule lernt und einige es aber schon vorher können. Keiner wollte glauben, dass deutsche Kinder oft schon mit fünf Jahren schwimmen können. Als wir dann erzählt haben, es gibt bei uns sogar das sogenannte "Babyschwimmen", meinten sie: "You're joking".

 

Fremde Welt.... Naja, irgendwann hat uns das ganze Konversationsding auch gereicht und wir sind vor ner Stunde nach Hause gekommen. Jetzt sitz ich hier, Mo macht uns Essen (Nudeln mit Ketchup-Soße(?)) und der Tag läuft dem Ende entgegen.

 

Ab morgen gibts dann wieder Seminarprogramm, dann ist der Ernst des Lebens wieder angesagt. Und in einer Woche befinde ich mich schon zwei Tage in meinem Projekt. Die Zeit rennt...

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Sa

18

Sep

2010

Lusaka

Ja, da bin ich wieder, zurück aus Lusaka. Das waren viele Eindrücke, die ich erstmal verarbeiten muss.

Wir sind hier von der Bushaltestelle "Long Acres" mit dem Minibus in die Stadt gefahren. Minibus heißt, 14 Sitzplätze, auf die aber mindestens 20 Leute gequetscht werden und dann gehts los. Ist aber ok gewesen, bissl warm und kuschelig, aber für 3400 Kwacha (ca 0,60 €) bis in die Stadt kann man nicht meckern.

 

Ja, dort angekommen ging es direkt los mitten ins Getümmel. Überall Leute, die echt alles verkaufen. Und alle reden auf Nyanja, Tonga oder Bemba über die Muzungus, die auf ihrem Markt gehen. Wir waren auch nicht auf Touristenmärkten, sondern auf den Märkten für Einheimische, da haben wir schon für Irritation gesorgt. Und alle sagen"Hello, how are you?" und man muss antworten "Fine, how are you?" und dann geht man auch schon weiter. So läuft hier überhaupt überall die Begrüßung, egal, ob man sich kennt oder nicht. Es geht auch gar nicht darum, das man wirklich wissen will, "how" der andere "are"t, das ist reine umgangssprachliche Höflichkeit. Aber ich mags und habs mir schon gut angewöhnt.

Und der Nächste auf dem Markt fragt einen dasselbe "Hello, how are you?" auf Tonga oder Nyanja. Darauf kann ich aber noch nicht antworten ;-)

 

Die Leute an den Ständen rufen oft nach uns ("Muzungu" oder "Hey, whitey, nice to meet you, where are you from?"). Wir sind schon Exoten hier. Viele Kinder starren uns ganz irritiert an. Wir wurden von einem Mann am Arm angefasst, denn weiße Haut muss sich doch irgendwie anders anfühlen...

 

Mehrmals werden uns vermeintlich typische "weiße" Namen zugerufen (Angela, Prisca, Natascha, Julia), wir drehen uns um und man winkt uns freundlich zu. Eine Obstverkäuferin sagte zu mir:"Girl, you are so beautiful, I like you. Yeah, I mean you. You`re so beautiful." Hmmm, komisch, soviel Zuspruch ist man nicht gewohnt...

 

Oft sagen Männer: "Girl, I love you, may I come with you, I want to marry you." It`s strange. But it`s ok...

 

Einer der Märkte, die wir besucht haben, war um und auf Bahngleisen aufgebaut. Steffi sagte, die Gleise sind auch noch aktiv, der Zug kommt aber so selten und kündigt sich dann durch hupen an und dann machen die schon Platz...

 

Und auf dem City-market sieht man Sachen, Kinder, das glaubt ihr nicht. Tausende Kleider und Röcke, viel second-hand oder gefälschte Marken, aus Asien importiert. Gewürze, Obst, Bohnen, Gemüse, Trockenfisch, getrocknete Raupen, Schuhe, Cremes und Perücken! Überall gibts Perücken. Naja, viele sind der Meinung, ich bräuchte doch schöne neue Haare und versuchen, mir Perücken anzudrehen, das war lustig.

 

An den Seitenwänden des City-Markets sind auf der einen Seite vom einen Ende bis zum anderen Fischstände aufgebaut, da hat man echt alles gekriegt. Ob ich den auch wirklich essen würde, weiß ich noch nicht so genau... Der liegt da so offen auf den Markttischen rum, mit ganz vielen Fliegen und der Fisch tropft vom Tisch... Hm, ich weiß noch nicht so recht.

 

Die andere Seitenwand ist voll mit lebendem und totem Fleisch und Geflügel, Hühnerbeine, Ziegenfleisch, bitte schön mit Beinen dran, an denen auch das Fell noch dran war. Und man wollte uns einen Ziegenkopf schenken und hat uns gezeigt, dass es auch ein guter Kopf ist, man hat ihn umgedreht und uns gezeigt, wie schön sauber er abgeschnitten ist. Und ganz frisch! Buäh, echt gewöhnungsbedürftig! Das Beste war, dass außer Steffi und mir die Gruppe aus zwei weiteren Leuten bestand, Alica und Chris, die Vegetarier sind. Für die war das noch ne Ecke mehr als für mich. Mein Limit war erreicht, als wir am Stand mit Kuhhufen vorbeigegangen sind, da haben wir dann entschieden, mal wieder von der Seitenstraße abzubiegen in die Mittelstraßen. Und der, hmmm, ich sag mal Geruch.... unbeschreiblich....

Irgendwann sind wir dann nochmal von der anderen Seite in die "Meat-Street", da wo die lebenden Hühner noch waren. Also, wer schon in Deutschland nicht auf den Viehmarkt gehen kann, der wär hier tot umgefallen. Wenn man ein Huhn kauft, packt man ihm hinten die Flügel zusammen, hält es so fest, geht über sen Rest des Marktes und steigt dann in den Minibus und stopft das freilaufende Huhn unter den Sitz oder so. Gesehen hab ich das mit dem Minibus nicht, hat Steffi nur erzählt. Aber ich kanns mir vorstellen. Naja, die Straße hat uns dann zum Umkehren bewegt, als wir an sowas wie dem mobilen Schlachterparadies vorbeigekommen sind, was so aussah wie eine Folterkammer. Davor stand eine Schubkarre voll mit ganzen Schweinen und Schweineteilen, dann hats uns doch gereicht.

 

Wir waren auch in Chitenge-Läden. Chitenge ist der Stoff, aus dem die sambische Kleidung gemacht wird. Man kauft ihn, und bindet ihn sich als unbearbeitetes Tuch einfach um wie einen Wickelrock, oder lässt sich von einem Schneider für ca. 20 € ein dress schneidern. Ich denk, ich werd beides machen, weil die Chitenges einfach spottbillig sind und superschön aussehen. Und Priscilla sagte "When you go on a celebration, please, we please you to wear a chitenge. That's how you show your respect." Also werd ich das wohl machen. Wir haben heute die Trockenübung gemacht, uns das ganze schonmal angeschaut und in Maamba werd ich dann wohl mit der Chitenge-Sache loslegen.

 

Zu Mittag hatte ich dann mein erstes Nshima with vegetables. Nshima wird hier zum Frühstück, zum Mittag und Abends gegessen, egal welcher Stand, egal ob im Alltag oder beim Fest, egal ob arm oder reich. Jeder isst Nshima. With vegetables, with chicken, with meat oder plain. Nshima wird aus Maismehl gemacht, hat in etwa die Konsistenz von Grießbrei und schmeckt nach jar nüscht. Ich würds ja gerne mal mit Zucker und roter Grütze probieren, ich glaub, das wär mein favourite. Aber sowas gibts hier nicht, also süßes Nshima. Schade eigentlich. Naja, ich gewöhn mich schon dran.

 

 Ja, das war eigentlich alles für heute. Auf dem Heimweg merkte ich dann, dass man tatsächlich langsam, aber gaaaaanz langsam anfängt, sich einzugewöhnen. Ich merke, ich komme langsam an, das ist schön.

 

Zu meiner Freude habe ich heute festgestellt, dass ich keine Nebenwirkungen vom Lariam habe. Vielleicht war es die letzten beiden Male wirklich nur die Kombi mit dem Stress... Man weiß ja, wie meine Gesundheit auf Stress reagiert. Also bleib ich erstmal beim Lariam, bis ich wieder Nebenwirkungen habe, dann werd ich weitersehen.

 

Für morgen haben wir kein Programm, also haben wir uns überlegt, die Kirche zu besuchen. Hmmm, und das ganz ohne Chitenge... Nicht, dass wir rausfliegen! Wir werden sehen...

 

Ach, noch was: Die Sambier haben einen Akzent in ihrem Englisch, an den man sich erstmal gewöhnen muss. Grundsätzlich versteht man erstmal nicht viel. Was ich aber besonders gerne mag ist der Satz: "Zambia is a very peaceful country.", der dann so ausgesprochen wird "Zambia is a very pissifull konti." Klingt schon witzig.

 

So, und jetzt sitz ich hier in der Abenddämmerung und schreibe euch. Mein Schädel dröhnt von all den neuen Eindrücken. Das war viel für das kleine Mädchen vom Lande, heute auf den Markt der Großstadt zu gehen, wo unheimlich viele Menschen, Gerüche, Waren und Eindrücke sind und man die ganze Zeit angeschrien wird, sei es, um die Waren anzupreisen oder die Muzungus zu begrüßen...

 

Heute Abend wirds wohl mal rausgehen. Wir wollten ja ursprünglich gestern schon, aber wenn man von sechs bis neun abends die Dunkelheit um sich hat und das Gefühl hat, als wäre es schon ein Uhr nachts, dann kann ich mich nicht nochmal aufraffen... Mal sehen, ob ich es heute tatsächlich mal in die Sports-Bar&Lounge schaffe...

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Fr

17

Sep

2010

Logbucheintrag der Enterprise: Dritter Tag

Wie der Titel schon sagt: Heute halte ich mich kurz. Aus dem einfachen Grund, dass es heute nicht soviel zu erzählen gibt. Wir hatten den ganzen Tag HIV/AIDS-Seminar mit Karin, Priscilla und Temba. Viel interessantes gehört, auch einiges, was zum Nachdenken anregt.

 

Und mal wieder Kopfschmerzen. Ich merke, ich bin noch nicht so richtig hier, bin die Hitze noch nicht gewöhnt. Und die staubige Luft! Flo, wenn man sich die Nase putzt ist das so wie damals, wo ihr die ganzen Backsteine in Rossel rausgehauen habt... Für alle, die das nicht miterlebt haben: Lecker, lecker. Hier liegt nämlich die ganze Zeit so ein latenter roter Staub von den Straßen in der Luft. Ganz schön crazy.

 

Und heute hab ich wieder Lariam eingeworfen, mal sehen, ob mich das wieder so umhaut wie letzte Woche. Wenn ja, werd ich es absetzen. Stefanie hat uns eine einheimische Malariaprophylaxe empfohlen, vielleicht nehm ich die. Oder ich lass diese Pillenfresserei einfach. Die Ärztin, bei der wir heute Seminar hatten, hat gesagt, viel wichtiger ist der Mückenschutz. Also lange Klamotten, Moskitonetz und Autan, Autan, Autan...

Naja, ich werd mal sehen, kommt Zeit, kommt Rat.

 

Ja, das war eigentlich schon alles heute. Waren Mittags noch kurz am Airport, haben einen Wisch zum Ausfüllen bekommen und der muss dann ausgefüllt wieder abgegeben werden, damit ich endlich den Lappiklau anzeigen kann. Und Jenni hat endlich auch ihren Koffer wieder. Wir sind also nahezu vollständig. Und meinen neuen Lappi bekomme ich dann hoffentlich im November, so sieht das zumindest mein aktueller Schlachtplan vor.

 

Heute verbringe ich den Abend damit, verzweifelt zu versuchen zu skypen, "Castle"-Bier zu trinken und einfach abzuhängen. Hm, die Internetverbindung ist hier nicht so gut. Jeden Abend sitzen hier zehn Leute vor ihren Lappies. Das dürfen wir nur abends, denn wenn wir tagsüber das Netz überlasten, geht hier gar nix mehr, das ganze Center fliegt raus und keiner der Büromitarbeiter hat mehr Internet. Und dann läuft hier jar nüscht mehr. Deswegen dürfen wir nur abends. Das machen dann auch alle, sodass aber eben wieder das Netz überlastet ist. Also kann höchstens einer skypen oder etwas hochladen. Naja, sobald es dann zwei sind, ist die Verbindung so schlecht, dass man sich kaum noch hören, geschweige denn sehen kann. Naja, wir versuchens fleißig weiter. Also, probiert gerne, mich anzuskypen. Probieren kostet ja nix.

 

Hm, naja, kurze Einträge gehen anders... ;-)

 

Und damit ist der Tag zu Ende. Die Grillen zirpen hier so laut wie damals in Bodrum in der Türkei...

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Do

16

Sep

2010

Ersten Schock erfolgreich überstanden!

So, Freunde, da bin ich wieder...

Also, heut war ich am Flughafen und konnte meinen Koffer abholen, juhu! Und es war auch noch alles drin. Kein Wunder, zu klauen gabs ja auch nix mehr :(

Hab grad das erste Mal geskypt mit Sabine. Also Jungs: WO SEID IHR??? Ich warte...

Ja, endlich konnte ich meine eigenen Sachen benutzen und musste nicht mehr bei anderen alles schnorren. Und das Beste ist: Meine Abschiedsgeschenke sind endlich bei mir.

Blöd ist nur, dass Jennis Koffer noch nicht da ist. Naja, sie muss halt noch warten. Tut mir schon leid...

 

Ja, und als wir vom Flughafen wieder kamen, wollte ich unbedingt Orangen kaufen. Hier stehen am Straßenrand überall so kleine Buden, wo man Sachen kaufen kann, meistens Obst. Und mitten auf der Hauptstraße stehen Männer, die "Talktime"(Guthaben für die Prepaid-Handykarten), T-Shirts und kleine Hunde verkaufen.

Bemerkung am Rande: Thekla und ich haben uns gestern überlegt, uns so einen Hund zuzulegen. Es ist nämlich so, dass wir nicht wie unsere Vorgängerinnen in der Schule untergebracht sein werden, sondern jetzt eine Dreizimmerwohnung (oder ein Haus, man weiß es nicht) außerhalb des Schulgeländes haben. Das ist was Gutes, sagt Stefanie (die Vorgängerin), so hat man Abstand. Naja, und da wäre ein Hund was Gutes, zum bewachen. Und ihm gehts dann wenigstens ein Jahr lang gut. Naja, und danach gehts ihm wohl genauso kacke, wie wenn wir ihn nicht gekauft hätten. Oder wir vermachen ihn an unsere "Nachkommen". Mal sehen, ist bis jetzt auch nur eine Idee.

 

Naja, auf jeden Fall wollte ich von so einem Stand Orangen haben, aber unser Fahrer Hopston fand das wohl nicht gut genug und ist mit uns extra auf den Markt gefahren. Das war lustig! Voll durch die Pistenstraßen mitten in der Stadt gefahren. Das war wie auf dem Kamel! Und ganz viele haben uns Muzungus (Weiße) im Auto gesehen und uns gewunken. Und dann ist Hopston mit mir Orangen kaufen gegangen. Eine Orange 1500 Kwacha (ca. 20 Cent). Hab fünf gekauft und dann hat die Verkäuferin mir noch eine geschenkt, für die Muzungu. Boah, die Orangen waren lecker, alter Schwede! Die waren "echt"!

Die Straßen auf dem Markt waren die Wohnstraßen des Mittelstandes und das sah so aus, wie man sich das vorstellt, war lustig.

 

Überhaupt hat man hier an der Hauptstraße echt coole Sachen gesehen. Laster, die einen überholen, mit ca. 30 Leuten, die irgendwie auf der Ladefläche stehen und sitzen und ein Fahrradfahrer mit ca. hundert Paletten Eiern auf dem klapprigen Gepäckträger, und die Paletten sind viermal so groß wie die, die man in Deutschland im Laden bekommt. Jenni und ich haben uns gefragt, was wohl passiert, wenn der über ein Steinchen fährt...

Und das mit dem Überladen haben wir kurz danach nochmal gesehen. Da hatte ein... naja, sowas wie ein kleiner Pickup, die Ladefläche voll mit solchen Steinen, sowas wie Ytong-Steine, ungefähr anderthalb Meter hoch geladen, sodass mitten auf der Hauptsraße die Achse gebrochen ist und ganz viele Steine zerbrochen auf der Straße lagen. Das ist Lifestyle!

 

Ja, und dann hat Priscilla uns den Nachmittag über alles Wissenswerte (Security, Tabus, Religion, Love....) über Sambia erzählt. Danach sind wir noch einkaufen gegangen. Wir waren also wirklich mal draußen. War crazy, aber ok. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen. Bin irgendwie grad reizüberflutet.

 

Alica hat gerade festgestellt, dass das Wasser andersrum abläuft und der Mond falschrum steht. Sie springt hier rum und tanzt und schreit. Und ich bin total geflasht.

 

Ist das wirklich das andere Ende der Welt?

 

Dann gute Nacht, anderes Ende der Welt.

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Mi

15

Sep

2010

Der erste Tag!

Hallo, Leute!

Ich grüße euch aus dem 30 Grad-warmen Lusaka. Hier geht gleich die Sonne unter (innerhalb einer Viertelstunde, höhö!), und da hab ich mir überlegt, ich schreib euch doch mal.

 

Also, das erste und wichtigste: Hier gibts W-Lan und ich bin erstmal bis zum 24.09. hier im "German Development Service"-Center ganz gut zu erreichen. Wir haben heute direkt unsere afrikanischen SIM-Cards bekommen und ich bin jetzt übers Handy erreichbar unter

 

0979363335

 

So, und weiter gehts. Nachdem ich mich am Flughafen von meinen letzten Lieben verabschiedet habe (tut mir leid, dass ich mich nicht nochmal umgedreht hab, aber ich konnte einfach nicht!), musste ich durch die Sicherheitskontrolle, wo ich noch so geheult hab, dass der nette Security-Mann gar nix von mir wissen wollte, außer, ob er mir noch irgendwie mehr helfen könnte als mit einem Taschentuch :-)

 

Naja, und dann war ich froh, dass ich auf meine Leute getroffen bin. Ich war nicht mehr allein und viele von uns waren fertig mit der Welt. Aber gemeinsam leidet sich besser.

 

Der erste Flug war ganz schön cool. Bildschirme direkt vor der Nase, in denen wir jeder für sich wählen konnten, ob wir lieber die ganze Zeit den Livescreen ansehen, der den Flug per Kamera verfolgte oder die Map, auf der wir sehen konnten, wie weit es noch ist. Oder wir haben nur Musik gehört ohne Bild. Oooder man hat sich aus der Playlist Filme ausgesucht, die man gucken konnte, wahlweise auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch oder Indisch. Naja, ich hab mir dann mal auf Deutsch einen Teil von "Stuck on you" und "I`m your luck", "Wedding singer" und einen Teil von "Little Chicken" reingezogen. Cool wars. Ab Johannesburg war es dann nicht mehr so extrem cool.

 

Es gab noch einmal eine Sicherheitskontrolle und viel Warterei. Irgendwie haben wir da immer noch nicht realisiert, dass wir jetzt wirklich in Afrika sind.

 

Naja, in Lusaka am Flughafen ist dann aufgefallen, dass Jennis und mein Koffer nicht angekommen ist und wir fahnden jetzt danach. Morgen ist er dann vielleicht da.

 

Später fiel dann auf, dass sämtliche Koffer wohl aufgemacht und nach Wertgegenständen durchsucht wurden. Meiner gefiel wohl am besten, sodass jetzt aus meinem Handgepäck (das ich in Joburg doch noch spontan runter in den Gepäckraum geben musste, weil es für die kleine Maschine zu groß war) mein Laptop und mein Portemonnaie-Inhalt (Visa- und EC-Karten) geklaut wurden. Naja, sie waren so nett, den Perso wieder reinzuschmeißen, genauso wie die Laptoptasche... Außerdem wurde wohl so super damit umgegangen, dass mein Holland- und Villa-Bilderrahmen zerhauen wurde, also das Glas zumindest.

 

Naja, was soll man dazu sagen, worst-case... Die Karten sind gesperrt, die erste Heul-Panik-Attacke ist vorbei und jetzt heißt es fahnden.

 

Ja, Leute, da ist ja alles passiert, was passieren konnte. Das coole ist, dass es jetzt nicht mehr schlimmer geht :-)

 

Also, macht euch keine Sorgen um mich (ja, das fällt jetzt bestimmt ganz leicht...). Wir sitzen hier jetzt im Center, haben für heute kein Programm mehr, aber zur eigenen Sicherheit auch Ausgangssperre und es wird plötzlich dunkel. Die Vögel zwitschern einen hier tierisch laut und schön an, die erste Riesenhummel hat mich angegriffen und ich glaub, die Moskitos sitzen in den Startlöchern.

 

Trotz allem Chaos und so mancher schlechter Nachricht, muss ich sagen, es ist wundervoll hier. Mein Chaos wurde super betreut, Priscilla sagte mit mitleidigem Blick: "Oh Honey, welcome to africa. This IS africa." We`ll see.

 

Aber das Center ist rundherum eingezäunt und unser Wächter Mr. Lubu sorgt für unsere Sicherheit. Der Weg vom Flughafen und das Sitzen hier im Center hat mir schon viel gezeigt, das mit beweist: That`s Zambia, Honey! Das Feeling ist unglaublich. Die Leute, die kilometerlang die Straße entlanglaufen, die Natur, die Geräusche und die Geckos, die hier überall um uns rumlaufen machen Lust auf mehr.

 

Also, sorgt euch nicht, der erste Schock ist überwunden und es geht mir gut. Vielleicht fange ich irgendwann diese Woche auch an zu realisieren, dass ich wirklich hier bin.

 

Ich liebe und vermisse euch.

 

Oh Mann, als ich angefangen habe zu schreiben (auf Alicas Laptop), wars noch taghell, inzwischen sitzen wir im Dunkeln.

 

Fremde Welt, ich bin da! Catch me if you can!

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Di

14

Sep

2010

Letzter Aufruf!

Es ist soweit. Der Tag ist da. In zwei Stunden ist Abfahrt.

 

Alle Leute sind verabschiedet, außer denen, die mich gleich zum Flughafen begleiten. Die letzte Nacht in meinem Haus geschlafen. Das letzte Mal in meiner Dusche geduscht. Die letzten Brötchen gefrühstückt. Die letzten bürokratischen Dinge sind geregelt. Der Koffer ist endgültig zu. Alles ist gesagt. Was fehlt, ist mein letzter "deutscher" Eintrag hier, wo ihr von Anfang an alles mitbekommen konntet.

 

Eine Tür fällt hinter mir zu und eine neue öffnet sich mir, direkt vor meiner Nase, ich muss nur durchgehen. Und jetzt ist es soweit. Sabine: Ich habe Angst. Angst vor der eigenen Courage.

 

Ich verliere die Fassung. Die letzten Tage war ich stolz darauf, wie stark ich bin und wie gut sich all meine Lieben am Riemen gerissen habe. Jetzt ist es soweit, dass auch ich nichts mehr zu sagen weiß. Ich gehe auf etwas zu, von dem ich eigentlich keine Ahnung habe. Ich gehe ins Ungewisse.

 

Aber wir alle wissen doch: Ich schaffe das schon. Ärger wird kommen, aber der geht auch wieder. Krankheiten werden mich heimsuchen. Auch die klingen wieder ab. Und Daddy: Meine Haare wachsen auch wieder nach ;-)

 

Alles in allem bleibt zu sagen: Der Schmerz ist da. Aber auch der vergeht wieder. Ich sterbe ja nicht, ich komme ja wieder zurück. Es wird ein komisches Jahr, für uns alle. Aber die Welt dreht sich weiter, und wenn ich wieder nach Hause komme, setzen wir einfach irgendwo wieder an.

 

Ein sehr guter Mensch hat gestern zu mir gesagt: "Du tust genau das Richtige." Danke, das weiß ich und das wird mir und euch das nächste Jahr über die Kraft geben, auf den 13.09.2011 zu warten.

 

Also, ich richte mich auf, ich straffe die Schultern, wische die Tränen aus dem Gesicht, verlasse hoch erhobenen Hauptes mein Haus, das Auto und meine Begleiter, die mir bis zum Flughafen die Treue halten. Ich verlasse den deutschen Boden um 20.45 Uhr. Ich schließe die Tür meiner Jugend hinter mir.

 

Um 13.00 Uhr morgen Mittag öffne ich die Tür zu meiner Erwachsenenwelt, auf sambischem Boden, am National Airport Lusaka.

 

Goodbye, Germany. Hello, Zambia...

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Mo

06

Sep

2010

Abschiedsparty

Ja, da war sie, meine Abschiedsparty. Ein komisches Gefühl, all meine Lieben zum letzten Mal gesehen zu haben. Aber eine schöne Party mit genau den richtigen Leuten. An alle, die bis zum Schluss da waren: Es tut mir leid, dass ich mich nicht mehr richtig von euch verabschiedet habe. Ich konnt einfach nicht mehr und musste ganz schnell ins Bett. Ich liebe euch alle!

 

Und außerdem: Ja, ich habe es getan! Oder eher wir alle habens getan: Die Haare sind ab, größtenteils auf drei, stellenweise auf einem Millimeter (Danke, Flo!). Und ich muss sagen: Obwohl ich geheult hab wie ein Baby (und das lag NICHT am Alkohol), ich find`s cool. Ich habe einen schönen Kopf! Bilder und ein Video sind in meiner Galerie zu finden. Enjoy!

 

 

All my bags are packed, I`m ready to go. Die Koffer sind zu, der letzte Rest kommt erst am Wochenende rein. Ich gehe. Ich gehe wirklich!

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Mi

01

Sep

2010

Der Countdown läuft!

Ja, da war sie, meine Abschiedsparty. Ein komisches Gefühl, all meine Lieben zum letzten Mal gesehen zu haben. Aber eine schöne Party mit genau den richtigen Leuten. An alle, die bis zum Schluss da waren: Es tut mir leid, dass ich mich nicht mehr richtig von euch verabschiedet habe. Ich konnt einfach nicht mehr und musste ganz schnell ins Bett. Ich liebe euch alle!

 

Und außerdem: Ja, ich habe es getan! Oder eher wir alle habens getan: Die Haare sind ab, größtenteils auf drei, stellenweise auf einem Millimeter (Danke, Flo!). Und ich muss sagen: Obwohl ich geheult hab wie ein Baby (und das lag NICHT am Alkohol), ich find`s cool. Ich habe einen schönen Kopf! Bilder und ein Video sind in meiner Galerie zu finden. Enjoy!

 

 

All my bags are packed, I`m ready to go. Die Koffer sind zu, der letzte Rest kommt erst am Wochenende rein. Ich gehe. Ich gehe wirklich!

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Mi

18

Aug

2010

Stress, Stress, Stress...

Hallo, Freunde!

Ja, ich weiß, ich hab lange nichts von mir hören lassen. Der Grund ist ein ganz einfacher: Ich komm grad voll nicht klar!

Ein paar Tage nach meiner Schulabschlussfeier bekam ich den Anruf, dass meine Oma im Krankenhaus liegt. Also war klar: Ich muss sie noch schnell besuchen, bevor ich am zweiten nach Mallorca in Urlaub fahre. 

Das hab ich dann natürlich getan. Von da aus ging es dann quasi straight-way zum Flughafen und mit meiner Cousine auf nach Mallorca. War eine sehr witzige und schöne Zeit. Nochmal schön im Überfluss leben, bevor es bald (inzwischen sogar ganz bald!) in die Entbehrung geht. 

Am Freitag letzter Woche kam ich dann wieder aus der Sonne in den Regen und die Kälte Deutschlands, an einen mit ausreisewichtigen E-mails beladenen Laptop, in die Erkenntnis, nicht genug vorbereitet zu haben und damit in die totale Panik. 

Und seit Dienstag bin ich jetzt auf dem Vorbereitungsseminar auf der Katlenburg (ach übrigens, Papa: Ja, es ist im Harz), um meine Gefühls- und Wissenswelt auf Afrika vorzubereiten.

Im Moment geht es mir hier nicht so gut. Nach meinem Klimaschock nach Malle bin ich ziemlich erkältet und habe hier täglich und den ganzen Tag Seminareinheiten. 

Was mir am meisten zu schaffen macht, ist meine emotionale Seite. Ich werde mir mehr und mehr bewusst, dass ich bald weg bin. Weniger als ein Monat noch. In den letzten paar Wochen hab ich mehr heulen sehen (mich eingeschlossen), als in den letzten Jahren insgesamt. Mir wird bewusst, wen und was ich hier alles zurücklasse und mir blutet das Herz. Meine Familie... meine kleine süße Maus... meine Oma... meine Ma... Freunde... und was für mich zur Zeit das Schlimmste ist: meinen neuen Freund. Ja, schlaue Leute werden jetzt sagen "Du bist ja auch blöd, was machst du auch so kurz vor Ausreise noch sowas neues...". Leute wie ich sagen: Weil ich es musste. Und weil es nichts neues ist, sondern irgendwie immer da war und die paar Tage, die wir hier noch haben, natürlich viele Schmerzen bereiten, aber auch so viel Gutes und Schönes passieren lassen, dass es mich für alles Traurige entschädigt. Danke, mein Süßer!

Dadurch und durch all den Stress den ich im Moment habe, die Angst, nicht alles zu schaffen, was noch zu tun ist und all die Menschen mir sagen, ich soll doch bitte hierbleiben und nicht fahren, stelle ich mir im Moment die Frage, ob ich das Richtige tu. Ich weiß, es ist das Richtige und ich werde mich nicht umentscheiden. Trotzdem tut es weh und macht mir viele Sorgen. Aber damit hatte ich gerechnet. Jetzt kann ich mir selbst zeigen, wie stark ich wirklich bin. Also, auch wenn es hier klingt, als wäre ich in tiefer Trauer: Macht euch keine Sorgen. Ich pack das. Mit euch allen zusammen. Bitte sagt mir nicht mehr, ich soll nicht gehen. Das tut mir weh und macht mir Angst. Ich weiß, wie es euch geht. Ich will irgendwie im Moment auch nicht gehen, aber wir alle wissen: Ich MUSS! 

Und natürlich freue ich mich auch total auf Land und Leute und mein Einjahresabenteuer. Vielleicht hab ich auch ein bisschen Angst vor der eigenen Courage.

Aber ich merke hier jeden Tag, dass es mir besser geht und ich mich besser aufgehoben fühle. Und man bereitet mich vor. ICH bereite mich vor. Langsam aber sicher kann ich mit dem mulmigen Gefühl von Echtheit und Realität sagen: Afrika, ich komme!

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So

25

Jul

2010

Ein erster Abschied...

Tja, da war sie am Freitag... unsere Schulabschlussfeier. Mann Leute, war dat geil! Also, eins steht fest: In meinem Garten ist noch nie so eine Party gestartet worden. Wir danken unseren Dozenten, dass Sie da waren. Und danke an euch, Leute, meine Ex-Klassenkameraden für diese Party und die letzten drei Jahre. Irgendwie war es ja doch toll, auch wenn wir uns so oft genervt haben. Ich hoffe, wir finden uns in diesem Rahmen in fünf Jahren oder so nochmal in irgendeinem Garten ein und sehen, was aus uns Bekloppten geworden ist. We`re on a road to nowhere, come on within! Wir rocken! 

Tja, da war sie am Freitag... unsere Schulabschlussfeier. Mann Leute, war dat geil! Also, eins steht fest: In meinem Garten ist noch nie so eine Party gestartet worden. Wir danken unseren Dozenten, dass Sie da waren. Und danke an euch, Leute, meine Ex-Klassenkameraden für diese Party und die letzten drei Jahre. Irgendwie war es ja doch toll, auch wenn wir uns so oft genervt haben. Ich hoffe, wir finden uns in diesem Rahmen in fünf Jahren oder so nochmal in irgendeinem Garten ein und sehen, was aus uns Bekloppten geworden ist. We`re on a road to nowhere, come on within! Wir rocken! 

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Mo

19

Jul

2010

I made it!!!

Yes man! Abschlusskolloquium bestanden mit 1-! Fett fett fett! Ade, du schnöder Schulalltag! Mich bekommst du nicht mehr zu Gesicht! Ich bin frei! Keine Schule mehr, nicht mehr arbeiten, alles groovet! Jetzt erstmal feiern! Ich grüße die Welt! Partey! 

Yes man! Abschlusskolloquium bestanden mit 1-! Fett fett fett! Ade, du schnöder Schulalltag! Mich bekommst du nicht mehr zu Gesicht! Ich bin frei! Keine Schule mehr, nicht mehr arbeiten, alles groovet! Jetzt erstmal feiern! Ich grüße die Welt! Partey!

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So

18

Jul

2010

Freiheit!

 

Ja, jetzt ist es soweit. Morgen ist meine mündliche Abschlussprüfung, danach bin ich (hoffentlich!) staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin. Das Ergebnis werd ich natürlich morgen direkt hier reinsetzen.

Außerdem habe ich am Donnerstag meinen letzten Tag in dem Wohnheim gehabt, in dem ich drei Jahre lang gearbeitet habe. Ich bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge gegangen... Natürlich werde ich meine Leute dort vermissen, die mir in der letzten Zeit sehr ans Herz gewachsen sind, sowohl die Bewohner wie auch die Mitarbeiter. Trotzdem freue ich mich auf das, was kommt. Liebe Villa-Crew, noch einmal danke für alles! Hannah, dir natürlich ganz besonders. Und bitte verzeih mir, dass du keinen Kuchen bekommen hast. Ich senke mein Haupt in Schande! Ach herrje, schon wieder ein neuer Abschnitt!

Seit einigen Tagen habe ich Kontakt zu dem Mädel, das mit mir in Maamba leben und arbeiten wird; Thekla, 23 und auf den ersten Blick nett, mal sehen, was das Jahr so für uns bringt... Ihr werdet hier bestimmt noch öfter von ihr hören. An dieser Stelle: Hallo, Thekla ;-)

Gestern ist mein neues Netbook gekommen, auf dem schon MSN und Skype installiert sind. Also sollte damit die Möglichkeit geschaffen sein, euch von Maamba aus weiterhin auf dem Laufenden zu halten und mit euch Kontakt zu halten. Kontaktdaten einfach bei mir erfragen. So langsam gehen hier auch die Einladungen für meine Abschiedsparty raus. Tja, es geht aufs Ende zu. Komisch, komisch...

Ja, jetzt ist es soweit. Morgen ist meine mündliche Abschlussprüfung, danach bin ich (hoffentlich!) staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin. Das Ergebnis werd ich natürlich morgen direkt hier reinsetzen.

Außerdem habe ich am Donnerstag meinen letzten Tag in dem Wohnheim gehabt, in dem ich drei Jahre lang gearbeitet habe. Ich bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge gegangen... Natürlich werde ich meine Leute dort vermissen, die mir in der letzten Zeit sehr ans Herz gewachsen sind, sowohl die Bewohner wie auch die Mitarbeiter. Trotzdem freue ich mich auf das, was kommt. Liebe Villa-Crew, noch einmal danke für alles! Hannah, dir natürlich ganz besonders. Und bitte verzeih mir, dass du keinen Kuchen bekommen hast. Ich senke mein Haupt in Schande! Ach herrje, schon wieder ein neuer Abschnitt!

Seit einigen Tagen habe ich Kontakt zu dem Mädel, das mit mir in Maamba leben und arbeiten wird; Thekla, 23 und auf den ersten Blick nett, mal sehen, was das Jahr so für uns bringt... Ihr werdet hier bestimmt noch öfter von ihr hören. An dieser Stelle: Hallo, Thekla ;-)

Gestern ist mein neues Netbook gekommen, auf dem schon MSN und Skype installiert sind. Also sollte damit die Möglichkeit geschaffen sein, euch von Maamba aus weiterhin auf dem Laufenden zu halten und mit euch Kontakt zu halten. Kontaktdaten einfach bei mir erfragen. So langsam gehen hier auch die Einladungen für meine Abschiedsparty raus. Tja, es geht aufs Ende zu. Komisch, komisch...

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Sa

26

Jun

2010

Changes...

 

Was soll man sagen... Die Zeiten ändern sich.... Menschen ändern sich. Ich habe mich verändert. Seit ich meine Entscheidung getroffen habe zu gehen, bin ich nicht mehr, wer ich war. Ich bin selbständiger geworden. Ich denke viel mehr an mich. Und ich habe gelernt, dass Veränderungen möglich sind. Und dass das schnell geht. Viele Menschen verletze ich mit meiner aktuellen Entwicklung und das tut mir unendlich leid, aber so ist es und so bin ich nun einmal.

Papa, es tut mir leid, dass ich dir im Moment eine Seite zeige, die du nicht von mir kennst. Yannik, es tut mir leid, dass du das alles zwangsläufig miterleben musst. Und Mirko, bei dir tut es mir unendlich leid.

Wie viele schon vorher erwartet haben, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich von meinem Freund getrennt habe. Viele würden sagen: Selbst schuld. Wer so einen Schritt geht, provoziert ein Trennung. Aber andere sagen: Das ist gut. Für dich ist es gut. Für ihn ist es gut. Vielleicht nicht in der ersten Zeit, denn eine Trennung tut weh. Doch langfristig wird deutlich: Menschen entwickeln sich. Nicht immer in die gleiche Richtung. Irgendwann geht es manchmal einfach auseinander. Und wenn es vorbei ist, muss man sich das eingestehen. Das hab ich getan. Mir tut es weh, ihn so leiden zu sehen. Die Enttäuschung. Der Schmerz in seinen Augen. Aber wir können es nicht erzwingen. Also trennen sich hier unsere Wege. Ich bin ihm nicht böse. Und ich hoffe, er ist mir nicht böse. Ich kann ihm nur danken für unsere gemeinsame tolle Zeit. Das werde ich nicht vergessen. Und ich hoffe, er kann es genauso sehen. Mirko, ich danke dir.

We`re going through changes. I`m following. Follow it, too.

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Di

01

Jun

2010

Flugticket

Juhuu, das Flugticket ist da!

Jetzt weiß ich endlich genaueres: Am 14.09. (ein Tag später als ich bisher dachte) fliege ich um 20.45 Uhr ab von Frankfurt nach Johannesburg und von da aus weiter nach Lusaka. 12 1/2 Stunden reine Flugzeit. Ohjemine... Also, für alle, die mich am Flughafen verabschieden wollen: Haltet euch den 14.9. (Dienstag Abend) frei! ;-)

 

Und falls ich hier nicht mehr schreibe bis dahin: Wünscht mir Glück für meine schriftlichen Prüfungen am 7., 11. und 14. Juni!

Juhuu, das Flugticket ist da!

Jetzt weiß ich endlich genaueres: Am 14.09. (ein Tag später als ich bisher dachte) fliege ich um 20.45 Uhr ab von Frankfurt nach Johannesburg und von da aus weiter nach Lusaka. 12 1/2 Stunden reine Flugzeit. Ohjemine... Also, für alle, die mich am Flughafen verabschieden wollen: Haltet euch den 14.9. (Dienstag Abend) frei! ;-)

 

Und falls ich hier nicht mehr schreibe bis dahin: Wünscht mir Glück für meine schriftlichen Prüfungen am 7., 11. und 14. Juni!

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Do

06

Mai

2010

Vertrag

Tja, wer hätte das gedacht, ich habe Post von meiner Entsendeorganisation bekommen. Eine Musterversion meines Vertrages, den ich in der nächsten Woche per Post zugeschickt bekomme. Auch mehrere Schreiben zu dem ganzen Versicherungskram waren dabei und ein Kontaktformular, das ich ausfüllen muss. Dort müssen die Personen eingetragen werden, die im Krisenfall zu benachrichtigen sind. Irgendwie eine gruselige Vorstellung... Ja, ab nächster Woche wird es dann noch etwas offizieller...

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Mo

26

Apr

2010

Lange her...

Hallo, liebe Leute... Wieder mal habe ich hier lange nichts mehr von mir hören lassen. Also möchte ich euch doch mal wieder auf den neusten Stand bringen:

 

Meine Impfungen habe ich quasi hinter mir und im großen und ganzen alle überlebt. Jetzt kommen nur noch die Zweit- und Drittimpfungen Anfang September. Hah, jetzt bin ich unbesiegbar! ... Naja, vielleicht doch nicht so ganz und komplett und sicher unbesiegbar, aber zumindest arbeite ich dran... Jetzt muss ich bei meiner Gelbfieberimpfstelle, die mir alle Impfungen reingeschossen hat, nur noch einmal die ganze Prozedur mit Blut- und Urinuntersuchungen, Blutdruck- und BMI-Kontrollen und Abschlussgesprächen durchlaufen, dann sollte ich es bald haben mit meiner Ärzterennerei!

 

Mein Terminplan füllt sich jeden Tag ein bisschen mehr, denn ich will ja noch so einiges auf die Reihe kriegen vor meiner Ausreise. Freie Tage? Hmmmm, mehr oder weniger Fehlanzeige. Es gibt nicht nur unangenehme Verpflichtungen zu erfüllen, sondern auch eine Menge Parties zu feiern, Urlaube zu machen, Musicals zu besuchen und noch einige von meinen Lieben zu besuchen. Also very busy!

 

An dieser Stelle möchte ich einige Leute grüßen, die ich in der vergangenen Woche kennen und schätzen gelernt, manche auch einfach nur wieder gesehen habe. Ein paar von ihnen haben dafür gesorgt, dass Emma wieder ein Leckerchen zukommt. Danke also an Michael und Frank, Jana und Sabine und allen, denen ich in der letzten Woche von meinem Projekt erzählen und ihnen den Flyer in die Hand drücken durfte, ohne dass sie gelangweilt die Augen verdreht haben. Danke an Ruslan und Milena und ihre zwei Zwerge, dass ihr uns so lieb Unterschlupf gewährt habt.

 

Ich bin wieder zurück, zu Hause, der Frühling ist ausgebrochen, Blumen schmücken wundervoll meinen Garten, ich beseitige die Überreste von Yanniks Konfirmation und ich warte weiter... Vorerst mein letzter Frühlingsausbruch in der alten Welt. Unter deutscher Sonne. Nicht mehr lang, dann ist September... Hat Sambia einen Frühling?

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Mi

17

Mär

2010

Aktualisierung Impfkalender

So, da war ich doch heute wieder beim Arzt und hab mir die nächsten beiden Impfungen pumpen lassen. Verdammte Axt, tut mir der Arm weh! Naja, aber die restlichen Nebenwirkungen halten sich im Vergleich zu Montag (noch) zurück.

Aber da mir aufgefallen ist, dass wir die Meningokokken-Impfung noch gar nicht mit drin haben, hat der Onkel Doktor sie auch noch mit eingetragen, was jetzt heißt:

Am 24.03. und im Oktober kommt zu den jeweils vorgesehenen Stoffen auch noch "Mencevax ACWY" dazu. Na toll, das hab ich jetzt davon!

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Di

16

Mär

2010

Neues auf der HP!

Hallo nochmal! Schaut doch mal in meiner Galerie vorbei: Eine Foto-Story und neue Videos. Mama, Papa, schöne Grüße! Und allen anderen natürlich auch!



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Di

16

Mär

2010

Tauglich!

So, da hab ich also heute meine Bestätigung von meiner Organisation bekommen: Wen interessiert schon ein Eisenmangel?!? Ich bin tropentauglich!!!!! Das war wohl die letzte Hürde, bevor ich endlich meinen Vertrag in Händen halte. Es sei denn, ich krieg jetzt irgendwas ganz furchtbares, was mir noch einen Strich durch die Rechnung macht, aber das wollen wir ja mal nicht beschreien.

Gestern hab ich meine ersten Impfungen bekommen. Die haben mich ganz schön umgehauen. Seitdem ist mir schlecht, schwindelig und ich bin soooo müde... Naja, das hab ich also jetzt davon.

@ Henrik: Sorry, dass ich auf deinen letzten Kommentar nicht geantwortet habe, no time! Dafür jetzt hier meine Antwort, indem ich mal meinen Impfkalender niederschreibe:

 

15.03. Tollwut, Gelbfieber

 

17.03. Polio, Hepatitis A + B

 

22.03. Tollwut, Tetanus, Diphterie, Pertussis

 

24.03. Typhus

 

12.04. Tollwut, Masern, Mumps, Röteln

 

14.04. Hepatitis A + B

 

23.08. Tetanus, Polio

 

Oktober (also erst, wenn ich schon in Sambia bin, d.h. im sambischen KH) die letzte Hepatitis-Impfung.

 

Ok, na, sieht das nicht nett aus??? Du hast schon recht. Es ist schon gewaltig, was wir in der nächsten Zeit in uns reinpumpen lassen, nur um nicht irgendwas zu kriegen ist, was in dem Land vorkommt, das wir uns selbst ausgesucht haben... Jaja, das schlimmste Leid is dat, wat man sich selbst andeit...

 

So... das wars... Ich bin drin...ICH BIN DRIN!!!

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Do

11

Mär

2010

Stress!

Hach, ist das alles aufregend! Ich hab hier schon länger nichts mehr gepostet, weil ich einfach keine Zeit hatte. Aber von vorn: Die Organisation hat sich gemeldet, gleich mit drei E-Mails und ner Menge Anhängen. Und Aufträgen... Also hab ich direkt angefangen... Visumsanträge ausgefüllt, Lebenslauf auf Englisch geschrieben, ja, und dann war da noch die "Medizinische Eignungsuntersuchung". Heißt auf gut Deutsch: Der Hausarzt checkt einen auf Herz und Nieren. Kanzkörperuntersuchung, Reflextest, Lunge abhorchen, Organe abtasten, Ruhe-EKG, Blut- und Urinuntersuchung und nach Wunsch ein HIV-Test. Der wird einem angeraten, um später gegebenenfalls nachweisen zu können, dass man sich während des Auslandsaufenthaltes infiziert hat.... Keine beruhigende Vorstellung... Aber gehört halt dazu.

Naja, Ende vom Lied: Ich hab heute meine Ergebnisse abgeholt und an und für sich gibt es keine Bedenken, was meine Tauglichkeit angeht. Negativ aufgefallen ist nur mein Eisenmangel. Ein letztes Mitbringsel aus meiner neunjährigen Vegetarierzeit... Heißt: Jeden Tag lecker Kräuterblut und Eisentabletten und in zwei Wochen nochmal ein Blutbild. Hoffen wir mal, dass die Organisation das nicht als soooo weltbewegende Sache ansieht... Aber wir werden sehen.

 

Jaaaa, und dann war da ja noch die Impfberatung... Da bin ich im Endeffekt rausspaziert mit einem Impfkalender, der mir sagt, dass ich jetzt noch ZWÖLF(!) Impfungen machen muss, vier davon noch im März. Na Prost Mahlzeit! Aber ich werd´s euch hier vermutlich jedes Mal wissen lassen, wenn ich wieder zu einer Impfung muss oder bei einer war.

 

Morgen gehen die Unterlagen an die Organisation raus. Ich meld mich, wenn ich Antwort hab!

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Do

18

Feb

2010

Nix neues, aber ich bin noch da!

So, jetzt ist Karneval auch vorbei. Komisch, wenn man so überlegt, dass man viele Leute jetzt zum letzten Mal für eine längere Zeit gesehen hat...

 

Naja, aber ich wollt nur mal erzählen, dass es noch nix Neues gibt, ich weiter in Büchern und auf HPs am schmökern bin und mich jetzt mit A*bombe in den Ausbildungsendspurt werfe. Ich kann euch sagen, ich hab keinen Bock mehr! Aber hilft ja nix!

 

So, und nur um euch jetzt zu präsentieren, dass ich den Blog trotzdem auf dem neuesten Stand halte, singt jetzt alle mit mir (auf die Melodie von "Dornröschen war ein schönes Kind"):

 

Jaaaaaa, Sambia ist ein schönes Land,

schönes Land, schönes Land,

da ist die Anni bald sehr bekannt,

seeeeeeehr bekannt!

 

Und jetzt eine Anregung: Ihr könnt gerne in den Kommentaren neue Strophen hinzufügen. Ist doch lustig.....

 

..... Mann, bin ich bescheuert!........

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Fr

29

Jan

2010

Zeit der inneren Unruhe

Ja, wie geht es uns jetzt, wo die Pläne immer konkreter werden? Immer mehr Leute fragen mich, ob mir das alles denn nichts ausmachen wird... ob ich so einfach alles hier hinter mir lassen kann... Und solche Fragen bringen mich immer mehr zum Nachdenken. Es mag nach außen oft so wirken, als würde ich mich nur freuen und sonst nichts sehen. Aber so einfach ist das nicht...

 

Die eine Antwort ist:

 

Und ob es mir etwas ausmachen wird. Ich weiß, es wird nicht einfach. Und ich weiß, es wird wahrscheinlich nichts so laufen, wie ich es plane... Und ich weiß, ich werde durch die Sch* gehen... Und ich weiß, mich wird der Mut ab und an verlassen... Und ich weiß, ich werde mich fragen, wie ich bloß auf so eine bescheuerte Idee kommen konnte, von zu Hause wegzugehen.

 

Aber ich weiß auch, wofür ich das mache. Ich weiß, dass ich mir meine eigene Stärke beweisen kann. Und ich weiß, dass der Sinn meines Einsatzes mich nach vorne sehen lassen wird. Und ich weiß, dass ich es schaffe, wieder hoch zu kommen, wenn ich am Boden bin. Und ich weiß, dass alle Bedenken für mich nie Grund genug sein können, es nicht zu tun.

 

 

Die andere Antwort ist

 

Nein.

 

Bei all meiner Vorfreude, meiner Planung, meiner Geschäftigkeit und meinem begeisterten Reden zerreißt es mir innerlich auch das Herz...

 

... all das hinter mir zu lassen, was ich liebe...

 

... Menschen zu verlassen, die mir wichtig sind...

 

... zu wissen, dass sich die Welt hier auch weiterdreht... ohne mich...

 

... meine wunderhübsche kleine Nichte ein Jahr lang nicht dabei zu beobachten, wie sie sich entwickelt...

 

... "meine Männer" ihren Plastikfrikadellen und Pizza auszusetzen...

 

... mit der Befürchtung zu leben, dass ich die Menschen hier nach meiner Rückkehr einfach nicht mehr verstehen kann...

 

... das Ungewisse in Betracht zu ziehen. Vielleicht will ich dann ja gar nicht mehr zurück?

 

All diese Sachen machen mich für Viele nicht nachvollziehbar. Aber ich habe keine Alternative. Wer seine Lebensträume nicht verwirklicht, trauert ihnen ewig nach. Und das kann ich nicht. Aus diesem Grund weiß ich, ich muss gehen.

Und ich danke meiner Familie dafür, dass ich weiß, wie stolz sie auf mich sind und wie sie mich unterstützen....

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Fr

29

Jan

2010

Und noch ein Yes!

Jeden Tag... Jeden Tag hab ich seit dem Abschicken meiner Wünsche meine Emails gecheckt. Jeden Tag nichts neues... Bis heute. Als ich von der Schule kam, hatte ich eine Mail im Postfach. DIE Mail...

 

 

"Sehr geehrte Frau Wagner,

 

Wir freuen uns, Ihnen nun den folgenden Einsatzplatz anbieten zu können: Maamba Mine School 8865 in Sambia. Es handelt sich um einen Einsatzplatz an der Maamba Mine School, der mit dem identisch ist, den Sie sich als erste Priorität gewünscht haben. Es gibt zwei Einsatzplätze für Freiwillige in dieser Partnerorganisation.

 

Sie bekommen dann von uns ab dem 8. Februar eine schriftliche Rückmeldung. Das Vorbereitungsseminar findet vom 16. bis 25.August 2010 statt und die Ausreise ist für den 13. September geplant. Allgemeine Informationen über das jeweilige Land finden Sie unter anderem auf der Internetseite der Organisation.

 

Ihre Rückmeldung ist verbindlich. Bedenken Sie bitte, dass die Voraussetzung für einen Einsatz mit „weltwärts“ die medizinische Eignung und die Erfüllung der weltwärts-Kriterien sind. Wir erwarten Ihre Antwort und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen. Mit herzlichen Grüßen Ihr „weltwärts“ - Team"

 

Jetzt ist es tatsächlich so... Kein Zurück... Und ich will auch nicht zurück. Ich freue mich riesig. Was einige irritieren wird: Es ist mein Drittwunsch geworden. Weil ich für die anderen zwei überqualifiziert bin, auch wenn es doof klingt. Nach der ersten Enttäuschung bin ich nach genauerem Überlegen doch froh darüber. Ich denke, dass ich dort besser aufgehoben bin und auch noch mehr nützen kann. Und es ist auch ein tolles Angebot. Ist ja nicht umsonst mein Drittwunsch gewesen...

 

Infos zum Land:

 

http://mandela.inwent.org/v-ez/lis/sambia/

 

... und bissl überromantisch, aber ok:

http://www.abendsonneafrika.de/Startseite.33.0.html

 

...oder ihr googlet einfach mal...

 

... achja, Flüge Hin und Rück laut Basti so um die 1000 Ocken... Also erschwinglich... Dann kommt mal schön alle vorbei...

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Mi

20

Jan

2010

Die Wünsche wurden abgeschickt!



So, die Angebote wurden gelesen, abgecheckt, ausgesondert und im Endeffekt ausgewählt.

 

Jetzt hab ich also meine Projektwünsche losgeschickt und bekomme in den nächsten Tagen Bescheid, ob und bei welchem ich angenommen bin. Damit ihr auch alle eine Vorstellung davon habt, worum es eigentlich geht, hier mal die Links zu den Angeboten. Wer Genaueres über die Projekte wissen will, muss mich einfach mal anschreiben. Also:

Erstwunsch:
Mutter-Kind-Wohnheim für junge Mütter mit Säuglingen in einem Dorf in Ruanda.

Zweitwunsch:
Waisenhaus in Accra, der Hauptstadt von Ghana, für Kinder von 2 bis 16 Jahren.

Drittwunsch:
Maamba Mine Special School, Südprovinz Sambia, Schule mit Internat für behinderte Kinder.

Allerdings alle drei mit Ausreise erst im September. Sie wirken auf den ersten Blick ziemlich ähnlich. Aber die Feinheiten machen´s. Der Unterschied liegt in der Unterbringung, der ländlichen Umgebung, der Erreichbarkeit und natürlich des Landes... Also, drückt mir die Daumen.

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Di

19

Jan

2010

Projektangebote

Juhuuu! Endlich sind die Projektangebote da! Über 200! Hmmm, jetzt heißt es wälzen, wälzen, wälzen! Wie die Projektwahl ausgehen wird, wird bald hier zu lesen sein.

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Di

19

Jan

2010

Emma wächst und gedeiht!

Wer hätte damit gerechnet? Bei unseren Theatervorstellungen am Wochenende hatte Emma ihre ersten großen Auftritte. Sie wurde nach Ende des Stückes erwähnt und ihre/unsere Geschichte hat die Menschen wohl sehr bewegt. So sehr, dass sie fast schon überfüttert wurde. Es passt nichts mehr rein! Das nötigt mich dann also doch dazu, sie vorher, also morgen, bei der Bank öffnen zu lassen und ihren Inhalt auf einem Afrika-Sparkonto zu deponieren. Ich bin überwältigt von der großen Resonanz und weiß nicht, was ich noch dazu sagen soll, außer DANKE, DANKE, DANKE!!!

 

Mit ihrer Spende haben Sie geholfen, mir den Traum zu erfüllen, dass ich nicht mit leeren Händen in meinem Projekt ankommen werde. Ich werde eine beachtliche Summe mitbringen können, die dann dafür eingesetzt wird, den Menschen mit dem zu helfen, was ihnen fehlt. Was das sein wird, werde ich vor Ort sehen. Wenn es soweit ist, werden Sie hier informiert, wohin Ihr Geld geht.

 

Noch einmal sage ich Danke! Die Menschen in Afrika werden Ihnen ebenso dankbar sein wie ich. Mein Vater hatte Recht, Sie sind wirklich Freunde.

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Fr

01

Jan

2010

Ein frohes neues Jahr!

Ich wünsche euch einen guten Start ins Jahr 2010! Möge es euch soviel Neues, Spannendes, Aufregendes und vielleicht auch einige Herausforderungen bringen wie mir hoffentlich auch. Wer einen Moment Zeit hat, kann sich ja meine neue Rubrik "Emma, my Darling!" zu Gemüte führen. Machts gut und bis die Tage!

 

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So

20

Dez

2009

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen Lieben, die meine Seite eifrig verfolgen und allen anderen auch ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest. Ich feier dieses Jahr noch viel bewusster als sonst, denn es wird ja erstmal mein letztes Weihnachten sein. Schnüff! Aber ich hab es so gewollt... Naja, mein nächster Eintrag wird wohl erst im Januar folgen, wenn ich dann endlich die Projektangebote habe. Also, seid schön besinnlich und kommt gut ins neue Jahr!

 

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Do

26

Nov

2009

Yes!

Donnerstag, 11.12 Uhr in Deutschland. Alles war wie immer. Aber ETWAS war anders. Und zwar in meinem E-Mail-Postfach. Noch nie wurde dort eine Mail so erwartet wie die, die just in diesem Moment kam: MEINE ZUSAGE FÜR AFRIKA!!!

 

"Liebe/r Frau/Herr Wagner,

 

wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Ihre Teilnahme an unserem Auswahlseminar am vergangenen Wochenende erfolgreich war, und wir Sie als persönlich geeignet einschätzen um an einem Einsatz mit "weltwärts" teilzunehmen![...]"

 

Dann ist es also wahr... Afrika, ich komme WIRKLICH...

Wir mussten direkt einen ärztlichen Anamnesebogen ausfüllen und zurückschicken. Da wurde allerhand Zeugs gefragt, um gesundheitliche Bedenken auszuschließen.

Ok, aber jetzt heißt es erstmal wieder warten...

 

"[...] Sie werden Mitte Januar eine Benachrichtigung erhalten, wie Sie auf unsere weltwärts-Stellenbörse zugreifen und sich auf konkrete weltwärts-Einsatzplätze bewerben können.[...]"

Aber warten? Piepegal! Ich bin dabei! Yes!

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Mo

23

Nov

2009

Neues auf der HP!!!

Es gibt Neues/Änderungen unter "Das Projekt" -"Um was geht's?" - "Wie kann ich helfen?" und unter "Wie plane ich einen Auslandsaufenthalt?" Schaut mal rein! ;-)



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Mo

23

Nov

2009

Auswahltagung bei einem staatlichen Entsendedienst

Ja, da bin ich also wieder, zurück aus "Where-the-f* is"-Katlenburg. In einem Satz zusammengefasst: Ja, DAT is et!!! Es war ein tolles Wochenende, nachdem man dann endlich die Scheißfahrt hinter sich hatte (insgesamt hin und zurück 12 1/2 Stunden). Nichts destotrotz hat Henrik uns super gefahren (danke nochmal!). Zur Erklärung: Man konnte sich vorher zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen mit anderen Anwerbern, sodass wir von Bonn aus mit drei Mädels und zwei Jungs aufgebrochen sind.

Ich habe die völlig neue Erfahrung gemacht, wie es ist, total offen zu sein, massig Small-Talk zu führen und im Minutentakt neue Leute kennen zu lernen. Durch die gemeinsame Übernachtung hatten wir Sonntag Nachmittag schon ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt und man wünscht sich doch, alle Anwerber bei den Vorbereitungsseminaren wiederzusehen.

Wir bekamen einerseits in Vorträgen Informationen über die Entsendeorganisation und das Auslandsjahr selbst, andererseits wurden wir in Gruppen zusammen gesetzt und mussten verschiedene Aufgaben lösen und wurden währenddessen von Teamern analysiert, um von ihnen im Endeffekt für fähig befunden zu werden oder eben nicht.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich mich von Anfang an sowohl in der Organisation, als auch unter all diesen jungen Menschen sehr gut aufgehoben fühlte. Dazu muss man sagen: Ich war sozusagen die "Mami". Kein Anwerber sonst war so alt wie ich... Mein Gott, bin ich alt.

Zum anderen habe ich ein recht gutes Gefühl, weiter im Rennen zu sein, denn im Abschlussgespräch habe ich sehr gute Kritiken bekommen. Balsam für die Seele...

Was genau dabei herauskommt, weiß ich aber nicht. Ab Mittwoch bekommen wir Bescheid, ob man uns nimmt oder nicht... Sekt oder Selters also... Und erst dann wählt man die konkrete Einsatzstelle aus. Also wieder mal warten... Aber bis Mittwoch ist ja ein überschaubares Zeitfenster...

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Di

17

Nov

2009

Das erste Auswahltreffen

Da war er also, der 14.11... Frisch aus dem Ruhrpott eingetroffen machte ich mich also auf den Weg. Um den Tag in wenigen Sätzen zusammen zu fassen: Es war ganz gut, aber es hat mich nicht vom Hocker gehauen. Denn zum einen arbeitet der Träger größtenteils in der Jugendsozialarbeit, viel mit Drogen- und AIDS-Prävention, und in der Bildung. Da will ich aber eigentlich gar nicht hin. Ich möchte nicht in Freizeittreffs und in der Nachhilfe arbeiten. Jetzt habe ich schon einen Pflegeberuf, dann möchte ich den auch ausführen und mit dem nützlich sein. Ich möchte mit Klein(st)kindern, evtl. auch behinderten Kindern im Heimbereich und in der Pflege arbeiten.

Außerdem ist mir der Träger ein bisschen zu kirchlich... Es ging halt schon viel um Glauben und beten und sowas. Hmm, also wenn ich nichts anderes finde, werde ich das wohl auch machen, aber es ist eben nicht mein Favorit. Und ein direktes "Go" hab ich auch noch nicht bekommen, das kriegen wir erst am 12.12...

Also warten wir mal das nächste Wochenende in Katlenburg ab...

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Do

05

Nov

2009

Reaktionen!!!

Endlich! Da kam was...

 

zwei Organisationen haben mir geschrieben! Die erste hat mich nochmal an den 14. erinnert (WIE KÖNNTE ICH DAS VERGESSEN???) und bat mich, einen Gegenstand mitzubringen, der mir wichtig ist und eine Geschichte über mich erzählen könnte. Fällt einem von euch was ein??? Tipps immer gern ins Gästebuch, als Kommentar oder über das Kontaktformular ;-)

Und die 2. Organisation hat mich zum Auswahltag mit Übernachtung am 21.11. eingeladen. Bisschen kurzfristig, aber ok. Nach Burg Katlenburg! 4 1/2 Std Hinfahrt mit Zügen inkl. ICE! Where the f* is Katlenburg??? Naja, und meine Kollegen müssen wieder drunter leiden (Liebste Grüße an dieser Stelle an Fabian, der mich deshalb würdigst auf dem Angehörigentreffen am Sonntag vertreten muss. Du bist ein Held!)

 

Mal sehen, was diese 2 bzw. 3 Tage ergeben. Ihr seid die ersten, die es erfahren :-D

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Mo

02

Nov

2009

Neues auf der HP!

Es gibt einen neuen Text bei "Wie plane ich einen Auslandsaufenthalt?" Schnuppert mal rein. Hihi!



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Fr

30

Okt

2009

Sarafina

So, der Reisepass ist seit ein paar Tagen hier. Mein erstes offizielles Reisedokument... So weit, so gut. Was die Reaktionen auf meine Bewerbungen angeht, gibt`s nix Neues zu berichten. Ich warte und warte. Jeden Tag erwarte ich sehnlichst die Post... Rechnung... Rechnung... Werbung... Post für Papa... Wieder nichts von den Entsendeorganisationen... Und ich fiebere dem 14.11., also dem ersten Auswahlseminar entgegen...

 

Eine weitere Sache gibt`s noch:

Gestern war ich an meiner alten Schule, dem Gymnasium in Herchen. Dort wurde das Musical "Sarafina" von Schülern, Lehrern und Ehemaligen des BGH aufgeführt. Es spielt 1986 in Soweto und befasst sich sehr kritisch mit der Apartheid (Rasentrennung) und dem Leid, das ihre  Einführung mit sich brachte. Mit sehr viel Liebe eingeübt und dargestellt. Die Rollen sind super besetzt, Chor, Tanzensemble und Bühnenbild echt gut. Und es hat diesen typischen, leicht romantischen "Herchener-mit-Leib-und-Seele-dabei-Amateur-Charakter", den ich liebe. Ich war zweimal so erfasst vom Geschehen, dass ich am heulen war. Aber wer mich kennt, weiß, dass das ziemlich schnell geht... Aber egal! Was ich eigentlich sagen will: Wer sich zwei Stündchen Zeit nehmen kann, sollte sich ins Auto oder den Zug pflanzen und nach Herchen kommen, denn es gibt noch zwei weitere Aufführungstermine: Morgen, also Samstag, den 31.10. um 17.00 Uhr und Dienstag, den 03.11. um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wer der tollen Leistung trotzdem finanziell Tribut zollen möchte, wird gebeten, die Spendenboxen zu füttern, deren Inhalt ermöglichen soll, dass die Partnerschule des BGH in Kamerun 2010 das gleiche Musical bei sich in der Heimat aufführen kann. Ich habs gesehen und werde Dienstag wieder hingehen.

 

Nochmal die Daten:

 

"Sarafina"

31.10., 17.00 Uhr

03.11., 19.00 Uhr

Eintritt frei, Spenden erbeten

 

Bodelschwingh-Gymnasium Herchen

Bodelschwinghstr. 2

51570 Windeck

 

Also, lasst euch nicht lumpen, rafft euch auf, es lohnt sich!

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Di

20

Okt

2009

VIA

Ja, da haben mich die von VIA nach einigen Anlaufschwierigkeiten doch noch erreicht. Auf der Arbeit... Hmmm, da musst ich mir die 20 Minuten doch mal Zeit nehmen (war aber auch kein Problem...). Die wollten so allerhand wissen, was aber die anderen Entsendeorganisationen auch schon in den Bewerbungsunterlagen wissen wollten. War also nix völlig Neues und ich glaub, ich hab nen guten Eindruck gemacht... Hoffentlich... Wir werden sehen...

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Fr

16

Okt

2009

Noch ein Jahiahua!

War grad auf der Homepage vom IJGD. Die haben auch endlich die Bewerbungsunterlagen hochgeladen. Also wird Bewerbung Nr. 6 nun auch in Angriff genommen. Aber nicht mehr heut Abend, denn die Bewerbung muss in Englisch ausgefüllt werden und mein Kopf ist heut nicht mehr so englisch... Also morgen... Und dann ist es endlich vollständig. Dann kann ich WIRKLICH nur noch warten. Gute Nacht, du Welt da draußen!

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Fr

16

Okt

2009

Jahuahiahu! Hah!

Jippiejeeh! Heute hab ich die Antwort vom DED auf meine Bewerbung bekommen. Auch da bin ich herzlich zum Auswahlseminar eingeladen, zu dem ich in den nächsten Wochen eine konkretere E-Mail erhalten werde mit allen Informationen. Also, bei zwei von sechs bin ich also schon mal in der engeren Auswahl. Das ist gut... Sehr gut... Und weiter gehts mit Warten...

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Do

15

Okt

2009

Aaarrgh!

Grrrr, jetzt ist Mitte Oktober! Warum schaltet der IJGD denn die verdammten Bewerbungsunterlagen nicht frei???? Ich guck jeden Tag auf dessen Seite, aber er tut`s nicht! Mann, warum schreiben die denn dann "Mitte Oktober"??? Wenn ich eins nicht abkann, dann ist das ungeduldig warten zu müssen! Hrrrr!!!



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Mi

14

Okt

2009

Erste Viewer

Cool, schon viele Leute haben meine Seite gesehen und kommentiert. Bin stolz auf euch... und natürlich auf mich ;-) Aber es können noch mehr werden. Also, weitersagen!



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Di

13

Okt

2009

Der Stand der Dinge

Der Stand der Dinge ist dieser: Die Bewerbungen sind alle raus, bis auf eine, die erst ab Mitte des Monats online ausgefüllt werden kann. Die ersten Reaktionen waren:

-> Einladung zum Auswahlseminar am 14.11. in Bonn von einer Organisation

-> ein Fragebogen, in dem ich genauer darstellen musste, mit welchen Personen (Altersgruppe, Grad der Hilfebedürftigkeit) ich arbeiten möchte und ob das Projekt lieber ländlich gelegen sein soll oder in der Stadt, von der zweiten Organisation.

Fragebogen ausgefüllt, abgeschickt, 14.11. im Kalender rot angestrichen und jetzt heißt es weiter warten. Gestern hab ich meinen Reisepass beantragt und ein extra schönes Verbrecherfoto dafür gemacht. Ich bin also präpariert! Zurzeit lese ich außerdem noch den einen oder anderen Blog, um von anderen zu lesen, wie ihr Afrika-Jahr so war. Warten, warten, warten...

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Fr

09

Okt

2009

Der erste Versuch

Nachdem ich während meiner Vorbereitungen für Afrika den einen oder anderen Blog gelesen habe, hab ich mich entschlossen, doch mal selbst etwas Internetmäßiges zu probieren. Also, nach diesem erfolgreichen Test kommen dann bald die nächsten Einträge.

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